Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Mitstreiter gesucht!

Nach einem Jahr in Jerusalem stand für Jurastudent Matthias Achenbach fest: Gegen den weltweiten Antisemitismus muss etwas getan werden

27.04.2015

Die Hochschulgruppe will auf Israel aufmerksam machen.
Die Hochschulgruppe will auf Israel aufmerksam machen. Bildquelle: istock / KeithBinns
Jurastudent Matthias Achenbach engagiert sich gegen Antisemistismus.
Jurastudent Matthias Achenbach engagiert sich gegen Antisemistismus. Bildquelle: Privat

Israel lässt ihn nicht los: Nach dem Abitur im Frühjahr 2013 absolvierte der Göttinger Matthias Achenbach ein freiwilliges soziales Jahr in Israel. Dort arbeitete er im Jerusalemer Büro der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und bei einer Tagespflegeeinrichtung für ältere Menschen. Mit der Gründung einer Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) will der 20-Jährige, der im zweiten Semester an der Freien Universität Berlin Jura studiert, nun die Freundschaft mit Israel fördern.

Herr Achenbach, woher kommt Ihr Interesse an Israel?

Schon als Schüler war ich Mitglied der Falken, der sozialistischen Jugend Deutschlands, und habe mich intensiv mit linkem Antisemitismus beschäftigt. Über die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste habe ich die Deutsch-Israelische Gesellschaft kennengelernt und im vergangenen Jahr ein Sommerlager mit 20 Jugendlichen aus Deutschland und Israel organisiert.

Nach meinem Aufenthalt in Israel wollte ich dann weiter politisch aktiv sein, mit dem Fokus auf diesem Land. Die DIG bot sich dafür an, weil sie ein überparteilicher Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Einzelpersonen ist, die sich für ein besseres Verständnis von Israel einsetzen. Ihren Ursprung hatte die DIG in Deutsch-Israelischen Studiengruppen, die erste entstand 1957 an der Freien Universität. Offiziell gegründet wurde die DIG 1966 in Bonn.

Wieso braucht die Freie Universität eine Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft?

Ich empfinde die Darstellung von Israel in den Medien und in der öffentlichen Diskussion oftmals als verzerrt. Der Antizionismus vieler Länder, die Israel umgeben – beispielsweise des Iran – wird meiner Meinung nach ignoriert und es wird ausgeblendet, dass Israel die einzige freie Demokratie im Nahen Osten ist. Deswegen ist es mir wichtig, dem etwas entgegenzusetzen. Aber vor allem auch die wachsende Zahl von antisemitisch motivierten Übergriffen in Deutschland war ein Auslöser für mich, diese Gruppe zu gründen. Man hat das auch im vergangenen Sommer gesehen, als auf sogenannten pro-palästinensischen Demonstrationen auch in Berlin schlimmste antisemitische Parolen gebrüllt wurden. Für uns gibt es sehr viele Gründe, sich für Israel einzusetzen. Diskussionen sind bei uns selbstverständlich gewünscht, aber die DIG bezieht eindeutig Stellung für Israel.

Welche Veranstaltungen planen Sie an der Freien Universität?

Wir starten am 27. April mit einer Buchvorstellung. Der Politikwissenschaftler Dr. Stephan Grigat wird sein Werk „Die Einsamkeit Israels“ vorstellen. Der Autor ist Dozent in Wien und in Graz, außerdem ist er Mitbegründer und wissenschaftlicher Direktor der Kampagne „Stop the Bomb“, die sich gegen die atomaren Pläne des Iran wendet. Grigat will mit seinem Buch die Bedrohungen ins Bewusstsein rufen, denen Israel ausgesetzt war und ist. Dabei geht es auch um die Legitimierungsversuche von antiisraelischem Terror durch Intellektuelle und um die Geschichte der israelischen Linken sowie ihre Schwierigkeiten, Antisemitismus als solchen zu erkennen.

Die Veranstaltung am 27. April ist unsere Gründungsveranstaltung. In den nächsten Monaten soll ein vielfältiges Programm entstehen. Wir sind bisher zu dritt und hoffen auf weitere Mitglieder, die unser Interesse an Israel teilen, der Schwerpunkt in der Hochschulgruppe soll auf den Themen Antisemitismus und Antizionismus liegen. Daneben organisiert auch das Junge Forum der DIG Berlin, in das die Hochschulgruppe integriert ist, verschiedenste Veranstaltungen.

Die Fragen stellte Lennart Paul


Auftaktveranstaltung

Diskussion mit Stephan Grigat, Poitikwissenschaftler und Autor des Buches "Die Einsamkeit Israels - Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung"

Zeit und Ort

  • Montag, den 27. April 2015, um 19.00 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Seminarzentrum, Raum L116, Habelschwerther Alle 45, 14195 Berlin. U-Bahnhof Dahlem-Dorf und Thielplatz (U3)

Im Internet:

www.facebook.com/events/1413986935573558/

Kontakt:

Matthias Achenbach, Sprecher der Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin, E-Mail: Jungesforum.berlin@digev.de