6000 Jahre alte Statue in Jordaniens Steinwüste entdeckt

Deutsch-jordanisches Archäologenteam macht Ausnahmefund zu einer bisher unbekannten Hirtenkultur

Nr. 245a/2010 vom 22.07.2010

Archäologen aus einem deutsch-jordanischen Ausgrabungsprojekt haben eine bisher einzigartige Basaltstatue in der Abdeckung eines Grabes entdeckt. Das Team um die Archäologen Dr. Hans Georg K. Gebel von der wissenschaftlichen Vereinigung „ex oriente e.V.“ an der Freien Universität und Professor Hamzeh Mahasneh von der jordanischen Mu'tah Universität arbeitet seit 2001 in dem „Eastern Jafr Joint Archaeological Project” zusammen.

Die Untersuchungen fanden im äußersten südöstlichen Winkel Jordaniens, unweit der Grenze zu Saudi-Arabien, statt. Diese Gegend ist durch die ausgedehnten Friedhöfe einer bislang unbekannten Hirtenkultur dieser Periode charakterisiert. Das Alter der 35 cm großen Statue schätzen die Forscher Gebel und Mahasneh auf etwa 5500 bis 6000 Jahre. Damit ist sie die einzige Statue, die aus dieser Zeit in Jordanien bekannt ist.  Der Fund ist ein Fragment einer Statue und zeigt ein Gesicht mit einem Teil des Torsos. Erstmals lassen sich damit Rückschlüsse auf Aussehen und Bekleidung der bisher unbekannten Hirtenkultur in einer der entlegensten Regionen Jordaniens ziehen.

Das „Eastern Jafr Joint Archaeological Project” wird vom Forschungscluster 2 des Deutschen Archäologischen Instituts Berlin mitgetragen.

Weitere Informationen

Dr. Jürgen Baumgarten, ex oriente e.V. am Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität, Hüttenweg 7, 14195 Berlin, Telefon: 0157 – 751 63 180,
Telefax: 030/ 983 – 11246, E-Mail: baumgarten.jurgen@googlemail.com