Meldungen

09.08.2013

Hundehautwurm auch für Menschen gefährlich

Neben Wissenschaftlern des Bernhard- Nocht-Institutes warnen auch Forscher der FreienUniversität Berlin vor einerVerbreitung des fürMenschen gefährlichen sogenannten Hundehautwurmes in derRegion Berlin-Brandenburg. Veterinärmediziner der Freien Universität haben den Erreger im Kreis Havelland in Hunden nachgewiesen. Der durch Stechmücken übertragene Zoonose-Erreger Dirofilaria repens verbreite sich damit in Gebieten, in denen er bislang nicht aufgetreten sei, erklärte der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin, Professor Georg von Samson-Himmelstjerna.

Dies sei gegenwärtig bisher nurwenigen Humanmedizinern, Tiermedizinern und Hundebesitzern bekannt. Bei Menschen können befallene Stechmücken Krankheiten auslösen: Nach dem Stich durch infizierte Stechmücken gelangen Larven des Erregers in die Blutgefäße und anschließend in verschiedene Organe, zum Beispiel in die Haut, in das Auge oder in innere Organe. Dort entwickeln sie sich teilweise zu über 20 Zentimeter langen Würmern und verursachen organspezifische Krankheitssymptome. Umeine Ausbreitung und eine Gefahr für Menschen einzudämmen, sei eine gezielteVorbeugung gegen den Erreger während der gesamten Mückensaison von März/April bis Oktober/November wichtig, betonte von Samson-Himmelstjerna. cwe

Im Internet www.vetmed.fu-berlin.de/we13/dienstleistung

Altorientalistin und Biochemiker in Wissenschaftsakademie gewählt

Mit der Altorientalistin Eva Cancik- Kirschbaum und dem Biochemiker Peter Seeberger sind zwei weitere Wissenschaftler der Freien Universität Berlin zu Mitgliedern der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) gewählt worden. Die Akademie wählt ihre Mitglieder aus allen Wissenschaftsgebieten im In- und Ausland.

Professorin Eva Cancik-Kirschbaum, Jahrgang 1965, ist seit 2003 Professorin für Altorientalistische Philologie und Geschichte an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsinteressen geltenmit Altvorderasien zwischen dem 4. Jahrhundert v. Chr. und der Spätantike einem sehr vielfältigen Kulturraum der Alten Welt. Peter Seeberger, Jahrgang 1966, ist seit 2009 Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam sowie Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin und an der Universität Potsdam.

Seit 2003 ist er Affiliate Professor am Sanford-Burnham Institute for Medical Research in La Jolla, USA. Peter Seeberger erforscht Kohlenhydrate und hat mit seiner Grundlagenforschung das gesamte Feld der komplexen Zucker revolutioniert.

Seltene Pflanzenart erfolgreich vermehrt

DerBotanische Garten der Freien Universität Berlin hat erfolgreich eine Pflanzenart vermehrt, die in der freien Natur Deutschlands nur noch in einem einzigen Exemplar bekannt ist. Die sogenannte Verarmte Segge (Carex depauperata) zählt zu den seltenen Pflanzenarten.Vom einzigen Exemplar Deutschlands war ein Ausläufer entnommen worden, aus dem die Art mithilfe der speziellen Erhaltungskultur des Botanischen Gartens Berlin vermehrt werden konnte.

Die Pflanzen in Kultur haben erstmals Blüten und Früchte ausgebildet. Die reifen Früchte werden im Laufe des Sommers zur Langzeitlagerung in die Saatgutbank überführt. Die Art ist damit in der Erhaltungskultur des Berliner Botanischen Gartens zunächst gesichert. Lebende Pflanzen und Samen stehen für eine Wiederausbringung am Fundort zur Verfügung, um die Population in der Natur zu stärken.

Im Internet www.botanischer-garten-berlin.de

Einstein Stiftung fördert innovative Forschungsvorhaben

Die Judaistin Professorin Tal Ilan und der Biochemiker Professor MarkusWahl von der Freien Universität erhalten für ihre Forschungsprojekte bis 2016 eine Förderung der Einstein Stiftung Berlin. Tal Ilan stellt in ihrem Projekt eine Sammlung von mehr als 150 Texten aus dem antiken Ägypten zusammen, die die Bedeutung des Judentums in dieser Region dokumentieren. Markus Wahl koordiniert gemeinsam mit Andreas Herrmann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Alexander Löwer vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, die sich mit der Ribonukleinsäure beschäftigt.

Mit neuesterTechnologie wollen sie herausfinden, wie die für die Weitergabe genetischer Information zuständigen Moleküle mit den Regulierungsnetzwerken von Zellen interagieren. Die Einstein Stiftung fördert mit ihrem Programm besonders risikoreiche und institutionenübergreifende Forschungsprojekte. Es wurden sechs Forschungsprojekte aus Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften ausgezeichnet.