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Ein Stall als Brutstätte für Ideen

Nachwuchswissenschaftler sprechen mit Universitätspräsident Peter-André Alt über ihre Förderung

22.02.2011

Pro Tisch ein Thema und 30 Minuten Zeit.
Pro Tisch ein Thema und 30 Minuten Zeit. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Die Nachwuchswissenschaftler hielten ihre Ideen auf Papier fest.
Die Nachwuchswissenschaftler hielten ihre Ideen auf Papier fest. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Ideenwerkstatt im Pferdestall der Domäne Dahlem.
Ideenwerkstatt im Pferdestall der Domäne Dahlem. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Die Ideenwerkstatt diente auch dem Austausch unter Nachwuchswissenschaftlern.
Die Ideenwerkstatt diente auch dem Austausch unter Nachwuchswissenschaftlern. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Sogar der Hahn krähte ein paar laute Kikerikis und durchdrang mit seiner energischen Stimme die Fenster des „Alten Pferdestalls“ in der Domäne Dahlem: Diskussionsbereitschaft, Kommentare und Gedanken waren gefragt bei der ersten Ideenwerkstatt, die das Präsidium der Freien Universität für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler dort ausrichtete. 54 Promovierende, Postdocs und Juniorprofessoren waren der Einladung gefolgt und diskutierten darüber, wie sich die Nachwuchsförderung an ihrer Hochschule weiter verbessern lässt.

Eine wissenschaftliche Laufbahn gleicht oftmals einem Hürdenlauf: Wie kann der Nachwuchs die steigenden Anforderungen an Publikationen, interdisziplinärer Zusammenarbeit und dem Erwerb von Drittmitteln bewältigen? Wie lassen sich wissenschaftliche Karriere und Familie vereinbaren? Wie kann beispielsweise der Übergang von der Promotion zur Postdoc-Phase erleichtert werden? Wodurch könnte man die internationale Vernetzung und Mobilität des wissenschaftlichen Nachwuchses weiter fördern? Diese und andere Fragen klärten die Teilnehmer an verschiedenen Diskussionstischen.

Pro Tisch ein Thema und 30 Minuten Diskussionszeit

Auf knarrenden Holzdielen wanderten die Wissenschaftler von Tisch zu Tisch, um sechs ausgewählte Aspekte der Nachwuchsförderung zu besprechen. Pro Tisch gab es ein Thema und 30 Minuten Diskussionszeit. Die Teilnehmer schrieben ihre Ideen mit farbigen Filzstiften auf Papiertischdecken und filterten anschließend die wesentlichen Punkte heraus.

Universitätspräsident Professor Peter-André Alt hatte die Nachwuchswissenschaftler schon am Morgen besucht und ihnen das Zukunftskonzept der Freien Universität bis zum Jahr 2017 erläutert. Am Nachmittag kam er erneut zu dem Workshop, um sich die Ideen des wissenschaftlichen Nachwuchses anzuhören.

Vorschlag: neben dem „Welcome Center“ ein „Departure Center“

Die Nachwuchswissenschaftler äußerten den Wunsch nach einer individuellen Beratung, wenn sie etwa nach einem Master-Studium in die Promotion einsteigen oder um sich als Postdoktoranden über die weiteren Karriereoptionen zu informieren. Außerdem regten sie an, neben dem an der Dahlem Research School als Orientierungshilfe für neue Doktoranden aus dem Ausland eingerichteten „Welcome Center“ auch ein „Departure Center“ anzubieten, das Unterstützung bereithält für Auslandsaufenthalte hiesiger Wissenschaftler. Ein viel diskutiertes Thema war der Wunsch des regelmäßigen Austauschs mit anderen jungen Forschern. Eine weitere Idee war es, einen Mentoren-Pool mit Professoren einzurichten, die in der Hochschullehre bereits erfahren sind und den Nachwuchswissenschaftlern zur Seite stehen können.

"Anregend und bereichernd"

Präsident Alt zeigte sich offen für die Vorschläge der Teilnehmer und sprach mit ihnen darüber, wie man sie umsetzen könnte. Kirill Dmitriev, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Semitistik und Arabistik, freute sich über das Zustandekommen der Ideenwerkstatt: „Ich fand die Veranstaltung wirklich anregend und bereichernd, man sollte ein solches Forum weiterhin anbieten und es auch für einen größeren Teilnehmerkreis öffnen. Ich finde es sehr gut, dass wir direkt mit dem Präsidenten sprechen konnten.“