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Glücksforscher Ed Diener erhält Ehrendoktorwürde der Freien Universität

US-amerikanischer Psychologe für Forschung zu Wohlbefinden und Glück geehrt

27.05.2010

Der Ehrengast (mitte): Prof. Dr. Ed Diener von der Universität Illinois in Urbana-Champaign (USA)
Der Ehrengast (mitte): Prof. Dr. Ed Diener von der Universität Illinois in Urbana-Champaign (USA) Bildquelle: Stephan Töpper
Prof. Dr. Michael Eid (links), Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie, überreicht Prof. Dr. Ed Diener die Urkunde
Prof. Dr. Michael Eid (links), Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie, überreicht Prof. Dr. Ed Diener die Urkunde Bildquelle: Stephan Töpper
Prof. Dr. Ed Diener während seines Vortrags "Well-Being: What Science Teaches us About Happiness"
Prof. Dr. Ed Diener während seines Vortrags "Well-Being: What Science Teaches us About Happiness" Bildquelle: Stephan Töpper
Der Kaberettist Dr. Eckart von Hirschhausen überreicht im Anschluss an die Verleihung Prof. Dr. Ed Diener ein Paar Manschettenknöpfe
Der Kaberettist Dr. Eckart von Hirschhausen überreicht im Anschluss an die Verleihung Prof. Dr. Ed Diener ein Paar Manschettenknöpfe Bildquelle: Stephan Töpper

Ed Diener gehört zu den einflussreichsten Psychologen der Welt. Der Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität hat dem amerikanischen Psychologen, dessen rund 260 Publikationen in mehr als 15.000 wissenschaftlichen Arbeiten zitert werden, am 20. Mai die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Auszeichnung erhielt Diener für seinen Einfluss auf die Entwicklung der Glücksforschung.

„Seiner Arbeit verdanken wir es, dass die Psychologie mit einem so positiven Thema wie Glück in Verbindung gebracht wird“, sagte Professorin Christine Keitel-Kreidt, Vizepräsidentin der Freien Universität. Professor Michael Eid, Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie überreichte Ed Diener vor den rund 300 Gästen im Henry-Ford-Bau der Freien Universität die Ehrenurkunde. Diener nannte er „einen der größten Psychologen unserer Zeit“.

Ed Diener ist emeritierter Professor für Psychologie an der Universität Illinois in Urbana-Champaign (USA). Einem breiten Publikum bekannt wurde er vor allem durch seine Bücher, in denen er Hintergründe und Ergebnisse der Glücksforschung populärwissenschaftlich vorstellte. Diener war Präsident der International Society of Quality of Life Studies und der Society of Personality and Social Psychology.

Glück in Psychologie und Politik

„Es ist schon bezeichnend, dass renommierte Glücksforscher in einem abgedunkelten Raum sitzen, während draußen die Sonne scheint“, sagte Dr. Eckart von Hirschhausen – und hatte die Lacher gleich auf seiner Seite. Der Kabarettist und Mediziner, der seit kurzem eine eigene Samstagabendshow in der ARD moderiert, erläuterte nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde an den amerikanischen Psychologen seine humoristische Sicht auf den Zusammenhang von Glück und Erfolg.

Heute hat die Glücksforschung eine große Bedeutung nicht nur für die Psychologie – auch die Politik hat sie entdeckt: Glückliche Menschen sind schließlich „bessere Bürger“ und produktivere Angestellte. „Die Glücksforschung kann bei der Planung von Städten zu Rate gezogen werden“, sagte Ed Diener. So gebe es beispielsweise in den USA reine Wohngebiete und andererseits separate Bezirke mit Restaurants, Geschäften und für Freizeitaktivitäten sowie Industriegebiete. Aus diesem Grund verbrächten die Menschen viel Zeit im Auto, um sich von einem Ort zum anderen zu bewegen und hätten oft nicht die Möglichkeit, zu Fuß ins Restaurant zu gehen. Anders als in Berlin. „Hier ist es meist kein Problem, kurz in den Supermarkt zu gehen“, sagte Ed Diener. „Das hat auch Einfluss auf das Wohlbefinden von Menschen.“

Nicht allein wirtschaftliche Faktoren zählen

Diener unterstrich weiterhin, dass der Grad des sozialen Zusammenhalts und die Anzahl der Grünflächen in einer Stadt Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen hätten: „Viele Wirtschaftswissenschaftler sind der Ansicht, dass vor allem das Bruttoinlandprodukt eines Landes ein zuverlässiger Indikator für die Lebensqualität in einem Land ist“, sagte Diener. „Doch das ist nicht der Fall.“ So hätten beispielsweise Costa Rica und Südkorea ein fast deckungsgleiches Bruttoinlandprodukt, die Lebensbedingungen seien dagegen sehr unterschiedlich.

Über seinen eigenen Gemütszustand sagte Ed Diener: „Ich bin ein sehr glücklicher Mensch – und kann ihnen versichern, dass mich die Ehrendoktorwürde noch glücklicher macht.“