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Wo liegt Europa? Mitten in Berlin!

Gaststudierende der Freien Universität gehen in Berliner Schulen und stellen dort ihr Heimatland vor

12.05.2011

Die spanische Austauschstudentin Paloma Marín Arraiza stellt Schülern ihre Heimat vor
Die spanische Austauschstudentin Paloma Marín Arraiza stellt Schülern ihre Heimat vor Bildquelle: Marina Kosmalla
„Unglaublich viele Fragen“ stellten die Sechstklässler Marta Kozlowska über Alltagsleben, Sprache, Feiertage und Schule in Polen
„Unglaublich viele Fragen“ stellten die Sechstklässler Marta Kozlowska über Alltagsleben, Sprache, Feiertage und Schule in Polen Bildquelle: Marina Kosmalla
Monika Helbig (6.v.l.) und Matthias Petschke (7.v.l.) bedankten sich  beim Berliner Team von Europa macht Schule unter der Leitung von Anica Schlomm (5.v.l.) für ihr Engagement
Monika Helbig (6.v.l.) und Matthias Petschke (7.v.l.) bedankten sich beim Berliner Team von Europa macht Schule unter der Leitung von Anica Schlomm (5.v.l.) für ihr Engagement Bildquelle: Alexander Lange
Wie heißt die Hauptstadt Spaniens? – Spielerisch machten sich die Schüler mit der Geschichte, Politik und Kultur Spaniens vertraut
Wie heißt die Hauptstadt Spanien? – Spielerisch machten sich die Schüler mit der Geschichte, Politik und Kultur Spaniens vertraut Bildquelle: Marina Kosmalla

„Sonne, Meer, Ballermann und Stierkampf“ – Die 21-jährige Physikstudentin aus dem südspanischen Granada lacht, als sie hört, was den Zwölftklässlern zu Spanien einfällt. Paloma Marín Arraiza verbringt als Erasmus-Austauschstudentin ein Jahr an der Freien Universität und hat an dem Programm „Europa macht Schule e.V.“ teilgenommen. Dessen Ziel ist es, Europa lebendig werden zu lassen, indem internationale Gaststudierende in Grund- und Oberschulen gehen und dort Schülern das eigene Land vorstellen.

„Die Schüler waren fabelhaft und haben fleißig mitgearbeitet“, erzählt Paloma. „Wir haben mit verschiedenen Spielen Fragen zur Geschichte, Politik, Geografie und Kultur Spaniens behandelt. Die Idee von ‚Europa macht Schule‘ finde ich großartig, da die Schüler viel über andere Länder lernen und dadurch Vorurteile abbauen können.“

In drei bis fünf Besuchen gestalten Studierende und Schüler den Unterricht gemeinsam: kochen, basteln, singen, tanzen – Die Umsetzung des Projekts soll möglichst kreativ sein und die Schüler ihrem Alter entsprechend einbeziehen.

Voraussetzung, um an „Europa macht Schule“ teilnehmen zu können, ist die Herkunft aus einem europäischen Land und die Immatrikulation an einer deutschen Universität. „Über die Hälfte der diesjährigen Teilnehmer kommen von der Freien Universität“, sagt Anica Schlomm. „Die Zusammenarbeit mit dem dortigen Erasmus-Büro klappt sehr gut.“ Die 21-Jährige studiert Betriebswirtschaftslehre in Dahlem und arbeitet seit zwei Jahren ehrenamtlich für das Programm. Im vergangenen Oktober hat sie die Standortkoordination für Berlin übernommen.

Stichwort Europa

Als „ein bisschen europafixiert“ beschreibt sich Marta Kozlowska. „Wenn ich Europa nur höre, bin ich sofort interessiert.“ Die 26-jährige Studentin aus Polen kam im September 2009 über ein Erasmus-Programm nach Berlin. „Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich nach dem Auslandsjahr gleich für den Masterstudiengang Soziologie – Europäische Gesellschaften an der Freien Universität eingeschrieben habe.“ Sie freut sich, dass sie auf diese Weise schon zum zweiten Mal an „Europa macht Schule“ teilnehmen konnte.

Europa ins Klassenzimmer holen

Vergangenes Jahr hat die Polin mit einer 10. Klasse ein Planspiel zum Thema Regimewandel veranstaltet. Jeder Schüler bekam eine Rolle und eine Woche lang Zeit, um zu recherchieren und sich vorzubereiten. „Das war sehr interessant. Die Jugendlichen hatten sich verkleidet und sahen wirklich gut aus.“

Dieses Jahr wollte Marta etwas Anderes machen, sie besuchte zwei Grundschulen. „Den acht bis neun Jahre alten Kindern habe ich eine polnische Sage erzählt – Die Legende vom Drachen unterm Wawel“, erzählt Marta über eines der Projekte. „Im polnischen Volksglauben hauste der Drache in einer Höhle unter dem Wawel, dem Schloss der polnischen Könige. In Polen kennen alle Kinder diese Geschichte.“

„Alle Projekte haben eine spannende Seite“

Der 2006 gegründete Verein Europa macht Schule e.V. existiert mittlerweile in 33 deutschen Städten. Zum Abschluss des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) geförderten Programms gibt es in jedem Hochschulort eine Abschlusspräsentation der Projekte.

In Berlin fand die Feier vergangene Woche im Festsaal des Berliner Rathauses statt. Staatssekretärin Monika Helbig, Europabeauftragte des Landes Berlin, und Matthias Petschke, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland, waren beeindruckt von der Kreativität der Schüler sowie dem Engagement der Lehrer und des Teams von Europa macht Schule.

„Es gibt jedes Mal viele verschiedene Projekte, und alle haben eine spannende Seite“, sagt Anica. So konnten die Besucher der Abschlussfeier „Spanier, ärgere dich nicht!“ spielen, bei einem Quiz Leckereien aus der Türkei gewinnen und einen selbstgedrehten finnischen Kurzfilm anschauen. Martas Klasse hat mit Freude ihre selbst gebastelten Plakate über berühmte Polen und polnische Feste gezeigt.