Frühbucher statt Last Minute

Warum schon Studienanfänger an einen Auslandsaufenthalt denken sollten

26.09.2013

Wer über den Campus der Freien Universität geht, kann die Internationale Netzwerkuniversität buchstäblich hören – Studierende aus aller Welt unterhalten sich in Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch oder Chinesisch. Die Freie Universität zählt zu den beliebtesten Adressen in Deutschland, rund 1600 Gaststudierende sind jährlich für ein oder mehrere Semester im Rahmen eines Austauschprogramms in Dahlem.

Das macht den Universitätsalltag für Berliner Studierende lebendig – sollte sie aber nicht davon abhalten, selbst die Koffer für einen Auslandsaufenthalt zu packen, meint Günter Schepker. Der Leiter des Bereichs „Internationale Studierendenmobilität – Welcome Services“ betreut Gaststudierende und berät Studierende der Hochschule, die ein Auslandssemester planen.

„Es ist wichtig, während des Studiums in die Welt hinauszugehen“, sagt Günter Schepker. „Man sammelt dort wertvolle persönliche Erfahrungen und lernt sowohl wissenschaftliche Themen und Herangehensweisen als auch Fachkulturen in anderen Ländern kennen.“

Wichtig ist es, ein Auslandsstudium frühzeitig und gut zu planen, am besten zum Studienbeginn, spätestens jedoch im zweiten Semester. Ein Jahr kann es dauern, bis alle Formulare, Sprachtests, Gutachten, möglicherweise Visa vorliegen und die Reise beginnen kann.

Nicht zuletzt die Wahl für das passende Programm braucht seine Zeit: Die Freie Universität pflegt rund 450 Hochschulkooperationen weltweit, für die sie Stipendien vergibt, etwa für einen Studienplatz im Rahmen des ERASMUS-Programms oder des Direktaustauschprogramms. Daneben gibt es weitere europäische Austausch- und Stipendienprogramme wie ERASMUS MUNDUS, PROMOS, Angebote des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und viele andere mehr.

Rund 600 Studierende nutzen beispielsweise das ERASMUS-Programm jährlich – damit sei aber nicht einmal ein Drittel der möglichen Plätze ausgeschöpft, sagt Gesa Heym-Halayqa, Ansprechpartnerin für das Programm an der Freien Universität: „Wer sich engagiert, erhält einen Platz, vielleicht nicht immer in jedem gewünschten Land und Fach, aber das Programm bietet grundsätzlich tolle Möglichkeiten.“

Beliebteste Länder für Aufenthalte in Europa sind Frankreich, Großbritannien und Spanien, die Nachfrage steigt für Russland und Skandinavien. Außerhalb von Europa stehen nach wie vor die USA an der Spitze der Beliebtheitsskala. Seit einigen Jahren wachse das Interesse für Lateinamerika und Asien, sagt Günter Schepker und gibt noch einen besonderen Tipp: „Die Freie Universität bietet bundesweit eines der größten Austauschprogramme für Australien.“

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Das Team um Günter Schepker hilft Studierenden, bei alledem den Überblick zu behalten und knifflige Details zu klären: Wann ist die beste Zeit für einen Auslandsaufenthalt? Was muss ich tun, damit meine dort erbrachten Studienleistungen in Deutschland anerkannt werden? Welche Versicherungen brauche ich? Darf ich im Ausland jobben? Welche Gelder kann ich beantragen? Apropos – um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, sollte man sich auch frühzeitig um die Reisekasse kümmern. Neben der Möglichkeit, ein Stipendium zu betragen, gebe es die Option eines Studienkredits, sagt Günter Schepker.

Seiner Meinung nach sollten sich Studierende nicht abschrecken lassen von knappen Finanzen, dem Organisationsaufwand oder der Sorge, wertvolle Zeit im Studium zu verlieren. Es finde sich immer eine Lösung. Eine Alternative zu einem ein- oder mehrsemestrigen Aufenthalt etwa sind kurze und gut organisierte Austauschprogramme zwischen einzelnen Einrichtungen oder auch Praktika, die vom Career-Service der Freien Universität vermittelt werden.

Damit die Studierenden ihren Auslandsaufenthalt als persönliche und berufliche Bereicherung erleben, legt das Team für Internationale Studierendenmobilität großen Wert auf eine individuelle Beratung. Und bittet um einen Erfahrungsbericht nach der Rückkehr: Was hat gut funktioniert, was hätte besser laufen können?

Das Feedback ist hilfreich für die Beraterinnen und Berater und für nachfolgende Studierende – es wird nach Rücksprache auch online zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt tauschen sich ausreisende, zurückgekehrte und ausländische Studierende auf den regelmäßigen Treffen aus, die das Büro organisiert. Und auch hier hört man sie – die Sprachen aus aller Welt an der Internationalen Netzwerkuniversität.

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Mo und Di 9.30 – 12.30, Do 14 –17 Uhr
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