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Gebrauchte Bücher für einen guten Zweck

Mehr als 20.000 gebrauchte Bücher bietet der Bücherbasar des Förderkreises der Philologischen Bibliothek zu günstigen Preisen an - und finanziert so Neuanschaffungen

21.07.2010

Ehrenamtlich für den Bücherbasar tätig: Tobias Kroel
Ehrenamtlich für den Bücherbasar tätig: Tobias Kroel Bildquelle: Melanie Hansen
Die Philologische Bibliothek der Freien Universität in der Habelschwerdter Allee 45
Die Philologische Bibliothek der Freien Universität in der Habelschwerdter Allee 45 Bildquelle: David Ausserhofer

Etwas abseits und versteckt in einem Innenhof der Rost- und Silberlaube befindet sich der Bücherbasar des Förderkreises der Philologischen Bibliothek der Freien Universität. Der Weg dorthin lohnt: Mehr als 20.000 gebrauchte Bücher verschiedener Genres hat der Förderverein zu günstigen Preisen im Angebot. Mit dem Erlös aus den verkauften Büchern unterstützen die Mitglieder des Förderkreises die Philologische Bibliothek bei Neuanschaffungen.

Fachliteratur aus den Bereichen Philologie, Soziologie und Philosophie finden sich hier, außerdem Krimis, Science-Fiction-Literatur und Kinderbücher: Der Bücherbasar des Fördervereins hat ein breites Spektrum im Angebot. Zusätzlich gibt es immer wieder wechselnde Themenecken.

Aktuell ist das eine mit rotem Samt ausgekleidete Bananenkiste voller erotischer Literatur. „Die Kiste wird  von Tag zu Tag leerer“, sagt Tobias Kroel, Interessenten müssten sich also beeilen. Kroel ist einer von zwölf ehrenamtlichen Mitarbeitern, die den Bücherbasar betreiben. Zehn von ihnen, darunter auch Tobias Kroel, sind Studierende der Freien Universität, die mit dem Verkauf der Bücher die Philologische Bibliothek bei Neuerwerbungen finanziell unterstützen.

Bücher und Schallplatten

Tobias Kroel engagiert sich seit zwei Jahren ehrenamtlich beim Bücherbasar, der im Semester an drei Tagen in der Woche stattfindet, in den Semesterferien einmal. Und das obwohl er als Vater eines dreieinhalbjährigen Sohnes nicht viel Freizeit neben seinem Studium hat:

„Ich habe hier früher selber Bücher gekauft und fand die Idee des Basars einfach toll. Außerdem arbeite und umgebe ich mich als Geisteswissenschaftler gerne mit Literatur“, sagt Tobias Kroel, der Deutsch und Geschichte studiert. Christiane Jörger, ehemalige Mitarbeiter der Philologischen Bibliothek, ist seit der Gründung des Basars 1996 dabei. „Es macht einfach Spaß, mitzumachen“, erklärt sie ihr Ehrenamt.

In den vergangenen vierzehn Jahren konnte der Förderverein dank des Bücherverkaufs und der Mitgliedsbeiträge zunächst die Germanistische Bibliothek, später dann die neue Philologische Bibliothek mit inzwischen mehr als 200.000 Euro unterstützen.

Der Verein hatte sich gegründet, nachdem der Neuanschaffungs-Etat der Bibliothek gekürzt worden war. Seitdem sind die aus dem Erlös des Basars finanzierten Bücher aus den Regalen der Philologischen Bibliothek nicht mehr wegzudenken: 2009 etwa konnte die Bibliothek knapp 1000 neue Bücher aus dem Erlös des Basars anschaffen.

Eine beachtliche Zahl, vor allem wenn man die Preise im Bücherbasar berücksichtigt: Taschenbücher gibt es schon ab 50 Cent, nur selten sind sie teurer als zwei Euro. Eine komplette Brockhausausgabe mit immerhin 20 Bänden kann man zur Zeit beim Bücherbasar für 120 Euro erwerben. „Und wir lassen immer auch ein wenig mit uns handeln“, fügt Tobias Kroel hinzu. Neben Büchern bietet der Basar auch eine große Anzahl alter Schallplatten an.

„Regalpaten“ gesucht

Wer sich beim Bücherbasar engagieren möchte, muss nicht unbedingt ehrenamtlich Verkaufsschichten übernehmen, gesucht werden auch „Regalpaten“. Mit einer Patenschaft, beispielsweise für das Regal mit kunstgeschichtlicher Literatur, verpflichtet man sich, Ordnung in seinem Regal zu halten. „Aber wir sind natürlich auch ständig auf der Suche nach neuen eherenamtlichen Mitarbeitern, denn ohne die gäbe es den Bücherbasar nicht“, sagt Tobias Kroel.

Der Bücherbasar ist dienstags, mittwochs und donnerstags von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Während der vorlesungsfreien Zeit donnerstags von 12.00 bis 17.00 Uhr.