Freie Universität Berlin


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Engagement gegen Sexismus und Rassismus - Margherita-von-Brentano-Preis 2011

Auszeichnung für die Soziologie-Professorin Dagmar Schultz

28.06.2011

Professorin Dagmar Schultz: Ausgezeichnet mit dem Margherita-von-Brentano-Preis 2011.
Professorin Dagmar Schultz: Ausgezeichnet mit dem Margherita-von-Brentano-Preis 2011. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Verleihung des Margherita-von-Brentano-Preises am 23. Juni 2011 an Prof. Dagmar Schultz (2.v.r.). Daneben Laudatorin Prof. Margit Mayer (3.v.r.), Vizepräsidentin Prof. Brigitta Schütt (4.v.r.) und Präsident Prof. Peter-André Alt (r.)
Verleihung des Margherita-von-Brentano-Preises am 23. Juni 2011 an Prof. Dagmar Schultz (2.v.r.). Daneben Laudatorin Prof. Margit Mayer (3.v.r.), Vizepräsidentin Prof. Brigitta Schütt (4.v.r.) und Präsident Prof. Peter-André Alt (r.) Bildquelle: Bernd Wannenmacher

„Die diesjährige Preisträgerin macht dem Anliegen der Auszeichnung und dem Vermächtnis Margherita von Brentanos alle Ehre“, sagte Margit Mayer, Professorin am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität, in ihrer Laudatio. „Sowohl das persönliche und professionelle Wirken von Dagmar Schultz als auch eine Reihe ihrer Projekte setzen auf aktuelle Weise das Engagement von Brentanos fort, in dem sie kontinuierlich darauf drängt, ein wachsames Bewusstsein für alle Arten von Diskriminierung zu entwickeln.“

Der Margherita-von-Brentano-Preis wurde Dagmar Schultz am vergangenen Donnerstag durch den Präsidenten der Freien Universität, Professor Peter-André Alt, übergeben. In der Jury-Begründung hieß es, Dagmar Schultz, ehemalige Professorin am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität und an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, habe wichtige Beiträge zu zahlreichen Aspekten der Women’s Studies und Gender Studies geleistet und zu deren Institutionalisierung beigetragen. Stets sei es ihr ein Anliegen, die Verbindung zwischen Forschung und Lehre an der Hochschule und sozial engagierter Praxis außerhalb der Universität herzustellen.

Prägende Jahre

Dagmar Schultz, Jahrgang 1941, studierte von 1961 bis 1965 Journalismus, Nordamerika- und Frankreichstudien in Berlin und Ann Arbor/Michigan. Sie unterrichtete am Columbia College in Chicago und am Rust College in Mississippi, einem College für schwarze Studierende, und sie arbeitete in Puerto Rico am „Office for Economic Opportunity“ für Armutsbekämpfung. Weitere Studien der Soziologie schlossen sich an der University of Wisconsin an, wo sie auch als Wissenschaftlerin tätig war. Dort wurde Dagmar Schultz 1972 mit einer Arbeit über die Arbeiterbildung promoviert. Nach zehn Jahren in den USA kehrte Schultz zurück nach Berlin. Von 1973 bis 1986 lehrte sie am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität und habilitierte sich 1989 am dortigen Institut für Soziologie. Von 1991 bis 2004 war Dagmar Schultz Professorin an der Alice-Salomon-Fachhochschule. Zudem war sie Mitbegründerin und langjährige Mitarbeiterin des Feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin und des Orlanda-Frauenverlags.

Verwirklichen einer Idee

„Ich bin überaus erfreut, den Margherita-von-Brentano-Preis zu erhalten“, sagte Dagmar Schultz in ihrer Dankesrede. Das Preisgeld werde in ein zweiteiliges Projekt fließen, das sich mit dem Werk Audre Lordes beschäftigt. 1984 hatte Schultz die US-amerikanische Schriftstellerin, Aktivistin und Mitbegründerin des afro-amerikanischen Feminismus als Gastprofessorin an das Kennedy-Institut geholt. Lorde war maßgeblich an der Entstehung der afro-deutschen Bewegung beteiligt.

Gegenwärtig arbeitet Schultz an der Produktion des Films „Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 bis 1992“, der Lordes Einfluss und ihr Leben in Deutschland dokumentiert. „Ich bin sehr froh, meine Filmidee über das Wirken Audre Lordes endlich verwirklichen zu können und darüber hinaus mit dem von mir gesammelten Material ein Audre-Lorde-Archiv an der Freien Universität einrichten zu können. Im Hinblick auf die Realisierung dieser beiden mir sehr am Herzen liegenden Projekte ist dieser Preis von höchster Bedeutung.“

Mit dem seit 1995 verliehenen Margherita-von-Brentano-Preis ehrt die Freie Universität persönliches Wirken oder hervorragende Projekte in der Frauenförderung und der Geschlechterforschung. Mit 15.000 Euro versehen gehört die Auszeichnung zu den höchstdotierten ihrer Art.