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Für europäische Kultur und Austausch

Der portugiesische Außenminister Augusto Santos Silva zu Gast an der Freien Universität Berlin

02.05.2016

Portugals Außenminister Augusto Santos Silva freute sich über den Austausch mit Studierenden der Freien Universität Berlin.
Portugals Außenminister Augusto Santos Silva freute sich über den Austausch mit Studierenden der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Glyn Lowe
Großes Interesse im Henry-Ford-Bau der Freien Universität. Dort sprach Augusto Santos Silva zum Thema „Europe – From Culture to Economy“. Dabei hob der portugiesische Außenminister die Bedeutung der gemeinsamen Kultur und Werte hervor.
Großes Interesse im Henry-Ford-Bau der Freien Universität. Dort sprach Augusto Santos Silva zum Thema „Europe – From Culture to Economy“. Dabei hob der portugiesische Außenminister die Bedeutung der gemeinsamen Kultur und Werte hervor. Bildquelle: Glyn Lowe
Der portugiesische Außenminister Santos Silva (2. v. r.), Romanistikprofessorin Susanne Zepp (r.), der portugiesische Botschafter João Mira Gomes (2. v. l.) und Universitätspräsident Professor Peter-André Alt (l.).
Der portugiesische Außenminister Santos Silva (2. v. r.), Romanistikprofessorin Susanne Zepp (r.), der portugiesische Botschafter João Mira Gomes (2. v. l.) und Universitätspräsident Professor Peter-André Alt (l.). Bildquelle: Glyn Lowe

Flüchtlingspolitik, Großbritanniens möglicher Austritt aus der Europäischen Union, die Zukunft Brasiliens – bei dem Besuch des Außenministers von Portugal, Augusto Santos Silva, ging es um die aktuellen Fragen. In der vergangenen Woche hielt der Politiker im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin eine Rede zum Thema „Europe – From Culture to Economy“. Anstatt, wie es der Titel nahezulegen schien, einen Abgesang auf die Kulturen Europas anzustimmen, plädierte der Außenminister angesichts der Krisen für eine erneute Vergegenwärtigung der europäischen Kultur. Darunter versteht er Ideale wie etwa soziale Verantwortung, interkulturelle Zusammenarbeit und Anerkennung von Diversität.

Insgesamt zeichnete Santos Silva ein Bild von Europa, das sowohl aus Sozialstaaten als auch aus Individuen bestehe, die sich bei politischen Entscheidungen engagierten. Dabei betonte er die gemeinsame Verantwortung des Bündnisses bei der Aufnahme von Geflüchteten. Als Beispiel für den erfolgreichen politischen Austausch innerhalb Europas erinnerte Santos Silva daran, dass seine eigene Partei, die Sozialistische Partei Portugals, 1973 in Bad Münstereifel bei Bonn gegründet worden war. Während der Spätphase des repressiven Salazar-Regimes hatte die Bundesrepublik die Etablierung demokratischer Strukturen in Portugal unterstützt.

Der Außenminister lehrt auch als Soziologe an der Wirtschaftsfakultät der Universität Porto – einer der Gründe, warum der portugiesische Botschafter João Mira Gomes den Deutschland-Besuch des Ministers um den Aufenthalt in Dahlem ergänzt hatte. Dort nahmen ihn Professor Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität, und Susanne Zepp, Professorin für romanische Literaturwissenschaft, in Empfang.

Offen für Fragen der Studierenden

Nach seinem Vortrag zeigte sich Santos Silva sehr offen für die Diskussionsbeiträge der Studierenden – nur bei der Frage, ob es in Brasilien bald einen Coup d‘état geben werde, verwies er diplomatisch auf die ebenfalls anwesende Botschafterin von Brasilien, Maria Luzia Viotti.

In den Mittelpunkt seiner Rede hatte der Politiker Konzepte von John Maynard Keynes und der politischen Ökonomie gestellt. Auf die Frage, ob er in einer universitären Umgebung und angesichts seiner Betonung des kritischen Individuums nicht lieber die Bildung ins Zentrum stellen wolle, antwortete er, dass diese in der Tat zentral sei. Für die Zukunft Europas erhoffe er sich, dass Akteure aus Wirtschaft, Kunst und Kultur mehr miteinander sprechen und voneinander lesen.