Gedenkveranstaltung für Opfer der NS-Diktatur am Ort des ehemaligen Konzentrationslagers Columbia am 14. Juli

Sonderführung zum Ausgrabungsprojekt der Freien Universität auf dem einstigen Flugfeld

Nr. 207/2013 vom 08.07.2013

Archäologinnen und Archäologen der Freien Universität Berlin organisieren am 14. Juli 2013 eine Gedenkveranstaltung für die ehemaligen Inhaftierten des NS-Konzentrationslagers Columbia und geben eine Sonderführung zu ihrem aktuellen Ausgrabungsprojekt auf dem Areal des einstigen Flughafens Tempelhof. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ausgrabungsteams der Freien Universität zeigen, wie das ehemalige KZ-Gebäude weitgehend vernichtet wurde und erläutern ihre Ausgrabungsfunde. Anschließend lesen sie aus den Aufzeichnungen des deutsch-jüdischen Schriftstellers und Pazifisten Kurt Hiller, der vor 80 Jahren – am 14. Juli 1933 – als erster bekannter Häftling das Lager betrat, sowie aus den Schriften anderer Inhaftierter. Ebenfalls beteiligt sein wird der Historiker Kurt Schilde, der sich sehr ausgiebig mit dem „Columbia Haus“ beschäftigt hat. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Dies gilt ebenso für die regelmäßigen Führungen, die immer freitags ab 15.00 Uhr stattfinden.

Seit dem 21. Juni 2013 bieten Archäologen der Freien Universität kostenlose Führungen zu ihren Grabungen an, die das NS-Unrecht auf dem Tempelhofer Feld dokumentieren. Hintergrund sind die Arbeiten eines Teams um die Professoren Susan Pollock und Reinhard Bernbeck: Sie haben im Sommer 2012 in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin und im Rahmen des Themenjahrs „Zerstörte Vielfalt“ begonnen, auf dem Feld die Spuren ehemaliger Zwangsarbeiterlager aus der Zeit des Nationalsozialismus aufzuspüren. Das sogenannte Columbiahaus war ursprünglich Militär-Arrestanstalt und Gestapo-Gefängnis; von 1934 an wurde es als Konzentrationslager genutzt. Im Columbiahaus wurden bis 1936 bis zu 10.000 Häftlinge kurzfristig untergebracht, verhört und gefoltert. Das Gebäude wurde 1938 unter bislang nicht näher bekannten Umständen abgerissen.

Andere Grabungen im Bereich zweier Zwangsarbeiterlager erlauben Rückschlüsse auf die baulichen Strukturen der Lager, brachten aber auch Objekte aus dem Alltag der Zwangsarbeiter wieder ans Tageslicht. Die Führungen sind den ganzen Sommer über geplant: Sie finden immer freitags um 15 Uhr statt. Der Freitags-Treffpunkt ist das rote Info-Häuschen am Eingang Columbiadamm direkt neben der Mauer des Columbia-Friedhofs. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz gefördert.

Zeit und Ort

  • Sonntag, 14. Juli 2013, Beginn 15.00 Uhr
  • Treffpunkt: Denkmal für das Konzentrationslager Columbia, Columbiadamm/G0lßener Straße, 10965 Berlin
  • Freitagsführungen jeweils, 15 Uhr, Dauer ca. eine Stunde

Treffpunkt: auf dem Tempelhofer Feld, am Info-Häuschen in der Nähe des Eingang Columbiadamm (zwischen Baseball-Feldern und Friedhofsmauer)

Ansprechpartner

Prof. Dr. Reinhard Bernbeck, Institut für Voderasiatische Archäologie der Freien Universität, Tel.: 030 / 838-57017, E-Mail: rbernbec@zedat.fu-berlin.de

Weitere Informationen

www.ausgrabungen-tempelhof.de

• Hintergrundartikel aus der Tagesspiegel-Beilage der Freien Universität: www.fu-berlin.de/presse/publikationen/tsp/2013/ts_20130413/ts_20130413_71