Freie Universität Berlin


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Bienenfleißig: Am Institut für Biologie fließt der Honig

Schulungen im Bienengarten der Freien Universität für große und kleine Menschen

31.05.2010

Ein Bienenvolk und seine Königin auf einer Wabe
Ein Bienenvolk und seine Königin auf einer Wabe Bildquelle: Sabrina Wendling
Dr. Benedikt Polaczek erklärt Praktikantin Lea die Arbeit von Bienen
Dr. Benedikt Polaczek erklärt Praktikantin Lea die Arbeit von Bienen Bildquelle: Bastienne Schulz
Auch Hummeln tummeln sich im Bienengarten
Auch Hummeln tummeln sich im Bienengarten Bildquelle: Bastienne Schulz

An der Freien Universität gibt es einen eigenen Bienengarten: Am Institut für Biologie setzen sich Wissenschaftler und Imkermeister für Bienenvölker ein und stellen Honig her. Außerdem bieten sie Weiter- und Ausbildungsveranstaltungen für Schülergruppen und Lehrer, für Hobby- und Berufsimker an.

„Der Frühling ist für Bienen Hochsommer“, erklärt Benedikt Polaczek, promovierter Imkermeister an der Freien Universität. In diesem Jahr macht das regnerische Wetter den Bienen allerdings zu schaffen: Anstelle mit Nektar sind die Waben mit Wasser gefüllt und schon ab Ende Juni beginnt der „Bienenherbst“, die Zeit der Honigernte. Doch wie viel Honig wird es dann geben? Imkermeister Polaczek und seine Kollegen informieren über Bienenhaltung und Honigherstellung. 

Förderung von Imkern – Ausbildung an der Freien Universität

Was Bienen für den Fortbestand der Flora und in letzter Konsequenz auch der Fauna bedeuten, wissen die meisten: Viele Pflanzen vermehren sich über Bestäubung, was wiederum die Artenvielfalt gewährleistet, die die Natur im Gleichgewicht hält. Ohne die Bienen aber gibt es keine Bestäubung und Pflanzen sterben aus. Umso alarmierender ist deswegen die Nachricht, dass innerhalb von 15 Jahren die Zahl der Bienenvölker um fast die Hälfte geschrumpft ist.

Ein wichtiger Grund liegt darin, dass es seit einigen Jahren immer weniger Nachwuchsimker gibt. Nur sie können die Bienenvölker beispielsweise vor Milben schützen, die sich von dem Blut der Larven und Puppen ernähren. Bienenforscher Benedikt Polaczek sieht seine Aufgabe darin, die Bienen zu retten: Er bildet an der Freien Universität Berufsimker aus, schult Hobbyimker und veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Schülerlabor NatLab der Freien Universität Kurse für Kinder und Jugendliche. Polaczek setzt sich für eine Vernetzung deutscher Imkerverbände und -vereine ein und fehlt auf keiner Berliner „Grünen Woche“. Zudem macht er sich in der deutsch-polnischen Kooperation der Imker stark und sorgt dafür, dass die Bienen auch während der Langen Nacht der Wissenschaften am 5. Juni für die Öffentlichkeit summen.

Uni-Honig für den Mensa-Kuchen

An die 30 Bienenvölker schwärmen derzeit im üppig blühenden Garten rund um das Institut für Biologie der Freien Universität. Polaczek kann sich seinen friedlichen Bienen ohne den typischen Imkerhut mit Schutznetz nähern und mit bloßen Händen in Bienenkästen und nach seinen Schützlingen greifen. Nicht ein einziges Mal wird er gestochen.

Ähnlich geht es Schülerin Lea, die gerade ein dreiwöchiges Praktikum bei NatLab absolviert und bei den Imkermeistern zu Gast ist. Mutig nimmt sie eine Biene auf die Hand. Der im Bienengarten gesammelte Honig bleibt übrigens zum größten Teil an der Universität: Die Berliner Mensen verbacken annähernd eine Tonne Uni-Honig im Jahr. Da lässt sich der Kuchen – Bienen sei dank! – doppelt genießen.