Aerosole: Ein vom Klimawandel verstärktes Risiko?

Freie Universität Berlin und Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung richten gemeinsam Gastprofessur in der Umweltforschung ein

Nr. 088/2016 vom 31.03.2016

Die Freie Universität Berlin und die renommierte Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (niederländisch: Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek, kurz TNO) intensivieren ihre langjährige Zusammenarbeit. Beide Seiten unterzeichneten eine Vereinbarung zur Einrichtung einer Gastprofessur an der Freien Universität Berlin zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Aerosolen, Klima und Luftqualität. Erster Inhaber der Professur wird Professor Martijn Schaap von der TNO sein. Er strebt eine enge Zusammenarbeit vor allem mit den Professorinnen und Professoren an den Instituten für Meteorologie und für Weltraumwissenschaften an, deren Expertise sich mit seinem Arbeitsbereich ergänzt. Die TNO ist nach der Fraunhofer-Gesellschaft die zweitgrößte Forschungseinrichtung Europas. Sie setzt Ergebnisse der Grundlagenforschung für Wirtschaft, Gesellschaft und Politikberatung um.

Atmosphärische Schadstoffe wie Aerosole, Ozon und reaktiver Stickstoff sind gerade in Ballungsräumen ein Problem für die menschliche Gesundheit. Sie wirken sich darüber hinaus auch negativ auf Ökosysteme und auf die Biodiversität aus. Die Frage, welcher Anteil vor Ort erzeugt wird und wie die Gesamtkonzentration am stärksten nachhaltig gesenkt werden kann, verlangt eine Abschätzung von Emissionsverteilungen, meteorologisch bedingten Transporten, chemischen Umwandlungsprozessen und sogenannten Senken. Die Unsicherheiten im Verständnis und in der Modellierung dieser Prozesse sind nach wie vor groß: Dringenden Forschungsbedarf gibt es insbesondere hinsichtlich der Frage, wie der Klimawandel und die Emissionsminderungen der Energiewende die Häufigkeit von Spitzenbelastungen verändern und wie stickstoffhaltige Aerosole zum Klimawandel beitragen. Auch die Senatsumweltverwaltung von Berlin will von den Forschungsaktivitäten profitieren, wenn sie 2017 ihre Maßnahmenkonzepte zur Minderung der Schadstoffbelastung in der Stadt fortschreibt.

Der Inhaber der Gastprofessur, Dr. Martijn Schaap, geboren 24. Juli 1977, studierte Umweltwissenschaften an der Universität Utrecht. Er promovierte dort zum Thema Aerosole und Klima und forscht seit 2004 an der TNO. Seine Schwerpunkte sind Aerosol, Klima und Luftqualität.

TNO und Freie Universität kooperieren in Forschung und Lehre bereits seit 1996. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden unter anderem an der Freien Universität Berlin verschiedene vom Umweltbundesamt geförderte Vorhaben verwirklicht. Im Rahmen der jährlich mit rund 100.000 Euro geförderten Partnerschaft wurden rund zehn Bachelor- und dreißig Masterarbeiten sowie sechs Promotionen abgeschlossen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Uwe Ulbrich, Prodekan des Fachbereichs Geowissenschaften, Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-71186, E-Mail: uwe.ulbrich@fu-berlin.de