Freie Universität Berlin


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Anne Kwaschik mit deutsch-französischem Parlamentspreis geehrt

Juniorprofessorin der Freien Universität erhielt Auszeichnung bei gemeinsamer Sitzung der beiden Parlamentspräsidien in Überlingen am Bodensee

Nr. 148/2011 vom 20.05.2011

Anne Kwaschik, Juniorprofessorin für Westeuropäische Geschichte am Frankreich-Zentrum der Freien Universität Berlin, ist am Samstag mit dem deutsch-französischen Parlamentspreis der französischen Nationalversammlung und des Deutschen Bundestages ausgezeichnet worden. Sie erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihr Werk „Auf der Suche nach der deutschen Mentalität. Der Kulturhistoriker und Essayist Robert Minder“. Die Verleihung fand im Rahmen der gemeinsamen deutsch-französischen Präsidiumssitzung in Überlingen am Bodensee statt.

Anne Kwaschiks Buch widmet sich der intellektuellen Biografie des elsässischen Kulturhistorikers und Essayisten Robert Minder (1902–1980). Das Buch ist die erste Gesamtdarstellung von dessen Leben und Werk. Minder gehört zu Lebzeiten zu den bedeutenden Kulturvermittlern zwischen Deutschland und Frankreich und zu den wichtigen Vorbereitern einer deutsch-französischen Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Buch wird darüber hinaus ausgezeichnet als Beitrag zur Geschichte der Mentalitäten, weil es grundsätzlich nach der Konstruktion von Mentalitäten und den Mustern der deutsch-französischen Wahrnehmung frage. Die Dissertation Anne Kwaschiks zu Robert Minder wurde im Jahr 2007 bereits mit dem Friedrich-Meinecke-Preis ausgezeichnet.

Anne Kwaschik studierte in Zürich und Berlin Neue Geschichte, Neue deutsche Literatur und Philosophie. Sie promovierte 2006 an der Freien Universität. Nach verschiedenen Tätigkeiten als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin war sie zuletzt in Paris tätig, als Chercheur associé am Centre national de la recherche scientifique und als DAAD-Fachlektorin an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences sociales/Centre interdisciplinaire d’études et de recherches allemandes. Sie wurde zum Wintersemester 2009 an die Freie Universität berufen.

Die Auslobung des deutsch-französischen Parlamentspreises wurde anlässlich des 40. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages beschlossen. Gemeinsam mit dem französischen Nationalparlament, der Assemblée nationale, vergibt der Deutsche Bundestag seit 2004 die Auszeichnung alle zwei Jahre. Der Preis wird verliehen für herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich sowohl mit Frankreich als auch mit Deutschland im juristischen, wirtschafts-, sozial-, politik- oder geisteswissenschaftlichen Bereich beschäftigen und zur besseren gegenseitigen Kenntnis der beiden Länder beitragen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preise, die jeweils an einen deutschen und einen französischen Staatsbürger gehen, werden bei den gemeinsamen Sitzungen der beiden Parlamentspräsidien verliehen. Auf französischer Seite werden in diesem Jahr Evelyn und Victor Brandt für ihr Buch Aujourd’hui l’Allemagne geehrt.

Anne Kwaschik ist die zweite Professorin der Freien Universität, die mit dem deutsch-französischen Parlamentspreis geehrt wird: Im Jahr 2006 erhielt der Kunsthistoriker Martin Schieder diese Auszeichnung für sein Buch Im Blick des anderen – Die deutsch-französischen Kunstbeziehungen 1945–1959.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Anne Kwaschik, Juniorprofessorin für Westeuropäische Geschichte am Frankreich-Zentrum der Freien Universität, Telefon: 030 / 838-50462, E-Mail: a.kwaschik@fu-berlin.de