Wenig Aussicht auf weiße Weihnachten in Deutschland

Meteorologin der Freien Universität: Trübes Hochdruckwetter dauert an

Nr. 385/2013 vom 12.12.2013

Die Aussichten auf weiße Weihnachten stehen nach einer Prognose des Instituts für Meteorologie der Freien Universität in weiten Teilen Deutschlands zurzeit schlecht. Deutschland liege zu Beginn der zweiten Dezemberdekade im Einflussbereich der Hochdruckgebiete Varnia und Wanda, erklärte am Donnerstag Meteorologin Petra Gebauer von der Berliner Wetterkarte. Es sei nicht abzusehen, dass sich an dieser stabilen Wetterlage mit Hochnebel und zeitweisem Nieselregen etwas ändere. Frosttemperaturen und damit die Möglichkeit von Niederschlag als Schnee seien derzeit nicht zu erwarten. Die Temperaturen erreichten in Deutschland am Tag knapp plus 8 Grad, und auch nachts gingen sie vielerorts nicht unter plus 5 Grad zurück, da sei kein Schneefall möglich, betonte die Meteorologin. Nur in Gebieten oberhalb von 700 Metern könne sich die dort vorhandene Schneedecke noch halten.

Ganz ohne Chancen auf Schnee sind nach Einschätzung der Meteorologin Gegenden im Tiefland allerdings nicht, und bis Weihnachten ist noch etwas Zeit: „Auch im Jahr 2009 bestimmte am Ende der ersten Dezemberhälfte ein Hochdruckgebiet das Wetter in Deutschland, doch dann verdrängte das Tiefdruckgebiet Uwe von Norden her das Hochdruckgebiet Dorothea und sorgte für eine Schneedecke, die sich trotz leichten Tauwetters zu Heiligabend noch bis zum ersten Weihnachtsfeiertag hielt.

Wahrscheinlicher wäre für das diesjährige Weihnachtsfest aber die Entwicklung aus dem Jahr 2007, gibt Petra Gebauer zu bedenken: Damals bestimmte das Hochdruckgebiet Bernhilde vom 11. Dezember an für 22 Tage das Wetter in Deutschland. In Berlin war es meist neblig-trüb und nasskalt, und obwohl hier kurz vor Heiligabend einige Schneeflocken gesichtet wurden, blieb im ganzen Dezember eine Schneedecke aus.

Ohnehin sei weiße Weihnachten die Ausnahme, sagt Petra Gebauer, zumindest in Berlin: An 74 Prozent aller Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Berlin-Dahlem im Jahr 1908 gab es bisher ein „grünes“ Weihnachtsfest, da wäre eine Schneedecke zu Weihnachten 2013 sogar etwas Besonderes.

Als „weiß“ lassen Meteorologen Weihnachten gelten, wenn an mindestens zwei der drei Festtage eine geschlossene Schneedecke von mindestens einem Zentimeter Höhe liegt. Zur Entstehung von Niederschlag braucht es feuchte Luft, die von Tiefdruckgebieten aus Süden, Westen oder Nordwesten transportiert wird. Klirrende Kälte aus Sibirien reicht nicht, denn die ist zu trocken. Frosttemperaturen sind dennoch erforderlich, damit der Niederschlag als Schnee fällt, wenige Grade unter dem Gefrierpunkt sind günstig. Und wenn der Schnee dann einmal liegt, sollte es für weiße Weihnachten kalt bleiben.

Die Meteorologen der Freien Universität Berlin verkaufen noch bis zum 20. Dezember (Freitag) Wetterpatenschaften für europäische Hoch- und Tiefdruckgebiete als Weihnachtsgeschenk. Unterstützt wird mit dem Erlös Lehre und Forschung, nämlich die studentische Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie. Die Hochdruckgebiete werden im Jahr 2014 männliche und die Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen tragen, die Preise liegen bei 299 für Hochs und 199 Euro für Tiefs, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Die Wetterbeobachtungsreihe läuft seit mehr als 100 Jahren und gehört damit zu den längsten Klimadokumentationen weltweit.

Weitere Informationen und Interview-Möglichkeiten zum Weihnachtswetter

Meteorologe vom Dienst der Berliner Wetterkarte e. V. am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, Telefon 030/838-71212 (an allen 7 Tagen der Woche zu erreichen; bitte beachten Sie, dass für Anrufe nur die Zeitfenster 9-12 Uhr und 14-16 Uhr möglich sind); E-Mail: wetter@met.fu-berlin.de

Weitere Informationen zu den Wetterhochs- und -tiefs

  • Julia Sieland, Daniela Schoster, Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-71226 , E-Mail: wetterpate@met.fu-berlin.de
  • Petra Grasse, Thomas Dümmel, Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-71222

Im Internet

www.wetterpate.de