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Botanische Nacht war mit rund 12.000 Besuchern ausverkauft

Das Sommerfest im Botanischen Garten bot Illumination, Konzerte, Theater, Führungen und ein Feuerwerk

19.07.2013

Gewächshäuser wurden während der Botanischen Nacht zu illuminierten Palästen.
Gewächshäuser wurden während der Botanischen Nacht zu illuminierten Palästen. Bildquelle: Eberhard Kloeppel
Die rbb abendschau mit Ulli Zelle berichtete live. Direktor Thomas Borsch und sein historischer Vorgänger Adolf Engler, dargestellt von Schauspieler Raimund Gross, begleitet von  großgewachsenen Gartenzwergen. (v.r.n.l.)
Die rbb abendschau mit Ulli Zelle berichtete live. Direktor Thomas Borsch und sein historischer Vorgänger Adolf Engler, dargestellt von Schauspieler Raimund Gross, begleitet von großgewachsenen Gartenzwergen. (v.r.n.l.) Bildquelle: Gesche Hohlstein
Viele Besucher genossen die besondere Atmosphäre des Gartens bis zwei Uhr morgens.
Viele Besucher genossen die besondere Atmosphäre des Gartens bis zwei Uhr morgens. Bildquelle: Eberhard Kloeppel

Lichtpunkte tanzten durch die Wälder, Wasserbecken leuchteten, Gewächshäuser wurden zu Palästen:  Rund 12.000 Besucher zog die  Botanische Nacht am vergangenen Wochenende bei sommerlichen  25 Grad Celsius in den Botanischen Garten nach Dahlem.  Das Programm lud die Gäste zu vielfältigen Berührungen mit der Pflanzenwelt ein: Botaniker und Gärtner führten durch die Anlagen und Gewächshäuser – oder auch in die normalerweise nicht zugänglichen Katakomben unter den Gewächshäusern.

Es war eine sinnliche Reise um die Welt, die die Besucherinnen und Besucher an diesem Abend erwartete. Am China-Teich wurden Märchen aus Japan, Thailand und China vorgetragen, aus dem Japan-Pavillon ertönten Bambusflöten und verbreiteten fernöstliche Atmosphäre inmitten der japanischen, koreanischen und chinesischen Pflanzenwelt.

Mexikanische, brasilianische und kubanische Rhythmen sorgten an der Wetterstation für Urlaubslaune, und der Engler-Pavillon verwandelte sich in eine andalusische Arena mit Flamencotanz und spanischer Gitarrenmusik.

Dichtkunst und Gesänge

Wer es besinnlicher liebte, konnte Beispielen der Dichtkunst aus dem 18. Jahrhundert lauschen oder Bariton Lars Grünwoldt zuhören, der die Gäste am Amerika-Teich von einem Ruderboot aus mit romantischen Liedern beeindruckte. Etwas Besonderes gab es auch für den Geschmackssinn der Gäste: Spreewaldkoch Franke servierte charmant und witzig essbare Blüten.

Spezielle Vorträge und Führungen ermöglichten Einblicke in die aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel „Kaffee. Ein globaler Erfolg“ im Botanischen Museum. Für die Besucher gab es dagegen im Garten ein „Schaurösten“ sowie eine äthiopische Kaffeezeremonie mit Weihrauchduft und bestem äthiopischen Kaffee zum Kosten. Musik und Literatur zum Lieblingsgetränk der Deutschen rundeten die Annäherung an die Kaffeepflanze ab.

Die rbb abendschau mit Ulli Zelle berichtete live von der Botanischen Nacht und war dabei, als Professor Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens und des Botanischen Museums Berlin-Dahlem, auf seinen historischen Vorgänger traf: Adolf Engler, Direktor des Königlich-Botanischen Gartens, als dieser zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Dahlem verlegt wurde, dargestellt von Schauspieler Raimund Gross.

Romantisches Feuerwerk am Italienischen Garten

Etwa gegen halb neun Uhr am Abend war es dann soweit: Die Gartentore wurden geschlossen, die Botanische Nacht war ausverkauft. Mit Beginn der Dämmerung verwandelte sich der Garten in eine zauberhaft illuminierte Landschaft und lud ein zu einem stimmungsvollen Spaziergang unterm Nachthimmel auf insgesamt rund 16 Kilometern beleuchteten Gartenwegen und durch die Gewächshäuser mit tropischen und subtropischen Kostbarkeiten.

Gegen 23 Uhr fand die festliche Nacht ihren Höhepunkt mit dem romantischen Feuerwerk am Italienischen Garten. Viele Besucher genossen die besondere Atmosphäre des Gartens noch bis zwei Uhr morgens.

"Blüten" für den Rosengarten

Am Ende hatte Gartendirektor Professor Thomas Borsch gleich doppelten Grund zur Zufriedenheit: Der große Besucherandrang kommt auch dem Garten zugute. Denn jeder Besucher der Botanischen Nacht unterstützt mit einem Teil seines Eintrittsgeldes die Pflege des Rosengartens, der mit seinen Wildrosen, historischen Rosen, englischen Teerosen und Kletterrosen jedes Jahr Pflanzenliebhaber aus aller Welt anzieht.

Mehr als 300 Rosenarten und -sorten werden in der denkmalgeschützten Anlage rund um die Rosenlaube gezeigt. Mit der gezielten finanziellen Unterstützung kann die Sammlung fachgerecht gepflegt werden, um das Gesamtbild weiter an den historischen Zustand des Rosengartens anzunähern und zu erhalten.


Wer die Botanische Nacht in diesem Jahr verpasst hat, sollte sich schon jetzt den Termin der nächsten Botanischen Nacht notieren: Sie findet statt am 19. Juli 2014, der Vorverkauf startet  Anfang Dezember 2013.