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Spielend Fuß fassen

Die Dahlem Research School bereitet Promovierende mit einem neuen Programm auf Berufe außerhalb der Universität vor

04.09.2014

Carla Pritsch, Jana Sachsenröder, Kathrin Griß (v.l.n.r.) arbeiten beim Planspiel an ihrer Unternehmensstrategie.
Carla Pritsch, Jana Sachsenröder, Kathrin Griß (v.l.n.r.) arbeiten beim Planspiel an ihrer Unternehmensstrategie. Bildquelle: Jan Hambura
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Durchgangs von DRS Pro Business mit Trainern und Organisatoren des Programms.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Durchgangs von DRS Pro Business mit Trainern und Organisatoren des Programms. Bildquelle: Alexander Kappe

Der Übergang von der Promotion in den Beruf wird Doktoranden der Dahlem Research School (DRS) durch ein neues Weiterbildungsangebot erleichtert: Ein Unternehmensplanspiel, eine Einführung in die Betriebswirtschaftslehre und Kurse zu Schlüsselkompetenzen bereiten die Teilnehmer des Programms DRS Pro Business auf verantwortliche Positionen in der Wirtschaft, im öffentlichen Sektor oder auf die Selbstständigkeit vor. Neun Frauen und sechs Männer im letzten Jahr ihrer Promotion haben an dem ersten Durchgang teilgenommen.

Santa Beach ist eine malerische Südseeinsel mit zwei Buchten und bis zu fünf Meter hohen Wellen. Alljährlich findet dort ein weltberühmter Surf-Cup statt. Der Ort dient als fiktive Umgebung für ein Planspiel, in dem die 15 Doktorandinnen und Doktoranden in fünf frei erfundenen Unternehmen gegeneinander antreten. Die Aufgabe der neun Naturwissenschaftler und sechs Geisteswissenschaftler: Zwei Tage lang sollen sie von 8 bis 18 Uhr Surfbretter „produzieren“ und „verkaufen“.

Carla Pritsch, Jana Sachsenröder und Kathrin Griß wollen bei der Simulation nicht gestört werden. Sie haben schließlich nur noch zehn Minuten, um ihre strategischen Entscheidungen für das kommende Halbjahr abzugeben. Die Doktorandinnen der Psychologie, Biologie und Medizin sind mit fiktiven 40.000 Euro Eigenkapital gestartet und erwirtschaften als erstes der fünf Teams Gewinne.

Hochwertige oder preiswerte Ware?

„Wollen wir den Preis um zehn Euro erhöhen?“, diskutieren sie. „Wollen wir wirklich so viel Kredit aufnehmen?“ Nachdem sie verschiedene Posten in ihr Excel-basiertes Planungstool eingegeben haben, einigen sich die drei auf einen Verkaufspreis von 510 Euro pro Surfbrett, die Aufnahme eines Kredits über 20.000 Euro und den Verzicht auf Werbemaßnahmen – und werden „Preis-Leistungs-Sieger“, verkündet Katrin Stufler, die gemeinsam mit Reiko Fischer das Simulationsspiel leitet.

„Die Teilnehmer müssen sich überlegen, wie sie sich positionieren möchten: Wollen sie lieber hochwertige oder doch preiswerte Ware verkaufen“, erklärt Stufler. Discounter seien durch kleine Gewinnmargen beispielsweise krisenanfälliger als Luxushersteller. Etwas, was die Teilnehmer beachten müssen, da während des Spiels die Konjunkturphasen wechseln.

Die Dahlem Research School hat DRS Pro Business in diesem Sommersemester zum ersten Mal angeboten und dabei eng mit profund, der Gründungsförderung der Freien Universität, und dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zusammengearbeitet. Ermöglicht wird das Programm durch die „Entrepreneurial Network University“, einer gemeinsamen Strategie der Freien Universität und der Charité-Universitätsmedizin, die im Wettbewerb „Exist Gründungskultur – die Gründerhochschule“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgezeichnet wurde und mit 2,8 Millionen Euro gefördert wird.

Von der Wissenschaft in die Wirtschaft

In dem Planspiel nehmen die Doktoranden die Rolle von Führungskräften ein und machen sich mit typischen Entscheidungssituationen von Managern und Unternehmensgründern vertraut. Zusätzlich besuchen die Teilnehmer semesterbegleitend einen BWL-Kurs und können sich in mehreren Veranstaltungen wichtige Schlüsselkompetenzen für den zukünftigen Beruf aneignen.

„DRS Pro Business soll den Doktoranden den Übergang in Berufsfelder außerhalb der Universität erleichtern“, sagt Berit Carmesin, Referentin an der DRS. „Denn ein großer Teil der Promovierenden arbeitet später nicht in der Wissenschaft.“ Damit bilde die Universität die Doktoranden nicht nur für den eigenen Wissenschaftsbetrieb aus, sondern auch für Führungsaufgaben im öffentlichen Sektor und in der freien Wirtschaft.

„Natürlich sind die Doktoranden nach der Simulation keine Betriebswirte“, sagt Trainerin Katrin Stufler. „Dafür können sie aber handlungsorientiert arbeiten, eine Bilanz lesen oder auch eine Wettbewerbsanalyse erstellen. Alle nehmen mit, dass man Betriebswirtschaftslehre erlernen kann.“

Weitere Informationen

DRS Pro Business

  • Das Programm der Dahlem Research School der Freien Universität wird im Sommersemester 2015 wieder angeboten.
  • Für das Wintersemester 2014/15 ist ein Programm speziell für gründungsinteressierte Promovierende und Postdocs geplant.

Details unter

  • profund – die Gründungsförderung der Freien Universität