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Vom Hörsaal auf den freien Markt

Ausgründer stellen sich an ihren ehemaligen Fachbereichen vor / Am 12. Dezember am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

09.12.2011

Gründen oder nicht gründen: Zunächst ist alles graue Theorie. Wer wissen möchte, wie es Absolventen ergangen ist, die den Schritt vom Hörsaal auf den Markt gewagt haben, sollte am 12. Dezember am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zuhören.
Gründen oder nicht gründen: Zunächst ist alles graue Theorie. Wer wissen möchte, wie es Absolventen ergangen ist, die den Schritt vom Hörsaal auf den Markt gewagt haben, sollte am 12. Dezember am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zuhören. Bildquelle: Sabine Hellwig
Robert Greve hat ein Lehramtsstudium absolviert und ist mit dem Unternehmen "Studenten machen Schule" erfolgreich auf dem Markt.
Robert Greve hat ein Lehramtsstudium absolviert und ist mit dem Unternehmen "Studenten machen Schule" erfolgreich auf dem Markt. Bildquelle: Sabine Hellwig
Der Psychologe Emanuel Albert hat sich mit dem Start-up „Motivado“ selbstständig gemacht, einem Portal für Online-Coaching.
Der Psychologe Emanuel Albert hat sich mit dem Start-up „Motivado“ selbstständig gemacht, einem Portal für Online-Coaching. Bildquelle: Sabine Hellwig
Strategien gegen Mobbing entwickeln und vermitteln: Anton Walcher hat an der Freien Universität Psychologie studiert und sich mit Kirsten Zimmermann und Stephan Warncke mit "stravio" selbstständig gemacht.
Strategien gegen Mobbing entwickeln und vermitteln: Anton Walcher hat an der Freien Universität Psychologie studiert und sich mit Kirsten Zimmermann und Stephan Warncke mit "stravio" selbstständig gemacht. Bildquelle: Sabine Hellwig

Robert Greve hat es gewagt: Mit seinen ehemaligen Kommilitoninnen Jasmin Bildik und Lisa Eineter gründete der Lehramtsstudent im Jahr 2009 das Programm „Studenten machen Schule“. Wie es ihm als Absolvent eines sozialwissenschaftlichen Studiengangs ohne vorherige Marktkenntnisse ergangen ist, welche Herausforderungen zu meistern waren – davon berichtete der Jungunternehmer kürzlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Praxislektionen – Vom Hörsaal in die Chefetage“ am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie.

Mit Studenten Schule machen

Eines machte Robert Greve gleich in seiner ersten Präsentation deutlich: als Unternehmer dürfe man nicht nur Profit im Sinn haben. Mit seinen Mitgründerinnen und dem gemeinsam entworfenen Programm „Studenten machen Schule“ wollte Greve vielmehr dort ansetzen, wo in Schulen Ressourcen fehlen. „Studenten machen Schule“ bietet Workshops und Methodentrainings für Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen an.

Die Dozenten – sogenannte Teamer – sind Lehramtsstudierende, die auf diese Weise schon während des Studiums Praxiserfahrung sammeln können. Zu den Themen der Workshops gehören wissenschaftliches Arbeiten, Präsentationstechnik oder Lernmethoden – Kenntnisse, die Studierende in der Regel gut beherrschen und deshalb weitergeben können. Finanziert wird der studentische Einsatz aus dem Personalkostenbudget der Schulen. In der Gründungsphase wurde das Team um Robert Greve von profund unterstützt, der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin. Inzwischen nehmen rund 150 Schulen in mehreren Bundesländern an dem Programm teil, 100 Teamer sind im Einsatz. Sie würden übertariflich bezahlt, betonte Greve, der zugleich Unternehmer und Gewerkschaftler ist.

Strategien gegen Mobbing

Auch die Ausgründung „stravio“ – die Abkürzung steht für „stragecies against violence“ – beschäftigt sich mit Schule: Kirsten Zimmermann, Anton Walcher und Stephan Warncke, alle Diplom-Psychologen und wissenschaftliche Mitarbeiter der Freien Universität, helfen dabei, in Schulen Strategien gegen Mobbing umzusetzen. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Arbeitsbereich Entwicklungswissenschaft und Angewandte Entwicklungspsychologie dienen als Grundlage für maßgeschneiderte Konzepte zur Gewaltprävention.

Retter der einsamen Herzen

Abschließend berichtete der Psychologe Emanuel Albert über das Start-up „Motivado“, ein Portal für Online-Coaching: Wer Rat bei persönlichen Problemen sucht, kann bei „Motivado“ individuelle, interaktive Video-Coachings abonnieren – vom virtuellen Diätberater bis zum Helfer für einsame Herzen, die ihren Partner zurückgewinnen wollen. Eine Kostprobe seines Könnens als Coach erhielten die Zuhörer durch Emanuel Alberts Präsentation, die viele Ratschläge für eine Gründerkarriere enthielt.

Die drei Start-ups präsentierten ihre Unternehmen mit sichtlicher Freude. Auf die Frage einer Zuhörerin, ob man ein „Gründer-Gen“ benötige, um erfolgreich zu sein, betonten Greve und Walcher, dass man vor allem echte Freude an dem haben müsse, was man tue und das Gründerdasein leben müsse. Sie würden mit ihrer Idee zwar nicht reich, aber das dürfe auch nicht der primäre Gedanke bei der Gründung eines Unternehmens sein. Wer sich am liebsten in Anzug und Krawatte sehe, nur, um das schnelle Geld zu machen, werde mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern.

Das Fazit der ersten Praxislektion: Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist spannend und herausfordernd. Aber auch diejenigen, die einen solchen Weg für sich ausschließen, konnten Eindrücke aus der Arbeitswelt gewinnen, die man sich als noch praxisferner Student nicht entgehen lassen sollte.

Weitere Informationen

Nächste Veranstaltung der Reihe Praxislektionen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

  • 12. Dezember 2011, 16.00-18.00 Uhr,
  • Hörsaal 103, Garystraße 21, 14195 Berlin

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