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Die Geschichte des frühen Radios in Deutschland

Nachwuchswissenschaftler aus den USA und Kanada forschen an der Freien Universität Berlin

03.02.2010

Brían Hanrahan erforscht die Geschichte des frühen Radios
Brían Hanrahan erforscht die Geschichte des frühen Radios Bildquelle: Jan Hambura
Diskutieren über das Hörspiel „Der Kampf der Herero“: Stipendiaten des „Berlin Program for Advanced German and European Studies“
Diskutieren über das Hörspiel „Der Kampf der Herero“: Stipendiaten des „Berlin Program for Advanced German and European Studies“ Bildquelle: Jan Hambura

Sie sprechen untereinander Deutsch. Und das, obwohl sie alle englische Muttersprachler sind. Zwölf Doktoranden und promovierte Wissenschaftler aus den USA und Kanada forschen derzeit zehn bis zwölf Monate lang im Rahmen des Stipendienprogramms „Berlin Program for Advanced German and European Studies“ an der Freien Universität Berlin.

Brían Hanrahan erforscht die Geschichte des frühen Radios. Für seine Doktorarbeit an der Columbia University hat er bereits Hunderte von Radiosendungen aus der Weimarer Zeit sowie Tondokumente aus den USA und weiteren Ländern abgespielt und analysiert. Die restlichen Stipendiaten lauschen deshalb gespannt, als Hanrahan ihnen in dem zweimal monatlich stattfindenden Forschungskolloquium eine Tonsequenz vorspielt: das Hörspiel „Der Kampf der Herero“ aus dem Jahre 1905.

Dieses Dokument der Tongeschichte vergleicht Hanrahan in seiner Arbeit mit der Aufzeichnung einer Live-Berichterstattung über die Ankunft Charles Lindberghs in Paris. Diesem gelang im Jahre 1927 die erste Alleinüberquerung des Atlantiks ohne Zwischenlandung von New York nach Paris. Der junge Wissenschaftler Brían Hanrahan untersucht vor allem die Tonqualität sowie die Wirkung von Raum und Zeit im frühen Radio.

Rund 250 Wissenschaftler haben bereits von dem Stipendienprogramm profitiert

Der Wissenschaftler ist einer von zwölf Stipendiaten des „Berlin Program for Advanced German and European Studies“. Das Stipendienprogramm fördert Forschungsarbeiten über sozial- und geisteswissenschaftliche Fragestellungen zu Deutschland und Europa. Gefördert werden aktuelle und historisch angelegte, vergleichende und interdisziplinäre Dissertations- und Postdoktoranden-Forschungsprojekte.

Die Stipendiaten können zehn bis zwölf Monate lang an der Freien Universität forschen. Bewerben können sich Doktoranden und Postdoktoranden US-amerikanischer und kanadischer Universitäten. Kooperationspartner in Nordamerika ist die German Studies Association. Von dem 1986 ins Leben gerufenen Programm konnten bislang rund 250 Wissenschaftler profitieren.

Erforschung der elektronischen Musik und Entsorgung von Elektroschrott

Zentraler Bestandteil des Programms ist das Forschungskolloquium, in dem alle Stipendiaten im Laufe des Semesters ihre Forschung zur Diskussion stellen. Im aktuellen Wintersemester wird das Kolloquium von der Historikerin Dorothee Brantz geleitet, die nach ihrer Promotion an der University of Chicago und mehrjähriger Lehrtätigkeit an der University at Buffalo nun am Center for Metropolitan Studies der Technischen Universität Berlin als Juniorprofessorin lehrt.

Die nordamerikanischen Forscher dieses Jahrgangs beschäftigen sich unter anderem mit Konstruktionen von deutscher Identität in der populären elektronischen Musik seit 1968 oder mit der Frage, wie umweltfreundlich die Entsorgung von Elektroschrott in Deutschland tatsächlich ist. Brían Hanrahan wird die Zeit in Berlin nutzen, um die Geschichte des deutschen Radios in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre genauer zu erforschen.