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Federico Pedrini forscht als Alexander-von-Humboldt-Stipendiat an der Freien Universität Berlin

30.10.2012

Der Rechtswissenschaftler Federico Pedrini forscht für ein Jahr an der Freien Universität. Sein derzeitiges Projekt: die Definition des Generalklauselbegriffes.
Der Rechtswissenschaftler Federico Pedrini forscht für ein Jahr an der Freien Universität. Sein derzeitiges Projekt: die Definition des Generalklauselbegriffes. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Federico Pedrini ist als Alexander-von-Humboldt-Stipendiat zu Gast an der Freien Universität.
Federico Pedrini ist als Alexander-von-Humboldt-Stipendiat zu Gast an der Freien Universität. Bildquelle: Susanne Rothmund

Federico Pedrini bleibt einer Hochschule gerne treu – ob im Ausland oder im Inland: Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1999 zog er für das Jurastudium nach Bologna und ist bis heute dort geblieben. Seine Auslandsaufenthalte führten ihn bisher alle an die Freie Universität Berlin. Ein Porträt des italienischen Rechtswissenschaftlers, der ursprünglich Astronom werden wollte. 

Nach dem Abitur stand der Jahrgangsbeste seiner Schule vor der Wahl: Astronomie oder Rechtswissenschaft. Letztendlich siegte die Rechtswissenschaft, denn der 31-Jährige liebte schon immer das Argumentieren und wollte seiner Leidenschaft für die Anwalterei nachgehen. 2008 promovierte er in Verfassungsrecht, im selben Jahr erlangte er seinen Rechtsanwaltstitel.

Er blieb in Bologna, um eine Post-Doc Position anzunehmen, nebenher arbeitete er weiterhin ab und zu als Rechtsberater. Erst als der Arbeitsmarkt für Juristen in Italien immer weniger lukrativ wurde, wechselte er und widmete sich vollständig seiner akademischen Karriere.

Die Freie Universität ist eine Konstante im Leben des italienischen Wissenschaftlers. Im Jahr 2002 besuchte er Berlin als Erasmus-Student, 2008 und 2011 kehrte er als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zurück. An der Universität schloss er zahlreiche Kontakte zu Wissenschaftlern, die seine Forschung unterstützen. Betreut wurde er dabei durchgängig durch den Verfassungsrechtler Professor Philip Kunig.

Dank der Alexander-von-Humboldt-Stiftung forscht Pedrini nun für ein Jahr an der Freien Universität. Sein aktuelles Forschungsprojekt ist die Definition des Generalklauselbegriffes, einer Rechtsnorm, deren Tatbestand sehr weit gefasst ist und deren Inhalt im Laufe der Zeit strukturell wechseln kann (wie beispielsweise die „guten Sitten“).

Berlin ist eine Option, hier fühlt er sich zu Hause

Genau das sei ein Problem: „Der Generalklauselbegriff ist keine Bezeichnung des positiven Rechts, sondern wird in der Literatur verwendet", sagt Pedrini. „Es ist komplizierter als bei einem Vertrag, bei dem man eine rechtlich positive Definition hat. Der Begriff ist etwas rein Theoretisches, die Ansichten über Generalklauseln und ihre Definition sind unterschiedlich.“ Pedrini untersucht den Generalklauselbegriff, seine Funktion und Anwendung. Er wünscht sich, dass die Rechtsnorm nach seinen Forschungen für ihn etwas deutlicher sein wird.

Anschließend plant Federico Pedrini die Habilitation. Berlin ist eine Option, hier fühlt er sich zu Hause. „Besonders, seitdem man in Berlin immer einfacher einen guten italienisch Espresso bekommen kann“, sagt er und lacht.