Freie Universität Berlin


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Informatik für den guten Zweck

Studierende der Freien Universität in der Botschaft Südafrikas geehrt

21.07.2009

Studierende und Dozenten der Arbeitsgruppe "Netzbasierte Informationssysteme" an der Freien Universität
Studierende und Dozenten der Arbeitsgruppe "Netzbasierte Informationssysteme" an der Freien Universität Bildquelle: Tomasz Kurianowicz

Es gibt viele Wege, die Welt zu verändern: Einen dieser Wege haben Informatik-Studenten der Freien Universität eingeschlagen. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung entwickelten sie Software-Lösungen für das Internet-Portal „awareNet“ , durch das Kinder in Südafrika spielerisch an Computer- und Internet-Anwendungen herangeführt werden. Für ihre Leistungen wurden die Studenten nun in der südafrikanischen Botschaft im Rahmen eines Festakts geehrt.

Der Botschaftsvertreter Südafrikas, Ismail Esau, lobte in seiner Eröffnungsrede das herausragende Engagement der Studenten. Er verwies auf die internationale Ausrichtung der Freien Universität, die ihrem Selbstverständnis als internationale Netzwerkuniversität gerecht werde. „Es ist wichtig, dass deutsche Universitäten mit ihrem großen Wissen global aktiv werden und Afrika unterstützen", sagte Esau und sprach den Studenten seinen Dank aus.

Große Chance für die Informatik

Auch der Leiter des gemeinnützigen Unternehmens eKhaya ICT, Ronald Wertlen, der in Südafrika die Kinder an das Computer-Netzwerk „awareNet" heranführt, bedankte sich für das Engagement der Projekt-Teilnehmer: „Ihr habt großartige Arbeit geleistet. Unser Projekt hat bewiesen, dass man mit Technologie und Wissen etwas auf dieser Welt verändern kann", sagte Wertlen, der mit dem „Dorfschreiber Verein" das erste solarbetriebene Schul- und Computerlabor Südafrikas betreibt.

Hier knüpfte Professor Robert Tolksdorf an, der an der Freien Universität Informatik lehrt und durch die Bekanntschaft mit dem Südafrikaner Wertlen auf die Idee kam, das wirklichkeitsnahe und wirtschaftsorientierte IT-Projekt an der Freien Universität zu realisieren. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Lehrveranstaltung „Softwareprojekt: Webtechnologien" waren die Teilnehmer aufgefordert, kundenorientierte Lösungen und Software-Entwicklungen effizient zu planen und zu programmieren. Dabei sei ihm klar geworden: „Wir als Wissenschaftler der Informatik können auch in der realen Welt etwas verändern. Das ist für unsere Disziplin eine große Chance", sagte Tolksdorf, der die Zusammenarbeit initiiert und zusammen mit Malgorzata Mochol, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Informatik, betreut hat.

Multifunktionale Kommunikation

Im Namen der Studenten führte der Teamleiter Philipp Cordes die von den Studenten programmierten Softwareverbesserungen vor. Er zeigte mit seiner Präsentation, wie die Nutzer in Südafrika jetzt mit der Community-Plattform „awareNet", die eine multifunktionale Kommunikation zwischen den Plattform-Mitgliedern ermöglicht, besser und schneller arbeiten können. Ein Plugin für den Web-Browser Firefox, das die Studenten entwickelt haben, ermöglicht zum Beispiel das unkomplizierte Hinzufügen von Bildern, indem es die Daten automatisch von einer Digitalkamera ins Internet stellt. Damit können jetzt die Kinder in Südafrika, die auf der Plattform den Umgang mit dem Computer üben, effizienter die Anwendungen nutzen. Philipp Cordes bekräftigte, wie wichtig die Verbindung im Studium zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sei: „Leider gibt es dies viel zu selten. Jetzt haben wir gezeigt, dass solche Projekte nicht nur auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, sondern auch noch einem guten Zweck dienen."

Am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin wurde das Softwareprojekt „Webtechnologien“ von den Studierenden als beste Lehrveranstaltung im Sommersemester 2009 bewertet.