„Visionen vom Weltende“

Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität

26.05.2010

Ausschnitt einer Miniatur eines ausgestellten Faksimiles: Lambeth Palace Apokalypse
Ausschnitt einer Miniatur eines ausgestellten Faksimiles: Lambeth Palace Apokalypse Bildquelle: Kunsthistorisches Institut, Freie Universität Berlin
Ausschnitt einer Miniatur eines ausgestellten Faksimiles: Bamberger Apoklaypse
Ausschnitt einer Miniatur eines ausgestellten Faksimiles: Bamberger Apoklaypse Bildquelle: Kunsthistorisches Institut, Freie Universität Berlin

Die Apokalypse des Johannes ist das Thema der Ausstellung „Visionen vom Weltende“: 28 Faksimiles, originalgetreue Kopien kostbarer mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln vermitteln den Besuchern im Foyer der Universitätsbibliothek den schwer zugänglichen Text durch eindrucksvolle und vielfältige Bilder. Studierende des Kunsthistorischen Instituts haben das Konzept der Ausstellung sowie den begleitenden Katalog im Rahmen eines Seminars von Caroline Zöhl, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut, erarbeitet. Die Ausstellung ist bis zum 16. Juli 2010 zu sehen, montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr.

Die Offenbarung des Johannes, der letzte Text des Neuen Testaments, hat Künstler vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit zu eindrucksvollen Bildvorstellungen angeregt. Erst in jüngerer Zeit wurden diese durch exakte Nachbildungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Ausstellung des Kunsthistorischen Instituts wurden Beispiele dieser Apokalypse-Illustrationen zusammengetragen – von karolingischen über altspanische, anglonormannische und spätmittelalterliche Handschriften bis zum Beginn des Buchdrucks im 15. Jahrhundert.

Einen Schwerpunkt in der Ausstellung bilden Faksimiles spanischer Manuskripte des 10. bis 13. Jahrhunderts. Die Exponate stammen größtenteils aus der Sammlung Detlef M. Noacks. Weitere Leihgaben stellen die Staatsbibliothek zu Berlin, die Kunsthistorische Bibliothek der Freien Universität und Privatbesitzer zur Verfügung. Durch eine digitale Präsentation lässt sich in ausgewählten Codices virtuell blättern, Details vergrößern und der Zusammenhang von Bibeltext, Bildern und Kommentaren begreifen.

Am 3. Juni 2010 findet um 16.00 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek die Katalogpräsentation sowie eine Einführung in die Ausstellung statt. Um 18.15 Uhr hält Professor Peter Klein im Hörsaal B des Kunsthistorischen Instituts (Koserstraße 20) einen Vortrag zum Thema „Im Spannungsfeld von Islam, Endzeitangst und liturgischer Praxis: Die Erneuerung der Beatus-Illustrationen im 10. Jahrhundert“.

Außerdem werden im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am 5. Juni Führungen angeboten. Der Ausstellungs-Katalog kostet zehn Euro und ist vom 3. Juni an in der Leihstelle der Universitätsbibliothek und der Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität erhältlich.