Bibliothek und Forschung im Dialog

Erfolgreiche Vortragsreihe zur Historischen Materialitätsforschung wird ab 6. Oktober fortgeführt

Nr. 280/2015 vom 24.09.2015

Die materielle Beschaffenheit von Handschriften und Druckerzeugnissen steht auch im kommenden Winter- und darauffolgenden Sommersemester im Mittelpunkt einer Vortragsreihe der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie findet in Kooperation mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität sowie der Universität Potsdam statt. Unter dem Titel „Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog“ erörtern Expertinnen und Experten beispielsweise die Gestaltung von Kinderbüchern vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die Editionsgeschichte und typographische Gestaltung von Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ und die Buchkunst im DDR-Untergrund. Den Auftakt bildet am 6. Oktober der Vortrag „Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher“ von den Wissenschaftlern Jutta Weber, Julia Bispinck-Roßbacher sowie Tobias Kraft. Danach finden die Vorträge von November 2015 bis Juli 2016 jeweils am ersten Dienstag des Monats statt. Einer der Höhepunkte der Veranstaltungsreihe ist der Vortrag „Was ist gute Buchgestaltung?“ des renommierten Buchgestalters und Typografen Friedrich Forssmann am 1. März 2016. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Die Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts wurden vor wenigen Monaten von der Staatsbibliothek zu Berlin erworben. Die außergewöhnliche Anschaffung ermöglicht es nun dem interessierten Publikum der Auftaktveranstaltung, mehr über ihren Inhalt sowie ihre Beschaffenheit aus einer konservatorischen Perspektive zu erfahren.

Der große Publikumserfolg der Vortragsreihe im vergangenen Jahr hat verdeutlicht: Forschung zur materiellen Kultur hat gegenwärtig Hochkonjunktur – gerade auch in den Philologien. Dieser sogenannte „Material Turn“ geht einher mit der wissenschaftspolitischen Förderung von archivischen, musealen und bibliothekarischen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen. Vor diesem Hintergrund sollen in der Vortragsreihe „Die Materialität von Schriftlichkeit“ theoriegeleitete Forschungsperspektiven auf Schrifterzeugnisse mit Fragestellungen aus der Praxis zusammentreffen.

Zur Untersuchung dieses Themenfeldes haben Angehörige der Berliner Universitäten in Verbindung mit der Staatsbibliothek zu Berlin den Arbeitskreis Materialität der Literatur gegründet, in dessen Rahmen die Vortragsreihe organisiert wird. Das Projekt ist ein Schnittpunkt von Literaturwissenschaft einerseits und Buchwissenschaft, Analytischer Bibliographie, Typografie-Geschichte, Materialitätsstudien sowie Artefakt-Analyse andererseits. Die theoretische und systematische Beschäftigung mit den materiellen und medialen Grundlagen von Literatur soll einer Erweiterung der literaturwissenschaftlichen Betätigung dienen. Im Zentrum stehen sowohl die Theorie der materiellen Beschaffenheit von Texten als auch die historische Beschäftigung mit den Trägermaterialien und Technologien, Schreibgeräten und Schreibstoffen sowie Formaten und Formen.

Weitere Informationen

Zeit und Ort

  • Dienstag, 6. Oktober, 3. November, 1. Dezember 2015 sowie 5. Januar, 2. Februar, 1. März, 5. April, 3. Mai, 7. Juni sowie 5. Juli 2016, Beginn 18.15 Uhr
  • Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Haus Unter den Linden, Konferenzraum 4, Dorotheenstraße 27, 10117 Berlin
  • Um Anmeldung zu den einzelnen Termin über die Website wird gebeten.

Kontakt

Dr. Christian Mathieu, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Telefon: 030 / 266 433 240, E-Mail: christian.mathieu@sbb.spk-berlin.de

Im Internet

Das Programm mit allen Terminen mit ausführlichen Informationen finden Sie hier.