Freie Universität Berlin


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„Studenten machen Schule“

Lehramtsstudenten der Freien Universität bauen ihr Gründerprojekt zur Unternehmergesellschaft aus

01.04.2010

Die Organisatoren von S.W.i.M (v.l.n.r.): Robert Greve, Jasmin Bildik, Anne Piezunka, Lisa Stock
Die Organisatoren von S.W.i.M (v.l.n.r.): Robert Greve, Jasmin Bildik, Anne Piezunka, Lisa Stock Bildquelle: Bastienne Schulz

Die Gründungsförderung der Freien Universität profund half Lehramtsstudenten, eine Idee umzusetzen − zunächst für ein Jahr. Mittlerweile hat sich der damalige Verein academiq e.V. zur erfolgreichen Unternehmergesellschaft „Schlüsselqualifikation, Wissenschaftsvorbereitung und interaktive Medien“ (S.W.i.M) entwickelt.

Zwischen dem üblichen Büromobiliar sticht ein selbst gebasteltes Wandbild hervor, ein großes Papp-Plakat mit bunter Schrift und Papierwolken. „Die Wölkchen repräsentieren die unterschiedlichen Workshops. Darunter sind die entsprechenden Einzelmodule aufgelistet“, erklären Lehramtsstudenten ihr Programm „Studenten machen Schule“ bildlich. Nachdem die Abiturprüfungen vor einigen Jahren um Aufgaben erweitert wurden, bei dem  Schüler an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden, kam Robert Greve eine Idee: „Wer könnte die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens besser lehren als Lehramtsstudenten?“

Aus dieser Idee entstand 2007 die heutige Unternehmergesellschaft S.W.i.M, ein Projekt der Studierenden Robert Greve, Lisa Stock und Jasmin Bildik. Mit Hilfe der Gründungsförderung der Freien Universität profund gründeten sie zunächst den Verein academiq e.V. und eröffneten 2008 dann den ersten studentisch selbstverwalteten Lernort für Schüler und Studierende.

Eigenverantwortlich vor der Klasse stehen – als Bachelorstudent

„Als Lehramtsstudent für Bachelor bekommt man nicht mit, was es bedeutet, eigenverantwortlich vor einer Klasse zu stehen. Aber genau das passiert hier auf breiter Basis sehr systematisch, täglich“,  erklärt Greve. Studierende bieten wöchentlich parallel zu ihrem Studium mehrere Workshops an verschiedenen Schulen an, verdienen sich so etwas Geld dazu und haben regelmäßige Lehrerfahrung. Finanziert werden die Trainings zum wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Personalkostenbudget der Schulen.

Die Workshop-Struktur ist darauf ausgerichtet, dass nachhaltig und langfristig mit den Schulen gearbeitet werden kann. Das Programm für die Oberstufe wurde inzwischen auf die Grundschule erweitert, wo etwa Lern- und Präsentationsmethoden vermittelt werden. Zwei neue Projekte laufen im Sommer 2010 an, darunter die Seminarreihe „Klasse+-Lehrer“ für Lehramtsstudenten und Referendare.

Studierenden, Schüler und Lehrer sind begeistert

Das Konzept von S.W.i.M. geht auf: Etwa 100 Berliner Schulen haben bisher die Kurse gebucht, rund 10000 Schüler an den Trainings teilgenommen, 60 Fortbildungen für Lehrkräfte wurden durchgeführt. Studierende, Schüler und Lehrer nehmen das Programm mit Begeisterung auf. Bis Oktober 2010 sind die Kurse ausgebucht. Die Papierwölkchen-Strategie sieht nicht nur schön aus, sondern bewährt sich mit Erfolg. Einzig ein Anliegen wurde den engagierten Jungunternehmern und Pädagogen bisher noch nicht erfüllt: dass das Programm für Bachelor-Studiengänge eine anerkannte Praxis-Option wird.