Ein Studierendenmagnet

Austauschprogramm „Erasmus“ wird 25 Jahre alt – Freie Universität von Beginn an dabei

31.08.2012

Insgesamt 33 europäische Länder nehmen am Austauschprogramm "Erasmus" teil.
Insgesamt 33 europäische Länder nehmen am Austauschprogramm "Erasmus" teil. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Als vor 25 Jahren, im Juni 1987, das europäische Studierendenaustauschprogramm „Erasmus“ gegründet wurde, war die Freie Universität gleich unter den ersten Hochschulen, die Studierende empfingen und entsandten. Zu Beginn lief der Austausch über ihr Sprachenzentrum, später über alle Fachbereiche. Mit zehn entsandten Studierenden pro Jahr ging die Freie Universität an den Start, steigerte sich aber schnell auf mehr als 100 und schickt heute 550 auf die Reise. Damit liegt sie bundesweit an der Spitze. Doch damit nicht genug – die Freie Universität nimmt auch über 1000 Erasmus-Teilnehmer im Jahr auf und ist dadurch Jahr für Jahr die beliebteste deutsche Universität für ausländische Studierende.

Woran das liegt, das kann Gesa Heym-Halayqa, die an der Freien Universität das Erasmus-Programm betreut, nicht mit letzter Sicherheit sagen, denn eine systematische Befragung zu den Gründen gibt es nicht. „Das breite Fächerspektrum könnte ein Grund sein, ebenso das vielfältige Angebot an Regionalwissenschaften“, vermutet sie. Auch die über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte zu vielen ausländischen Hochschulen und die gute Betreuung der Gaststudierenden hätten sich in Europa herumgesprochen. „Auch der Standort Berlin ist sicher ein wichtiger Faktor für Gast-Studierende.“

Insgesamt 33 europäische Länder nehmen an Erasmus teil. Die jährlichen Kosten von rund 450 Millionen Euro werden aus dem EU-Haushalt finanziert. Als Gasthochschule sind nur Universitäten wählbar, mit der die entsendende Uni einen bilateralen Vertrag hat – die Freie Universität hat 1000 solcher Verträge mit Fachbereichen an 320 Partnerhochschulen in Europa abgeschlossen, auch das bundesweit ein Rekord.

Freie Universität besonders interessant für ausländische Studierende

Voraussetzung für den in der Regel einsemestrigen Aufenthalt im europäischen Ausland ist lediglich ein Studienplatz an der Entsende-Uni. Das Erasmus-Programm übernimmt die Reise- und Studienkosten. So können auch Studierende von Universitäten, die keine Studiengebühren erheben, einen kostenlosen Aufenthalt etwa an einer teuren englischen Universität absolvieren, an der normalerweise hohe Semester- und Bibliotheksgebühren fällig wären.

Einige Hochschulen sind so interessant für ausländische Studierende, dass sie wesentlich mehr Gäste aufnehmen, als sie entsenden. Die Freie Universität gehört dazu – ihre Quote beträgt etwa 2:1. Doch natürlich schauen auch ihre Studierenden sich an anderen europäischen Hochschulen um. Am meisten interessieren sich Studierende der Politik- und Sozialwissenschaften für einen Aufenthalt außerhalb Deutschlands, gefolgt von den Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlern.

Studierende zieht es nach Frankreich, Spanien oder Großbritannien

„Naturwissenschaftler hingegen kommen oft erst im Masterstudium zu uns“, sagt Gesa Heym-Halayqa. Wer Deutsch als Fremdsprache, Kulturanthropologie oder Management & Marketing studiert, muss sogar ein Pflichtauslandssemester absolvieren. Die meisten Studierenden der Freien Universität zieht es nach Frankreich, Spanien und Großbritannien; auch Schweden, die Niederlande und Norwegen sind beliebt, weil dort Englisch gut verstanden wird.

Und wem Europa nicht genug ist, dem bietet die Freie Universität –  ohnehin schon deutscher Meister im Studierendenaustausch – auch noch zahlreiche andere und eigene Programme an, mit denen für ein Semester etwa an amerikanische Top-Universitäten gewechselt werden kann. Ganz wie man es von einer Universität erwarten darf, die im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder mit ihrem Konzept der internationalen Netzwerkuniversität erneut überzeugt hat.