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Was wissen Sie über die Anfänge der Freien Universität?

100 Jahre Boltzmannstraße 3: Am 29. April feiert die Freie Universität das Jubiläum ihres ersten Hauptgebäudes

04.04.2016

Die Boltzmannstraße 3 – hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1952 – war 1948 das erste Hauptgebäude der Freien Universität.
Die Boltzmannstraße 3 – hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1952 – war 1948 das erste Hauptgebäude der Freien Universität. Bildquelle: Gerd-Viktor Krau
Und so sieht das Gebäude mehr als ein halbes Jahrhundert später aus.
Und so sieht das Gebäude mehr als ein halbes Jahrhundert später aus. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Es ist eine Adresse mit einer langen Geschichte: Von 1916 bis 1943 war in der Boltzmannstraße 3 das Institut für Biologie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften untergebracht. 1948 nahm dort die Freie Universität ihren Anfang. Nun ist das Gebäude 100 Jahre alt, gefeiert wird das am 29. April: Mit einem Festakt, zu dem auch Zeitzeugen geladen sind, soll an die turbulente Gründungsphase der Universität erinnert werden. Sie, unsere campus.leben-Leserinnen und -Leser, können ab Montag, 4. April, in campus.leben Ihr Wissen über die Anfänge der Freien Universität unter Beweis stellen.

Wilhelminischer Barock heißt der Stil, in dem das hohe, L-förmige Gebäude 1914/15 erbaut wurde. Der Geheime Oberhofbaurat Ernst von Ihne gestaltete es mit symmetrischen Fassaden, einem geschwungenen Balkon und einem Halbturm an der Seite des Hauses. Weil es den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte, war es ein geeigneter Ort für die aus dem Nichts zu erschaffende Freie Universität, die dort in ihrem Gründungsjahr 1948 einzog.

Zeitzeugen, die von ihren Erlebnissen berichten, werden bei dem Festakt anlässlich des runden Geburtstages besondere Gäste sein. Gezeigt werden soll auch ein Video mit „Matrikelnummer eins“, dem Mediziner Stanislaw Karol Kubicki, der sich als Erster an der Freien Universität eingeschrieben hatte und später Professor für Neurologie an der Freien Universität wurde. Eingeladen ist außerdem Elsa von Kotzebue, die an der Freien Universität Rechtswissenschaft studiert hat und als erste Frau an der Freien Universität überhaupt zur Promotion zugelassen worden war. Universitätspräsident Professor Peter-André Alt wird die Gäste bei der Jubiläumsfeier begrüßen.

Erzählen Sie Ihre persönliche Geschichte zu den Anfängen der Universität

In der Tagesspiegel-Beilage der Freien Universität, die am 13. Februar erschienen ist, haben wir Bilder aus der Gründungszeit gezeigt – und gefragt, wer sich wiedererkennt. Mehrere Zeitzeugen haben sich bereits gemeldet. Wenn auch Sie eine persönliche Geschichte zu den Fotos oder den Anfängen der Universität zu erzählen haben, melden Sie sich bitte unter campus.leben@fu-berlin.de. Die Fotos werden auch in einer Ausstellung in der Boltzmannstraße 3 zu sehen sein, ebenso wie historische Filmaufnahmen aus der Nachkriegszeit. Mitarbeiter der Max-Planck-Gesellschaft – als Nachfolgerin der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – werden am 29. April eine wissenschaftshistorische Führung über den Campus anbieten.

Die Geschichte des Hauses vor 1948

Heute nutzt der Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität das Gebäude in der Boltzmannstraße. Andreas Fijal, promovierter Jurist und Prodekan, interessiert die Geschichte des Hauses vor dem Bezug durch die Universität. Er recherchiert insbesondere zum Schicksal des Hauses und seiner Nutzer während der Zeit des Nationalsozialismus. Mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ hatten die Nazis auch am Institut für Biologie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft dafür gesorgt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus politischen oder rassistischen Gründen ihre Arbeitsstelle verloren. „Der designierte Direktor des Instituts und Nachfolger von Carl Correns, Richard Goldschmidt, musste 1933 sein Amt wegen seiner jüdischen Herkunft aufgeben, 1935 wurde er von den Nationalsozialisten ausgebürgert und ins Exil gezwungen“, sagt Andreas Fijal.

Was geschah in der Boltzmannstraße 3 zwischen 1943 und 1948?

1943 zog das Institut nach Tübingen um, wo es nach dem Zweiten Weltkrieg zum Max-Planck-Institut für Biologie wurde. Was mit dem Gebäude Boltzmannstraße 3 zwischen 1943 und 1948 geschah, ist nicht bekannt. Für Mario Schönwälder, der in der Fachbereichsverwaltung Rechtswissenschaft tätig ist und wie Andreas Fijal zu den Organisatoren der Festveranstaltung zählt, ist das ein Rätsel. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Haus 1943 abgeschlossen wurde und dann fünf Jahre lang ungenutzt blieb“, sagt er. Im kriegszerstörten Berlin sei Wohnraum knapp gewesen. Bekannt ist, dass nach Kriegsende in Zehlendorf ehemalige Zwangsarbeiter untergebracht wurden. Mario Schönwälder forscht nun nach, ob auch die Boltzmannstraße 3 dafür herangezogen worden ist.

Weitere Informationen

Wie gut kennen Sie sich mit der Geschichte der Freien Universität aus? Testen Sie in einem Rätsel, das wir am Montag, 4. April 2016, in campus.leben veröffentlichen, Ihr Wissen zum Gründungsgebäude der Hochschule. Unter allen Teilnehmern, die ihre richtigen Lösungen bis Mittwoch, 20. April, einsenden, werden Büchergutscheine im Gesamtwert von 100 Euro verlost.

Festakt 100 Jahre Boltzmannstraße 3

Zeit und Ort

  • Freitag, 29. April 2016, 11 Uhr
  • Boltzmannstraße 3, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3)

Um Anmeldung bis zum 15. April wird gebeten: einladung@rewiss.fu-berlin.de. Bitte geben Sie an, ob Sie auch an der wissenschaftshistorischen Führung über den Campus teilnehmen möchten. Sie beginnt um 12.30 Uhr und dauert etwa eine Stunde.

Haben Sie Hinweise zur Geschichte der Boltzmannstraße 3, insbesondere zu der Zeit zwischen 1943 und 1948? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht an campusleben@fu-berlin.de.

Wie die Zeit vergeht: Klicken Sie hier für einen Bildervergleich der Boltzmannstraße 1948 und heute