Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Grenzüberschreitendes Lernen in der Umweltpolitik

US-Wissenschaftler Dr. David Dolowitz und Dr. Dale Medearis an der Freien Universität

24.03.2010

Für bessere Klimapolitik: Wie und warum es zu einer freiwilligen Übernahme von Politikinnovationen zwischen Gebietskörperschaften kommen kann
Für bessere Klimapolitik: Wie und warum es zu einer freiwilligen Übernahme von Politikinnovationen zwischen Gebietskörperschaften kommen kann Bildquelle: photocase

Der Klimagipfel in Kopenhagen im vergangenen Dezember gilt als gescheitert. Doch auch wenn sich die Teilnehmer nicht auf eine rechtlich-bindende globale Vereinbarung einigen konnten, gibt es weltweit längst eine Vielzahl von Aktivitäten auf allen Politikebenen zur Entwicklung und Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen. Die Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität lädt zum akademischen Forum „Diffusion von Umweltpolitik durch grenzüberschreitendes Lernen?“ ein.

Wenn Politikinnovationen – wie etwa die Einführung von Einspeisevergütungen, Nachhaltigkeits- oder Klimastrategien, Nichtrauchergesetzen oder die Einrichtung von Umweltministerien – von einer Gebietskörperschaft durch eine andere übernommen werden, sprechen Politikwissenschaftler von „Policy Diffusion“, „Policy Transfer“ oder auch „Policy Learning“.

Seit den 1960er Jahren hat sich die Diffusionsforschung als eigener Forschungszweig herausgebildet. Vereinfacht gesprochen geht sie der Frage nach, wie und warum es zu einer Ausbreitung oder freiwilligen Übernahme von Politikinnovationen zwischen Gebietskörperschaften kommt.

Vorbildfunktion

Ein Beispiel: Im Rahmen des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) erhalten diejenigen Stromerzeuger Einspeisevergütungen, die ihren Strom aus erneuerbaren Energien, wie Solar, Wind oder Geothermie gewinnen und diesen ins öffentliche Netz einspeisen. Der Erfolg dieses Modells zur Förderung erneuerbarer Energien und der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Nationalstaaten hat dazu geführt, dass immer mehr Staaten derartige Gesetze ebenfalls einführen.

Vortrag von Dr. David Dolowitz und Dr. Dale Medearis an der Freien Universität

Über den Transnationalen „Policy Transfer“ und grenzüberschreitendes Lernen werden Dr. David Dolowitz (University of Liverpool) und Dr. Dale Medearis (Northern Virginia Regional Commission) am Donnerstag, 25. März 2010, im Rahmen des Berlin Sustainability Talk (BST) zum Thema „Diffusion von Umweltpolitik durch grenzüberschreitendes Lernen?“ sprechen.

David Dolowitz, ist einer der prominentesten Forscher im Bereich „Policy Learning“ und hat mehrere Standardwerke zum Thema verfasst. „Wer sich mit „Policy Diffusion“ befasst, kommt an David Dolowitz nicht vorbei", sagt Politikwissenschaftler Holger Bär von der Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU). Dr. Dale Medearis, zurzeit Gastwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, wird einen praxisorientierten Blick auf Prozesse des „Policy Learning“ werfen und von Beispielen des Umweltpolitik-Transfers zwischen Europa und Nordamerika berichten.

Berlin Sustainability Talk – akademisches Forum der Forschungsstelle für Umweltpolitik

Der BST ist ein monatlich stattfindendes akademisches Forum für den Austausch mit Wissenschaftlern anderer Institute, Mitarbeitern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie der interessierten Öffentlichkeit über laufende Forschungsprojekte sowie aktuelle Trends der Umweltpolitikforschung. Die FFU, die zu den führenden Instituten im Bereich der vergleichenden und internationalen Umweltpolitikforschung gehört, lädt alle Interessierten sowohl zu den Vorträgen als auch zu der im Anschluss stattfindenden Diskussion herzlich ein.

Interessierte können sich zudem auf der Internetseite der FFU für einen Newsletter registrieren, um über aktuelle Termine des Berlin Sustainability Talks informiert zu werden.

Weitere Informationen

Zeit und Ort des Vortrags von Dr. David Dolowitz, University of Liverpool und Dr. Dale Medearis, Northern Virginia Regional Commission (USA):

  • Donnerstag, 25. März 2010, 14.00 Uhr
  • Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin, Hörsaal B, Ihnestraße 21, 14195 Berlin-Dahlem