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Mit Engagement den Bestand der Bibliothek gerettet

Förderkreis der Philologischen Bibliothek feierte 20-jähriges Bestehen / Zu Gast: Schriftsteller Feridun Zaimoglu, Heiner-Müller-Gastprofessor der Freien Universität

25.07.2016

Feridun Zaimoglu las aus seinem Text „Der Mongole“.
Feridun Zaimoglu las aus seinem Text „Der Mongole“. Bildquelle: Manuel Krane
Der Präsident der Freien Universität Peter-André Alt lobte die Arbeit des Förderkreises.
Der Präsident der Freien Universität Peter-André Alt lobte die Arbeit des Förderkreises. Bildquelle: Manuel Krane
Der Künstler Axel Malik überreichte Feridun Zaimoglu zwei mit Schriftzeichen überzogene Bücher.
Der Künstler Axel Malik überreichte Feridun Zaimoglu zwei mit Schriftzeichen überzogene Bücher. Bildquelle: Manuel Krane

Der Förderkreis der Philologischen Bibliothek ist im Jahr 1996 aus einer Notsituation heraus entstanden: Der Etat für die damals noch eigenständige Germanistische Bibliothek der Freien Universität wurde gekürzt, wichtige Bücher konnten nicht mehr angeschafft werden. „Ich weiß aus anderen Städten, dass die Unterfinanzierung von Bibliotheken dramatische Spätfolgen haben kann“, sagte der Präsident der Freien Universität Peter-André Alt. Denn selbst wenn sich die Finanzlage in den Folgejahren wieder verbessert, fehlen Bücher und Zeitschriften, die zum Zeitpunkt der Unterfinanzierung erschienen sind, dauerhaft in den Regalen. Dass sich in dieser Situation vor 20 Jahren ein Förderkreis gegründet hat, wurde deshalb kräftig gefeiert.

Über ein eigenes Antiquariat auf dem Campus der Freien Universität, den Bücherbasar, werden gespendete gebrauchte Bücher zu günstigen Preisen weiterverkauft. Der Erlös kommt der Philologischen Bibliothek zugute. Der Basar des Förderkreises wird ehrenamtlich betreut – hauptsächlich von Studierenden. An drei Tagen in der Woche können hier zwischen den Lehrveranstaltungen Bücher erworben werden. „Das ist ein großartiges Beispiel, wie die Studenten sich unserer Bibliothek verbunden fühlen“, lobte Alt. Die Gelder des Förderkreises machen heute 12 bis 15 Prozent des Jahresetats der Bibliothek aus, der Vorteil: Das Geld ist flexibel einsetzbar.

Appell an Studierende

Der Förderkreis lebt vom Engagement der Studierenden. Im vergangenen Jahr habe es personelle Umbrüche im Verein gegeben, sagt die Vorsitzende Susanne Schäfer. „Wir finden immer weniger Leute, die sich bei uns engagieren wollen. Wir müssen zusehen, wie wir in den kommenden Jahren weitermachen können.“ Deshalb appellierte der Vorstand bei der Festveranstaltung sowohl an Wissenschaftler als auch an Studierende, sich für den Förderkreis einzusetzen, vom dem diese schließlich profitieren würden: „Je mehr von euch bei uns mitmachen, auf desto mehr Schultern verteilt sich die Arbeit, die notwendig ist, um die weitere Kontinuität des Vereins und damit den Fortbestand der Bibliothek in einem Zustand zu sichern, der euch höchstpersönlich optimales Arbeiten während eures Studiums garantiert.“

Lesung

Mittelpunkt der Feier war eine Lesung des Schriftstellers Feridun Zaimoglu aus seinem Text „Der Mongole“. Darin wird die fiktive Geschichte eines Einwanderer-Kindes erzählt, die der tatsächlichen Zaimoglus stark ähnelt. Erzählt wird aber auch von der Entdeckung des Schreibens, dem Beginn der Liebe zur Literatur. Und von Menschen, die dem Kind den Weg in die Kultur gezeigt haben. Die Frau in der Bücherei etwa, die das Kind Frau Finlipp nannte, weil sie immer den Finger auf die Lippen legte. Oder die Lehrerin, die Künstler zu Vorträgen in die Schule einlud. Auch für sie gab es einen Namen: Jumbo, wegen ihrer großen abstehenden Ohren. Zaimoglu mischte in seinem Text Autobiografisches mit Fiktivem. Auf den Realitätsbezug seiner Geschichte angesprochen sagt er: „Es ist tatsächlich so, dass vieles davon stimmt.“ Der Schriftsteller zog die Zuhörer in der Philologischen Bibliothek in seinen Bann. Der Künstler Axel Malik hatte Bücher mit Schriftzeichen überzogen, Feridun Zaimoglu überreicht er an diesem Abend zwei neu gestaltete Exemplare – als Material hatte er dabei Bücher des Schriftstellers verwendet.

Weitere Informationen

Der Bücherbasar des Förderkreises befindet sich im Untergeschoss der Rostlaube in der Habelschwerdter Allee 45. Er ist über den Innenhof auf Höhe der Hörsäle 1a und 1b an der K-Straße zu erreichen. Der Basar hat in der Vorlesungszeit dienstags, mittwochs und donnerstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet, in der vorlesungsfreien Zeit dienstags und donnerstags von 12 bis 17 Uhr.