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Dishdasha, Abaya und Flip-Flops

Post aus Oman! Salome Bader beschreibt die traditionelle Kleidung der Omani

29.01.2016

Salome Bader (li.) in traditioneller omanischer Kleidung.
Salome Bader (li.) in traditioneller omanischer Kleidung. Bildquelle: privat
Männerkleidung im Oman: Das lange Gewand heißt dishdasha, die Kopfbedeckung kumma oder massar.
Männerkleidung im Oman: Das lange Gewand heißt dishdasha, die Kopfbedeckung kumma oder massar. Bildquelle: Salome Bader
Manche Frauen tragen eine Maske, die burqa.
Manche Frauen tragen eine Maske, die burqa. Bildquelle: Salome Bader
Die abaya, der schwarze Umhang, wird in Oman von vielen Frauen getragen.
Die abaya, der schwarze Umhang, wird in Oman von vielen Frauen getragen. Bildquelle: Salome Bader

In einem riesigen weißen Kleid mit Seitentaschen und einer Kordel vorne, auf dem Kopf eine runde bestickte Kappe oder ein gewickeltes Tuch, an den Füßen Flip-Flops – so gekleidet präsentieren sich die meisten omanischen Männer im Alltag. Was anfangs etwas verwunderlich war, ist für mich inzwischen Alltag geworden und gehört für mich zur omanischen Identität dazu.

Allerdings drücke ich meine anfänglichen Beobachtungen nach drei Monaten im Land natürlich anders aus: Der Omani trägt ein dishdasha, dazu entweder eine kumma oder ein massar, die Flip-Flops bleiben Flip-Flops. Das dishdasha muss nicht unbedingt weiß sein (nur bei der Arbeit im Ministerium ist weiß Pflicht), sondern kann auch in jeder anderen Farbe getragen werden. Bevorzugt werden Erd-, Pastell- oder Blautöne neben dem nach wie vor am weitesten verbreiteten, traditionell weißen Gewand .

Die kumma, handbestickt und daher meist 60 omanische Real (circa 140 Euro) wert, wird von der Mehrheit im Alltag getragen, wogegen der massar oft für festliche Ereignisse bevorzugt wird. Die Kopfbedeckung wird natürlich immer farblich an das dishdasha angepasst. Bei wichtigen Ereignissen wird der khanjar, Krummdolch, als Schmuck um die Hüfte geschnallt. Natürlich tragen manche Omanis auch Jeans und T-Shirt, allerdings oft nur in ihrer Freizeit, das dishdasha beherrscht als Outfit doch sehr das alltägliche Leben.

Frauen hüllen sich in der Öffentlichkeit in Schwarz

Bei den Frauen sieht es noch einheitlicher aus, zumindest in der Stadt: Sie hüllen sich in Schwarz. Der schwarze Überwurf, abaya genannt, wird eigentlich immer in der Öffentlichkeit getragen. Doch auch hier ist Schwarz nicht gleich Schwarz, das abaya kann klassisch schwarz, manchmal auch grau und schwarz sein oder mit Stickereien verziert. Dazu ein Kopftuch, lahaf – hier gibt es wiederum viele Farb-, Muster- und Tragevariationen. Manche tragen das Kopftuch locker, sodass der Haaransatz zu sehen ist, andere tragen es eng anliegend, ohne ihre Haare zu zeigen.

Vorwiegend im ländlichen Teil Omans tragen die Frauen farbenfrohe Kombinationen aus weiten, an den Knöcheln eng zusammenlaufenden Hosen und Tunika-ähnlichen Oberteilen oder Kleidern, dazu ein Kopftuch. Farben, Muster und der Schnitt der traditionellen Kleidung können immer einer bestimmten Region oder einem bestimmten Dorf zugeordnet werden.

Manchmal tragen Frauen eine Maske, burqa, oder eine Art Schleier, niqab, vor dem Gesicht, der nur die Augenpartie offen lässt. Als Schuhe sind entweder Sandalen, Flip-Flops oder oft auch Pumps sehr beliebt. Unter dem abaya oder zu Hause tragen die meisten Frauen Hosen, Röcke oder Kleider.

Identitätsstiftende Kleidung

Mir wurde erst hier bewusst, wie identitätsstiftend und vereinend Kleidung sein kann, zumindest habe ich es hier das erste Mal auch direkt miterlebt. Inzwischen gehören dishdasha und abaya für mich zum Bild des Omans dazu, einen Omani ohne dieses Outfit kann ich mir inzwischen kaum vorstellen. Dass in Europa so wenige Omanis in dishdasha oder abaya gesehen werden, liegt daran, dass die meisten Omanis sobald sie ins Ausland gehen, ihre Kleidung anpassen, und sich – wie hier in ihrer Freizeit – in uns bekannter Kleidung zeigen.