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Stipendiaten des „Berlin Program“ aus Nordamerika und Europa trafen sich zum Sommer-Workshop

30.06.2015

Beim Sommer-Workshop trafen ehemalige auf jetzige Stipentidaten des „Berlin Program“: Professorin Carol Hager (links) war 1991/92 Fellow und lernte nun ihre Nachfolgerin Deborah Barton kennen.
Beim Sommer-Workshop trafen ehemalige auf jetzige Stipentidaten des „Berlin Program“: Professorin Carol Hager (links) war 1991/92 Fellow und lernte nun ihre Nachfolgerin Deborah Barton kennen.

Einheit in der Vielfalt könnte das Motto des diesjährigen Sommer-Workshops des „Berlin Program for Advanced German and European Studies“ sein. Sozial- und Geisteswissenschaftler aus den USA, aus Kanada, Großbritannien, Norwegen und Deutschland trafen sich an der Freien Universität, um sich über das Thema „Gewalt, Unterdrückung und ziviler Ungehorsam“ auszutauschen. Zu den 38 Teilnehmenden gehörten sowohl ehemalige als auch aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten des „Berlin Program“. Mit dem Programm fördern die Freie Universität und die German Studies Association (GSA) fächerübergreifend Forschungsprojekte von nordamerikanischen Doktoranden und Postdoktoranden.

1991 kam Carol Hager als Post-Doktorandin aus den USA nach Berlin, um im Rahmen des Berlin Program an der Buchveröffentlichung ihrer Dissertation über Energiepolitik zu arbeiten. Inzwischen ist sie Professorin für Umweltpolitik am Bryn Mawr College in Pennsylvania und noch heute mit der Freien Universität und anderen Programmteilnehmern verbunden. Den Einladungen zu den jährlich stattfindenden Sommer-Workshops folgt sie gern: „Durch die Treffen ist ein richtiges Netzwerk aus nordamerikanischen und deutschen Wissenschaftlern entstanden“, sagt sie.

Generationen von Forschern verknüpfen

Die Verbindungen bestehen nicht nur zwischen Kontinenten, sondern auch zwischen den Forschergenerationen – davon profitieren Nachwuchswissenschaftler. Zu ihnen zählt Post-Doktorandin Deborah Barton von der University of Toronto, die als Historikerin über Frauen im Journalismus während des Dritten Reichs und der Nachkriegszeit in Deutschland forscht. Auch sie ist Stipendiatin des Berlin Program.

Ein Jahr lang leben und forschen die Stipendiaten in Berlin. Alle zwei Wochen bietet ein von Wissenschaftlern geleitetes Kolloquium an der Freien Universität die Möglichkeit, anderen Programmteilnehmern die eigene Arbeit zu präsentieren. „Ich finde es sehr hilfreich, Meinungen und Feedback von Wissenschaftlern aus anderen Fachrichtungen zu bekommen“, meint Historikerin Deborah Barton. Das ermögliche eine neue Perspektive auf die eigene Forschung und Methodik.

Die Netzwerkuniversität ausbauen

„Die Freie Universität ist der Knotenpunkt des Projekts“, sagt Carol Hager. „Und Projektkoordinatorin Karin Goihl ist das Herz des Programms.“ Auch Stipendiatin Deborah Barton hat bereits von den Bemühungen der Projektkoordinatorin, die Teilnehmer miteinander in Kontakt zu bringen, profitiert: „Mir wurde eine ehemalige Teilnehmerin vorgestellt, die zu einem ähnlichen Thema forscht. Jetzt sprechen wir über gemeinsame Forschungsprojekte.“ Damit trägt das Berlin Program zum Profil der Freien Universität als internationale Netzwerkuniversität bei.

Weitere Informationen

Berlin Program for Advanced German and European Studies

Die Bewerbungsrunde für Berlin-Program-Stipendien im akademischen Jahr 2016/17 endet am 1. Dezember 2015. Weitere Informationen zum Programm, Bewerbungsverfahren und den Stipendiaten finden Sie hier.

GSA Distinguished Lecture

Die German Studies Association (GSA) ist der nordamerikanische Kooperationspartner des Berlin Program.

Joy Calico, Professorin für Musikwissenschaft der Vanderbilt University, hält an der Freien Universität einen Vortrag zum Thema „Arnold Schoenberg’s A Survivor from Warsaw in Postwar Europe: Musical Remigration and Holocaust Commemoration in the Germanys“.

Darin beleuchtet sie die kulturelle Geschichte der Nachkriegszeit in Europa anhand der Rezeption von Arnold Schönbergs Melodram „Ein Überlebender aus Warschau“ in Ost- und Westdeutschland. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

Zeit und Ort

  • Dienstag, 30. Juni 2015, 18 bis 20 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Seminarzentrum Raum L115, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3)

Lesen Sie auch ein Interview mit Joy H. Calico in campus.leben.