Es werde Licht!

FU-Wissenschaftsmagazin fundiert über Licht und Finsternis gerade erschienen

Nr. 80/2003 vom 26.05.2003

Rechtzeitig zum Beginn des Sommers erscheint die neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins fundiert: "Licht + Finsternis". Seit Jahrtausenden verbinden Menschen Licht mit Leben, Wärme und Helligkeit, die dem Tod, der Kälte und der Tiefe der Nacht scheinbar gegenüber stehen. Doch erst das Dunkel erzeugt den Wunsch nach Helligkeit, erst der Schatten bringt das Licht zum Leuchten "Nachts erst ist’s schön, ans Licht zu glauben". Aber wie bereits im Dunkel die ersten Strahlen angelegt sind, hat auch das Licht seine "Schattenseiten": Versengende Hitze und gleißende Wärme.

Gleich das erste Kapitel "Sonne" zeigt die beiden Gesichter des Himmelskörpers: In ihrer pharmazeutischen Dissertation plädiert Silvia Wissing für neue Sonnenschutzmittel, die feste Lipid-Nanopartikel als Schutz vor der Ozonbelastung besitzen. Auch das Forscherteam um Christoph Geilen weist auf den sprunghaften Anstieg von epithelialem Hautkrebs hin. Ganz anders bei den frühen Menschen: Für sie war die Sonne essentiell, ihr Aufgang bedeutete Wärme und Licht, ihr Untergang Kälte und Dunkelheit. Oft wurde sie mit dem Herrscher gleichgesetzt, eine Sonnenfinsternis löste Staatskrisen aus.

Der zweite Schwerpunkt "Inszenierung" zeigt den Menschen nicht mehr als Spielball der Mächte, hier ist er Agierender. Er spielt mit Licht und Dunkel, verwandelt sie in gelebte Philosophie. Wechselnde Lichtgefüge erweisen sich in der neuen kunsthistorischen Forschung als eine der Grundlagen malerischer Bildsprache, wie das Team um Philipp Weiss anhand des Abendmahlgemäldes von Tintoretto nachweist. Götz Hoeppe zeigt, wie natürliche und künstliche Prozesse das Licht des Himmels verändern können, wie z.B. große Vulkanausbrüche auf Dämmerungsfarben zurückwirken. Maler wie William Turner wurden dadurch vermutlich zu Chronisten des Klimas. Aber nicht nur die Malerei spielt mit dem Licht: Auch Theater- und Filminszenierungen bedienen sich dieses Mediums. Erinnern wir uns doch an die frühere Bezeichnung des Kinos: Lichtspielhaus!

Ohne Licht kein "Leben": Klaus Möbius‘ Beitrag über die Photosynthese zeigt, wie wir ihr den Sauerstoff zum Atmen und damit den Energiespeicher des Lebens verdanken. Das Team um Michael Foerster der UKBF-Augenklinik und des Hahn-Meitner-Instituts behandelt mit der Protonentherapie einzigartig in Deutschland erfolgreich Augenkarzinome. Licht kann die Dunkelheit vertreiben und über Schwermut und Mutlosigkeit siegen: Saisonal bedingte Depressionen werden bereits seit längerem mit der Lichttherapie behandelt.

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Die aktuelle Ausgabe ist ab sofort für 5 Euro in der Pressestelle der Freien Universität erhältlich.

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