Freie Universität Berlin


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Modell für die Zukunft

Bei der SchülerUni „Nachhaltigkeit + Klimaschutz“ überlegen sich Kinder heute Lösungen für die Probleme von morgen

24.09.2014

Die Umwelt im Blick: Bei der Schüleruni lernen Kinder, was nachhaltig leben bedeutet.
Die Umwelt im Blick: Bei der Schüleruni lernen Kinder, was nachhaltig leben bedeutet. Bildquelle: Karola Braun-Wanke

Mit dem Schraubendreher in der einen und dem Elektromotor in der anderen Hand beugen sich die Schülerinnen und Schüler einer sechsten Klasse des Werner-von-Siemens Gymnasiums über einen blauen Metallrahmen. Ihre Aufgabe: Ein möglichst schnelles Elektro-Modellauto zu bauen. Dabei geht es um mehr als Spielerei: Die elf- und zwölfjährigen Teilnehmer des Workshops „Vorfahren – Aus was besteht ein Auto?“ beschäftigen sich mit dem Thema Mobilität. Wie funktioniert eigentlich ein Auto? Welche Energiequellen können wir nutzen? Und auf welche sollten wir in Zukunft setzen? Mit diesen und ähnlichen Fragen haben sich 1600 Schülerinnen und Schüler in 65 Mitmachworkshops der SchülerUni „Nachhaltigkeit + Klimaschutz“ von September an der Freien Universität auseinandergesetzt.

Nach und nach nehmen die Fahrzeuge in dem Seminarraum Gestalt an. Während an manchen Tischen Nachwuchsdesigner an farbenfrohen Karosserien mit ausgefallenen Verzierungen arbeiten, tüfteln andere, zu Ingenieuren gewordene Sechstklässler, an der Kraftübertragung vom Motor zu den Achsen.

Die intensive Beschäftigung mit der Funktionsweise eines Autos zeige den Schülern, was dahinter stecke, wenn man „mal eben so“ von A nach B mit dem Auto fahre, sagt Karola Braun-Wanke vom Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität. Sie ist die Projektleiterin der themenfokussierten SchülerUni. Eine ganze Menge Technik nämlich – die es bei der SchülerUni zum Anfassen und Ausprobieren im Kleinformat gab.

Blick nach vorn

Das Motto der SchülerUni-Programme im März und September war das Jahresthema der UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung: „Brücken in die Zukunft“. Wie fahren unsere Autos, wenn nicht mehr auf Erdöl als Brennstoff zurückgegriffen werden kann? An Antworten und Ideen der Schülerinnen und Schüler mangelte es nicht. Vom Solarpanel auf dem Dach bis hin zum „kleinen Windkraftwerk obendrauf“ machten sich die Nachwuchs-Klimaschützer Gedanken über Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

Biogas und Klimafrühstück

Auch in anderen Workshops richtete sich der Blick in die Zukunft. Egal ob es um Ernährung, Energiegewinnung, Globalisierung oder den ganz normalen Alltag ging – das Thema Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit stand stets im Mittelpunkt.

Im Workshop „Biogas – Die Kuh macht es, wir auch!“ stellten die Teilnehmer aus schrumpeligem Gemüse und altem Käse selber Biogas her. Appetitlicher ging es beim „Klimafrühstück“ zu: Anhand von leckeren Frühstücksgerichten beschäftigten sich die Schüler, die aus zahlreichen Berliner Bezirken nach Dahlem gekommen waren, intensiv mit der Herkunft der Lebensmittel. Woher kommen die Früchte in unserer Marmelade? Woher der Käse und die Wurst?

Referentinnen und Referenten der BUNDjugend Berlin, des Naturschutzbundes Berlin, des Junior Campus des Deutschen Technikmuseums oder anderer Organisationen betreuten die Schüler in den insgesamt 65 Workshops und luden zum Diskutieren, Entdecken und Mitmachen ein.

SchülerUni „Nachhaltigkeit + Klimaschutz

Das Bildungsformat der SchülerUni wurde 2005 vom Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität entwickelt. Von der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ wurde es 2009/10, 2011/12 und 2013/14 als vorbildliches Projekt für „Nachhaltigkeit Lernen“ ausgezeichnet.

Seit 2012 ist die SchülerUni offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“. 2013 hat der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung die SchülerUni als innovatives Bildungsformat mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N“ ausgezeichnet.

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, der US-amerikanischen Botschaft, den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) und der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft.