Militarisierung des Weltraums

Internationale Konferenz “Embattled Heavens: The Militarization of Space in Science, Fiction, and Politics“ vom 10. bis 12. April an der Freien Universität Berlin

Nr. 101/2014 vom 31.03.2014

Die Emmy Noether-Forschergruppe „Die Zukunft in den Sternen: Europäischer Astrofuturismus und außerirdisches Leben im 20. Jahrhundert“ veranstaltet vom 10. bis 12. April 2014 ein internationales und transdisziplinäres Symposium zu den militärischen Dimensionen des Weltraumdenkens im 20. Jahrhundert. Mehr als 20 Vorträge widmen sich dem Weltraum als Ort utopischer Grenzüberschreitung und seiner Geschichte als Kriegsschauplatz der Zukunft. Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung jedoch erforderlich. Journalisten sind willkommen. Interviews im Vorfeld der Veranstaltung sind ebenfalls möglich. Das Symposium findet in englischer Sprache statt.

Die Geschichte des Space Age wird vielfach als bis in den Weltraum ausgreifende Auseinandersetzung der beiden Supermächte des Kalten Krieges gedeutet. Nicht nur in der Science Fiction, sondern auch in Politik, Wissenschaft und Technik war die kriegerische Konfrontation im Weltraum – ob zwischen irdischen Staaten oder im Kampf gegen außerirdische Mächte – ein wiederkehrendes Motiv. Geprägt wurden davon Weltraumvorstellungen und Expansionsszenarien zugleich.

Von den Raketenprogrammen des Zweiten Weltkriegs bis hin zu den Diskussionen um das unter US-Präsident Ronald Reagan 1983 initiierte und von mehreren seiner Nachfolger weiterverfolgte Ziel der Einrichtung des Abwehrschirms SDI (Strategic Defense Initiative – Strategische Verteidigungsinitiative) gegen Interkontinentalraketen waren staatliche Investitionen maßgeblich militärisch motiviert. So wenig die Entwicklung und Anwendung von Raumfahrttechnik jedoch allein durch globale Konflikte wie den Kalten Krieg erklärt werden kann, so wenig sind ihre militärischen Dimensionen ausschließlich als dystopische Seite der Astrokultur zu begreifen. Vielmehr gilt es, die „Eroberung des Weltraums“ als einen spannungsreichen Prozess zwischen zivilen und militärischen Anstrengungen zu untersuchen und diesen Prozess auf seine destruktiven wie produktiven Konsequenzen auf der Erde wie im Weltraum gleichermaßen zu befragen.

 Welche Bedeutung kommt militärischen Motiven in der Geschichte menschlicher Weltraumanstrengungen zu? Wie ist das Verhältnis von ziviler und militärischer Raumfahrt zu verstehen? Und welche Rolle spielte Science Fiction bei der Entwicklung von weltraumbasierten Waffensystemen? Die Teilnehmer der Konferenz untersuchen die militärischen Dimensionen der globalen, insbesondere der westeuropäischen Astrokultur des 20. Jahrhunderts und fragen nach der Bedeutung von Konflikten, Waffen und Gewalt im Weltraum. Einzelne Vorträge widmen sich frühen Konzepten von Raumstationen, der Entwicklung von Interkontinentalraketen und der Geschichte des Global Positioning System (GPS), aber auch Weltraumfilmen, Computerspielen, Cartoons und Science Fiction.

 Zu den Teilnehmern zählen David Edgerton (King's College London), Bernd Greiner (Hamburger Institut für Sozialforschung), Michael J. Neufeld (National Air and Space Museum), Alex Roland (Duke University) und Michael Sheehan (Swansea University).

 Zeit und Ort

  • 10. bis 12. April 2014
  • Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem, U-Bhf. Thielplatz (U3), www.fu-berlin.de/hfb

 Im Internet

www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/astrofuturismus/veranstaltungen/C_Heavens/

Weitere Informationen

Dr. Alexander Geppert, Leiter der Emmy Noether-Forschergruppe „Die Zukunft in den Sternen: Europäischer Astrofuturismus und außerirdisches Leben im 20. Jahrhundert“, Telefon 030 / 838-56899, E-Mail: alexander.geppert@fu-berlin.de