Freie Universität Berlin


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„Niemals geht man so ganz“

Über die weltweiten Verbindungsbüros der Freien Universität bleiben Alumni auch im Ausland mit ihrer Hochschule in Verbindung

27.01.2012

Die Freie Universität nicht aus dem Blick verlieren: Im Brüsseler Verbindungsbüro der Hochschule fand kürzlich das dritte Alumni-Treffen statt.
Die Freie Universität nicht aus dem Blick verlieren: Im Brüsseler Verbindungsbüro der Hochschule fand kürzlich das dritte Alumni-Treffen statt. Bildquelle: A. Everaerts www.pgav.be
Marina Städler hat an der Freien Universität Linguistik und englische Philologie studiert. Heute arbeitet sie bei einer Softwarefirma im Bereich Logistik in Brüssel.
Marina Städler hat an der Freien Universität Linguistik und englische Philologie studiert. Heute arbeitet sie bei einer Softwarefirma im Bereich Logistik in Brüssel. Bildquelle: Privat
Alumna Karin Kilian ist seit fünf Jahren in der Europäischen Kommission im Referat für Risikobewertung tätig.
Alumna Karin Kilian ist seit fünf Jahren in der Europäischen Kommission im Referat für Risikobewertung tätig. Bildquelle: A. Everaerts

Aus den Augen, aus dem Sinn? Das gilt jedenfalls nicht für Karin Kilian und Marina Städler. Die beiden ehemaligen Studentinnen der Freien Universität Berlin halten engen Kontakt zu ihrer Hochschule, auch von Brüssel aus. Hier leben und arbeiten die beiden Frauen, Karin Kilian seit 5 Jahren, Marina Städler seit knapp einem Jahr. Im Brüsseler Verbindungsbüro der Freien Universität fand kürzlich das dritte Alumni-Treffen statt.

Die promovierte Biologin Karin Kilian ist seit fünf Jahren in der Europäischen Kommission im Referat für Risikobewertung tätig. An ihre Promotionszeit in Berlin denkt sie noch gern zurück, die Verbindung zur Freien Universität hat sie nie abreißen lassen. Keine Frage, dass Karin Kilian auch beim jüngsten Alumni-Treffen des Brüsseler Büros mit dabei war: „Ich finde es sehr interessant, einerseits, um andere Alumni der Freien Universität kennenzulernen, aber auch, um mich über die Entwicklungen an der Freien Universität zu informieren. Der Vortrag über die Dahlem Research School hat mich besonders interessiert, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wertvoll eine gute Infrastruktur für Promovenden ist.“ Unter dem Dach der Dahlem Research School (DRS), dem strategischen Zentrum für die Nachwuchsförderung der Freien Universität, werden die strukturierten Promotionsprogramme betreut. Hier erhalten die Doktoranden Beratung in der Karriereplanung, Trainings in fachübergreifenden Fähigkeiten, und sie kommen in Kontakt mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Karin Kilian  weiß, wie wichtig dieser Erfahrungsaustausch ist. Deshalb will sie auch in Kürze einen Vortrag an der DRS in Berlin halten: „Ich stehe Studierenden, die Interesse an oder Fragen zur Arbeit bei der EU haben, gern als Ansprechpartnerin zur Verfügung“, sagt die 41-Jährige.

Internationalität – interessant und herausfordernd

Die gebürtige Rheinland-Pfälzerin hatte nach mehreren Jahren in der universitären Forschung Lust auf neue Herausforderungen – und darauf, das Umfeld zu wechseln. Hinzu kam ein grundsätzliches Interesse an anderen Ländern und Kulturen, weshalb sie immer schon mit dem Gedanken gespielt hat, im Ausland und in einer internationalen Institution zu arbeiten. „Der tägliche Kontakt zu Menschen aus ganz Europa – seien es Kollegen in den Europäischen Institutionen oder wissenschaftliche Experten, mit denen wir zusammenarbeiten – ist ausgesprochen anregend“, sagt die Naturwissenschaftlerin.

Ehemalige engagieren sich für Studierende

„Die Angebote der Freien Universität treffen auf regen Zuspruch seitens der Alumni“, bestätigt auch Charlotte Fiala. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin hat selbst in Dahlem studiert und leitet das EU-Verbindungsbüro der Freien Universität in Brüssel. „Mehrere Absolventen, die jetzt bei der Europäischen Kommission, deutschen Vertretungen, Lobbyorganisationen oder in der Industrie arbeiten, haben sich beim letzten Alumni-Treffen spontan bereiterklärt, Studierenden als Mentor und Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Einige wollen sogar auf ihrer nächsten Berlinreise einen Vortrag halten: beim OSI-Club, im Rahmen des Masters für Europawissenschaften oder bei den von der  Dahlem Research School organisierten Career Talks für Doktoranden.“

Neben persönlichen Bindungen lockte die internationale Atmosphäre in Brüssel auch Marina Städler in die belgische Hauptstadt. Die gebürtige Russin hat an der Freien Universität Berlin Linguistik und englische Philologie studiert. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet sie bei einer Softwarefirma im Bereich Logistik in Brüssel: „Meine Kollegen und ich sind sehr unterschiedlich, weil wir aus anderen sozialen und kulturellen Verhältnissen kommen, aber das ist gerade das Interessante daran. Durch diese Unterschiede gewinnt man eine neue Sichtweise auf die Dinge und lernt immer wieder hinzu.“

Umfassende Ausbildung

Auch Marina Städler will Studierende in Berlin unterstützen. Motiviert sei sie durch die gute Ausbildung, die sie an der Freien Universität erhalten habe: „Das hat mir den schnellen Berufseinstieg in Brüssel ermöglicht. Darum gebe ich diese Erfahrung gern weiter. Mein Arbeitgeber hier in Brüssel hat mich nicht nur eingestellt, weil ich Germanistik und Anglistik studiert habe und außerdem russisch und niederländisch spreche. Sondern auch, weil mir durch das Studium Flexibilität, kulturelle Sensibilität und Durchhaltevermögen vermittelt wurden“, sagt die 28-Jährige. „Die technischen Details für den Kundendienst konnte ich mir so schnell und selbstständig in den ersten Monaten im Beruf beibringen.“

Auch Karin Kilian kann die während des Studiums erworbenen Kenntnisse für ihre tägliche Arbeit nutzen: „Obschon ich früher nicht direkt in den wissenschaftlichen Bereichen tätig war, die für meine jetzige Arbeit relevant sind, habe ich in meinem Studium gelernt, mich schnell in neue Aufgaben und Bereiche einzuarbeiten. Darüber hinaus sind andere Dinge, die ich während der Promotion gelernt habe, unabdingbar für meine Arbeit: die Fähigkeit zur kritischen Analyse von wissenschaftlichen Dokumenten etwa, das Verfassen von englischen Texten, selbstständiges Arbeiten und Flexibilität.“

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Die deutsche Sängerin und Schauspielerin Trude Herr hat es schon vor 25 Jahren besungen: „Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier.“ Auch wenn Karin Kilian und Marina Städler gern in der zweisprachigen Metropole Brüssel leben und arbeiten und sich in der internationalen Atmosphäre wohlfühlen, schließen sie eine Rückkehr nach Deutschland nicht aus. „Da ich privat immer noch mit Berlin verbunden bin, kann ich mir gut vorstellen, später wieder dorthin zurückzukehren“, sagt Karin Kilian.

Weitere Informationen

Verbindungsbüro Brüssel

Das 2009 gegründete Verbindungsbüro in der „Europahauptstadt“ Brüssel bringt Wissenschaftler der Freien Universität mit Vertretern europäischer Institutionen zusammen. Zu seinen Aufgaben gehört es, europäische Entscheidungsträger über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an der Freien Universität zu informieren, um so den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik zu stärken. Das Verbindungsbüro beteiligt sich auch aktiv an der Diskussion zum nächsten Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020. Zudem organisiert das Brüsseler Büro mehrmals jährlich Veranstaltungen für Wissenschaftler und Alumni der Freien Universität.

Weltweite Alumni-Arbeit

Die Freie Universität möchte mit ihren Ehemaligen sowie Kooperationspartnern aus Deutschland und der ganzen Welt in Kontakt bleiben. Dabei wird sie von ihren Verbindungsbüros unterstützt, die sie als internationale Netzwerkuniversität auf der ganzen Welt unterhält. Ende 2010 wurde nach New York, Peking, Neu-Delhi, Moskau, Brüssel und Kairo das siebente Büro in São Paulo eröffnet.