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Zu Tisch in Maskat

Post aus Oman! Salome Bader hat das traditionelle Gericht Shuwa gekostet

12.10.2015

Vieles ist anders als erwartet und vor allem anders als zu Hause - Salome Bader ist schon nach wenigen Tagen verzaubert – von den freundlichen Menschen in Oman und der eindrucksvollen Landschaft.
Vieles ist anders als erwartet und vor allem anders als zu Hause - Salome Bader ist schon nach wenigen Tagen verzaubert – von den freundlichen Menschen in Oman und der eindrucksvollen Landschaft. Bildquelle: Privat
Hühnchen mit Reis und Salat, Kartoffeln und Humus und natürlich Brot. Das Bild zeigt typische omanische Speisen. Beim traditionellen Familienessen, bei dem Salome Shuwa gekostet hat, hat sie aus Rücksicht aufs Fotografieren verzichtet.
Hühnchen mit Reis und Salat, Kartoffeln und Humus und natürlich Brot. Das Bild zeigt typische omanische Speisen. Beim traditionellen Familienessen, bei dem Salome Shuwa gekostet hat, hat sie aus Rücksicht aufs Fotografieren verzichtet. Bildquelle: Privat
Miss Thuraya (rechts) hat Salome (Mitte) und ihre Mitbewohnerin Anne, die auch an der Freien Universität studiert, durch Maskat geführt.
Miss Thuraya (rechts) hat Salome (Mitte) und ihre Mitbewohnerin Anne, die auch an der Freien Universität studiert, durch Maskat geführt. Bildquelle: Privat
Blick auf das alte Maskat und den Palast.
Blick auf das alte Maskat und den Palast. Bildquelle: Privat

Die Tür öffnet sich zu einem kleinen Vorraum, der in einen großen Raum übergeht. Auf einem senfgelben Sofa sitzen zwei Männer im dishdasha – der für Männer traditionellen omanischen Kleidung. Wir folgen Miss Thuraya in einen weiteren Raum mit einem reich verzierten Türbogen und einem beige-rosafarbenen Sofa, das sich an drei Wänden entlang zieht.

Heute sind wir – meine Mitbewohnerin Anne und ich – bei Miss Thuraya und ihrer Familie eingeladen. Samstags kommt immer die ganze Familie zum Essen zusammen. Sie wohnt in einem Vorort von Maskat, ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt von unserer Unterkunft entfernt. Das Haus ist voller Menschen, denn Miss Thuraya hat sechs Brüder und eine Schwester, die ihrerseits Kinder haben, die durchs Haus toben.

Auf dem Teppich speisen

Extra für uns gibt es Shuwa, ein traditionelles omanisches Gericht, das es sonst nur während des Eid al Adha gibt – das ist das islamische Opferfest, das den Höhepunkt des Haddsch, der Wallfahrt nach Mekka, feiert. Shuwa ist Lammfleisch, das zwei Tage lang mit bestimmten Kräutern und Gewürzen in einem Erdloch gegart wird. Dazu gibt es mit Rosinen gesüßten Reis. Außerdem stehen Hühnchen, Curryreis mit Eiern, Salat, Datteln, Melonen und verschiedene Soßen auf dem Tisch – oder besser gesagt auf einer Plastikdecke in der Mitte des Wohnzimmers, denn im Oman isst man traditionell auf dem Boden sitzend. Jeder bekommt einen Teller und bedient sich.

Eine weitere Besonderheit: Es wird ohne Besteck gegessen. Mit der rechten Hand – denn die linke gilt als unrein – wird der Reis mit der Soße zu kleinen Bällchen geformt; mit ein bisschen Übung hat das bei uns mehr oder weniger gut geklappt. Gleichzeitig lernen wir ein paar Brocken Arabisch dazu, etwa: „Das ist lecker“. Nach dem Essen reiben wir uns Parfüm in die Hände und wedeln Weihrauch in die Kleidung, um den Essensgeruch loszuwerden.

Danach wird Tee gereicht, wir sitzen mit der Familie im großen Wohnzimmer und werden nach unseren ersten Eindrücken gefragt und warum wir in den Oman gekommen sind. Zum Nachtisch, der wieder auf einer Decke auf dem Wohnzimmerboden verteilt wird, gibt es verschiedene süße Naschereien, Obstsalat, eine Art Pudding, Halwa genannt, und außerdem Quahwa – omanischen Kaffee. Danach verabschieden wir uns und machen noch einen kurzen Ausflug zum Souq, dem Marktviertel, nach Seeb, der gerade wieder öffnet, bevor wir nach einem Abstecher zum Strand zurück in unsere Unterkunft gebracht werden.

Offene Arme

Mit jedem Tag gewöhnen wir uns besser an dieses Land und seine Sitten. Die Freundlichkeit der Menschen ist wunderbar, überall werden wir mit offenen Armen empfangen. Gegen Abend wird die Hitze erträglich, die Sonnenuntergänge sind wunderschön anzusehen, wenn alles in goldenes Licht getaucht ist. Schon nach drei Tagen kann ich sagen, dass mich dieses Land verzaubert – auch wenn vieles anders ist als erwartet und vor allem vieles anders läuft als in Deutschland. Das bringt zwar auch jede Menge Probleme und verlangt Geduld von uns, doch damit werden wir, In schā'a llāh, schon fertig.

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In unserer campus.leben-Serie „Post aus...“ berichten sechs Studierende, zwei Doktorandinnen und ein Auszubildender von ihren Auslandsaufenthalten. Hier haben wir die neun Reisenden vorgestellt.