Freie Universität Berlin


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Forscher fürs Berufsleben vorbereiten

Beim Netzwerktreffen des Doktorandenprogramms PharMetrX profitieren Promovierende von den Erfahrungen der Absolventen in Forschung und Industrie

17.12.2014

Wiedersehen macht Freude: Beim PharMetrX-Networkmeeting kamen auch ehemalige und aktuelle Doktoranden des Programms zusammen.
Wiedersehen macht Freude: Beim PharMetrX-Networkmeeting kamen auch ehemalige und aktuelle Doktoranden des Programms zusammen. Bildquelle: Annika Middeldorf
André Schäftlein und Valerie Nock hatten Dank PharMetrX einen guten Start ins Berufsleben.
André Schäftlein und Valerie Nock hatten Dank PharMetrX einen guten Start ins Berufsleben. Bildquelle: Annika Middeldorf

Wie wirken Arzneimittel im Körper? Welche Rolle spielen individuelle Faktoren wie Alter, Gewicht und Geschlecht? Die Wechselwirkung zwischen Patient und Arzneimittel ist Schwerpunkt der Pharmakometrie, die mithilfe von mathematischen Modellen versucht, mehr Licht in die Vorgänge imPatienten zu bringen. Experten auf diesem noch jungen Gebiet werden weltweit gesucht. Ein Grund, warum 2008 das strukturierte Forschungs- und Ausbildungsprogramm PharMetrX: Pharmacometrics & Computational Disease Modelling der Freien Universität und der Universität Potsdam eingerichtet wurde. Nun kamen Absolventen und aktuelle Teilnehmer des Programms zu einem ersten Netzwerktreffen zusammen.

37 Nachwuchswissenschaftler gehören PharMetrX mittlerweile an. Es sind Pharmazeuten, Bioinformatiker und Mathematiker, die im Zuge ihrer Promotion daran forschen, Medikamentengaben individuell auf den einzelnen Patienten abzustimmen und Krankheitsverläufe besser zu verstehen. Durch seine fächerübergreifende Forschung habe sich das Programm bereits in Wissenschaft und forschender Industrie einen Namen gemacht, sagt Charlotte Kloft, Professorin und Leiterin der Abteilung Klinische Pharmazie und Biochemie am Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit dem  Mathematikprofessor Wilhelm Huisinga, Inhaber des Lehrstuhls für Mathematische Modellierung und Systembiologie an der Universität Potsdam, ist Charlotte Kloft Sprecherin des Doktorandenprogramms, für das die beiden Wissenschaftler insgesamt rund 1,9 Millionen Euro Drittmittel eingeworben haben.

Karrierewege für die Zeit nach der Promotion kennenlernen

Das Netzwerktreffen sei für alle Beteiligten ein Gewinn, ist die Pharmazeutin überzeugt: „Für unsere aktuellen Phar-MetrX-Doktoranden ist es spannend zu sehen, welche Perspektiven sich nach der Promotion auftun und in welchen Bereichen
unsere Programm-Absolventen heute arbeiten. Gleichzeitig können die Ehemaligen etwas über die aktuellen Forschungsarbeiten und die Weiterentwicklung des Programms erfahren.“ In dem modularisierten Programm lernen die Nachwuchsforscher, pharmazeutisches Wissen und mathematische Modellierung sinnvoll zu verknüpfen. Sie wählen sich ein individuelles Forschungsthema und werden in beiden Disziplinen intensiv betreut.

André Schäftlein ist einer der erfolgreichen PharMetrX-Absolventen. Heute arbeitet der Pharmazeut als Postdoktorand an der Universität des Saarlandes, wo er Krankheitsverläufe auf Grundlage von Krankenkassendaten erforscht. „Das methodische Rüstzeug bei PharMetrX ist hervorragend“, sagt Schäftlein. Wie gut das Doktoranden-Programm auf das spätere Arbeitsleben vorbereitet, hat auch Valerie Nock erlebt: „Man kann am ersten Arbeitstag gleich loslegen“, sagt die 29-Jährige, die ihre Promotion im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen hat. Heute arbeitet sie in einem Pharma-Unternehmen bei Biberbach. „Dass wir von Anfang an in Kontakt zu Industriepartnern standen, hat geholfen, sich schnell in dem Unternehmen zurechtzufinden.“ 

International bekannt

Während der dreijährigen Forschungs- und Ausbildungsphase bekommen die Doktoranden neben sieben akademischen Modulen in einem einwöchigen Industrie-Modul auch die Gelegenheit, Arzneimittelforschung und -entwicklung in Unternehmen hautnah zu erleben. „Den Doktoranden unseres Programms stehen Mentoren von unseren Partnern aus der Pharma-Industrie zur Seite“, sagt der Potsdamer Mathematiker Wilhelm Huisinga.

PharMetrX ist mittlerweile international bekannt: Die gebürtige Schwedin Johanna Melin kam im März vergangenen Jahres für das Programm nach Berlin und war natürlich auch beim ersten Netzwerktreffen dabei. Besonders hätten sie die Werdegänge der Absolventen interessiert: „Zu sehen, in welchen Bereichen die PharMetrX-Doktoranden nun arbeiten, ist für mich eine große Motivation.“