Freie Universität Berlin


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Die Bedeutung kulturellen Austauschs für die auswärtige Kulturpolitik

Winfried-Fest-Lecture mit Alt-Bundespräsident Roman Herzog

26.10.2009

In seinem Vortrag „Die Bedeutung kulturellen Austauschs für die auswärtige Kulturpolitik“ betonte Roman Herzog die Rolle der Wissensvermittlung als außenpolitisches Instrument
In seinem Vortrag „Die Bedeutung kulturellen Austauschs für die auswärtige Kulturpolitik“ betonte Roman Herzog die Rolle der Wissensvermittlung als außenpolitisches Instrument Bildquelle: Ansgar Koch
v.l.n.r.: Der Präsident der Freien Universität Prof. Dr. Dieter Lenzen, Alt-Bundespräsident Roman Herzog, der Dekan des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften Prof. Dr. Klaus Beck
v.l.n.r.: Der Präsident der Freien Universität Prof. Dr. Dieter Lenzen, Alt-Bundespräsident Roman Herzog, der Dekan des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften Prof. Dr. Klaus Beck Bildquelle: Angar Koch

„Wissen, das Völker voneinander haben, ist ein großer Vorteil – wenn es richtig ist“, meint der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog. Er war Gastredner der neunten Winfried-Fest-Lecture am Journalisten-Kolleg der Freien Universität Berlin.

In seinem Vortrag „Die Bedeutung kulturellen Austauschs für die auswärtige Kulturpolitik“ betonte er die Rolle der Wissensvermittlung als außenpolitisches Instrument: „Schüler-, Studenten- und Dozentenaustausch sind Sympathiewerbung für beide Seiten.“ Gerade deshalb müssten deutsche Kulturmittler wie Deutsche Welle, Goethe-Institut oder Deutscher Akademischer Austauschdienst unabhängig bleiben. „Denn das Wichtigste, was wir zu vertreten haben, ist die Pluralität, nicht die Stromlinienförmigkeit der Kulturpolitik“, so Herzog.

Gleichzeitig wurde in diesem Jahr der Master-Studiengang „Communication and Journalism" eröffnet, den die Freie Universität und die Lomonossow-Universität Moskau gemeinsam durchführen. Im Rahmen dieses zweisprachigen Masterprogramms werden deutsche und russische Journalisten in Moskau und Berlin ausgebildet

An diesem Abend wurde auch der ehemalige Intendant des Senders Freies Berlin, Günther von Lojewski, in den Ruhestand verabschiedet. Als Direktor des Journalisten-Kollegs habe er mit Ausdauer und Hartnäckigkeit die Programme am Laufen gehalten und darüber die Freie Universität international vernetzt, dankte ihm Journalistik-Professorin Margreth Lünenborg, die seit Frühjahr das Internationale Journalisten-Kolleg  leitet. Mit dem deutsch-russischen Masterstudiengang sei das akademische Profil des Kollegs vertieft und eine Grundlage geschaffen worden, die internationalen Journalistenprogramme erfolgreich weiterzuführen. Damit habe das Kolleg einen qualitativen Sprung gemacht von der berufsbegleitenden Weiterbildung zur akademischen Ausbildung. „Ein Sprung, den Günther von Lojewski gewagt hat und dafür nun in Moskau mit einer Ehrenprofessur ausgezeichnet wurde“, so Margreth Lünenborg.

Mit der „Winfried-Fest-Lecture“ ehrt das Internationale Journalisten-Kolleg der Freien Universität Berlin den Publizisten und ehemaligen Chef der Senatskanzlei Winfried Fest, der zu den Vätern des Kollegs zählt. Die Veranstaltung bildet seit 2000 den Auftakt des Programmjahres  des Europäischen Journalisten-Fellowships. Im aktuellen Jahrgang lernen und recherchieren in Berlin zwölf Journalisten aus Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Polen, Russland, Tschechien und den USA.