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Studierende häufig Opfer von Einbrechern

Berliner Polizei informiert über kostengünstige Sicherheitsmaßnahmen für Bewohner von Altbau-Wohnungen

15.07.2010

Studenten, die in Altbauwohnungen leben, werden immer häufiger Opfer von Einbrüchen
Studenten, die in Altbauwohnungen leben, werden immer häufiger Opfer von Einbrüchen Bildquelle: Jan Hambura

Studenten, die in Altbauten wohnen, werden immer häufiger Opfer von Einbrüchen. Die Berliner Polizei informiert darüber, wie sich Mieter kostengünstig und effektiv schützen können: Jens-Oliver Heuer, Referent der Zentralstelle für Prävention des Landeskriminalamts Berlin, im Gespräch mit campus.leben.

Sie haben die Aktion „Kantenriegel“ ins Leben gerufen. Warum?

Gerade in Altbauwohnungen gibt es häufig doppelflügelige Eingangstüren. Bei diesen ist der Standflügel mit zwei Kantenriegeln gesichert, jeweils einem oben und einem unten. Das reicht aber nicht. Das wissen auch die Einbrecher, die sich auf Altbauten spezialisiert haben und greifen ganz gezielt diese Wohnungstüren an. Man muss nur den Fuß gegen die Tür stellen und den Kantenriegel von außen mit einem Draht oder einer Klinge öffnen. Doppelflügeltüren sind instabil und geben schnell nach. Die Täter, häufig Jugendliche, hinterlassen auf diese Weise keine Spuren.

Warum sind von den Einbrüchen mit der Methode „Ziehen der Kantenriegel“ besonders viele Studenten betroffen?

Vor allem in den Bezirken Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Wedding leben in den Altbauwohnungen viele Studenten: Die großen Wohnungen in diesen Bezirken sind ideal für Wohngemeinschaften. Auf die haben es die Einbrecher besonders abgesehen. Dort können sie gleich drei oder vier Notebooks, Netbooks, Handys oder Fernseher erbeuten. Wenn ein Einbrecher vier Namen auf einem Klingelschild sieht, denkt er sich: Bevor ich in vier verschiedene Wohnungen einbreche, steige ich lieber in eine einzige ein. Studenten besitzen in der Regel moderne Geräte, die Einbrecher gut an Hehler verkaufen können.

Was können Mieter tun, deren Wohnungstür so ungesichert ist?

Man braucht nur zwei Schrauben für unten und oben. Diese muss man in die beiden Kantenriegel schrauben. Das kostet gerade einmal ein paar Cent. Die Täter profitieren davon, dass das Holz morsch ist. Sie drücken es ein bisschen auf und können den Riegel dann mit einem Schraubendreher von außen herunter drücken. Auf diese Weise entstehen noch nicht einmal Spuren oder Beschädigungen an der Eingangstür. Mit zwei kleinen Schrauben kann man dem entgegenwirken. Um diese anzubringen, muss man noch nicht einmal den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Wir haben eine gute Bebilderung (siehe: unter "Links zum Thema" rechts oben auf dieser Seite), die das Anbringen der Schrauben illustriert. Weitere Informationen, auch über zusätzliche kostengünstige Sicherungskonzepte, findet man auf unserer Internetseite www.polizei-beratung.de.

Wie können sich Studenten beispielsweise in Studentenwohnheimen vor Einbrechern schützen?

Das ist ganz schwierig. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Sicherheit erst oben an der eigenen Wohnungstür anfängt. Die Eingangstür zum Wohnheimgebäude wird nämlich häufig offen gelassen. Das soll auch so sein. Es ist alles etwas lockerer. Die Mieter sollten ihre Wohnungstür deshalb wenigstens zwei Mal abschließen, damit die Tür nicht aufgestoßen oder mit einem Tritt bezwungen werden kann.

Die Fragen stellte Jan Hambura