Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2014 geht gleich an zwei von der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin betreute Unternehmen

Humedics GmbH und Grasse Zur Ingenieurgesellschaft prämiiert

Nr. 420/2014 vom 05.12.2014

Gleich zwei von der Gründungsförderung der Freien Universität betreute Unternehmen sind mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2014 ausgezeichnet worden. Wie die Organisatoren am Freitagabend mitteilten, setzten sich die Humedics GmbH und die Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mbH im Finale des Wettbewerbs durch und gewannen jeweils einen der fünf Preise. Die Ehrungen sind mit je 10.000 Euro dotiert. Beworben hatten sich insgesamt 122 Projekte. Die Humedics GmbH ist ein Spezialist für die unmittelbare und mobile Messung der individuellen Leberfunktion am Patientenbett; die Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mbH hat sich auf die Materialprüfung von faserverstärkten Kunststoffen spezialisiert und betreibt ein eigenes Materialprüflabor.

Der Kanzler der Freien Universität Berlin Peter Lange zeigte sich über die Ehrungen erfreut. Die Auszeichnungen seien ein großer Erfolg und ein Beleg für die Leistungsfähigkeit der Gründungsförderung an der Universität. Peter Lange bezeichnete beide Unternehmen als „Musterbeispiele“ für gelungenen Wissens- und Technologietransfer aus der Forschung. „Sie zeigen, wie erfolgreich die Freie Universität in der Gründungsförderung mit der Charité und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zusammenarbeitet“, sagte Lange. Viele Akteure hätten daran mitgewirkt, dass „aus den kühnen Ideen Schritt für Schritt marktfähige Produkte“ hätten werden können. „Allen voran gebührt das Verdienst aber den Gründern Karsten Heyne und Martin Stockmann sowie Fabian Grasse und Malte Zur, die ihre Innovationen mit hohem persönlichen Einsatz vorangetrieben haben“, sagte Lange.

Humedics bringt eine Erfindung von Privatdozent Dr. Martin Stockmann (Charité – Universitätsmedizin Berlin) und Prof. Dr. Karsten Heyne (Freie Universität Berlin) auf den Markt: Mit dem LiMAx-Test und dem dazugehörigen Analysegerät (FLIP) können Ärzte erstmals die individuelle Leberfunktionskapazität von Patienten in Echtzeit messen; sie können Risiken in der Leberchirurgie genauer einschätzen und Operationen besser planen. Das System hat die Sterblichkeitsrate nach Leberoperationen an der Charité um mehr als 60 Prozent reduziert und kann bei jeglicher Lebererkrankung eingesetzt werden. Die Ausgründung hat vor wenigen Wochen eine dritte Finanzierungsrunde über ein Volumen von rund sieben Millionen Euro mit Risikokapitalgebern abgeschlossen und bereitet sich auf den europäischen Markteintritt vor. 

Dr. Fabian Grasse und Malte Zur, ehemals wissenschaftliche Mitarbeiter an der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), entwickelten ein innovatives Verfahren zur Materialprüfung von faserverstärkten Kunststoffen, das bereits mit dem Innovationspreis des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN) auszeichnet wurde. In ihrem spezialisierten Composite-Materialprüflabor am Wissenschaftsstandort Berlin-Südwest arbeiten die Ingenieure und ihr Team unter anderem für Unternehmen wie BMW und BASF, die dort Materialien für den automobilen Leichtbau testen lassen. Ihr neues Prüfverfahren wurde gemeinsam mit dem DIN genormt und etabliert sich zunehmend als neuer Industriestandard für die Schubprüfung von Composites. Weitere Branchen, beispielsweise die Windenergie und Luftfahrt, sind ebenfalls aussichtsreiche Märkte, in denen das Unternehmen schon heute aktiv ist. Beim Aufbau ihres Unternehmens wurden sie im Rahmen einer Kooperation von profund, der Gründungsförderung der Freien Universität, unterstützt.

 Der Innovationspreis Berlin-Brandenburg wird seit 1992 jährlich von den Wirtschaftsverwaltungen Berlins und Brandenburgs vergeben. Sie kooperieren dabei mit der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB), BerlinPartner GmbH und der Technologiestiftung Berlin (TSB). Die Preisverleihung fand am Freitagabend im Max-Delbrück Communication Center (MDC.C) auf dem Campus Berlin Buch statt.

Weitere Informationen

Marion Kuka, profund, die Gründungsförderung der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-73656, E-Mail: marion.kuka@fu-berlin.de