Für Arbeiten zur Wechselwirkung von Licht mit mikro- und nanomechanischen Systemen geehrt

Professor Tobias J. Kippenberg von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne erhält den Klung-Wilhelmy-Wissenschaftspreis 2015

Nr. 327/2015 vom 23.10.2015

Der Physiker Prof. Dr. Tobias J. Kippenberg, Wissenschaftler an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz, wird mit dem Klung-Wilhelmy-Wissenschaftspreis 2015 ausgezeichnet. Der Forscher des „Laboratoire de Photonique et de Mesure Quantique“ wird für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Wechselwirkung von Licht mit mikro- und nanomechanischen Systemen gewürdigt. Die mit 75.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Donnerstag, den 19. November 2015 im Henry-Ford-Bau der Freien Universität verliehen. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei; um Anmeldung wird gebeten. Die Laudatio hält Prof. Dr. Wilhelm Zwerger von der Technischen Universität München. Für den Festvortrag zum Thema „Perspektiven der Wissenschaft zwischen Einheit und Globalisierung“ wurde der frühere Sächsische Staatsminister Prof. Dr. Hans Joachim Meyer gewonnen. Zu Ehren von Tobias Kippenberg wird am Tag nach der Preisverleihung ein  Symposium veranstaltet.

Tobias J. Kippenberg, Jahrgang 1976, ist seit 2013 ordentlicher Professor an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, EPFL), an der im Jahr 2008 als Assistenz Professor berufen worden ist. Vor seiner Tätigkeit am EPFL war Kippenberg in der Abteilung von Theodor W. Hänsch Leiter eine selbstständigen Max Planck Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Promoviert hat Kippenberg 2004 am „California Institute of Technology“ (Caltech, USA). Im Jahr 2009 habilitierte er sich in Physik an der LMU München. Für seine Forschung erhielt er bereits zahlreiche Anerkennungen, darunter den Nationalen Latsis-Preis, eine der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Schweiz, sowie den Helmholtz Preis für Metrologie der physikalisch technischen Bundesanstalt. Er forscht an der Wechselwirkung von Licht und mikro- und nanoskaligen mechanischen Systemen (sogenannten optischen Mikroresonatoren), und deren Verhalten nahe am absoluten Nullpunkt, der bei minus 273,15 Grad Celsius liegt. Kippenbergs Arbeiten zielen darauf ab, kleinste mikro-mechanische Systeme mittels Laserlicht zu kühlen und hochempfindliche Messungen von kleinsten mechanischen Bewegungen zu realisieren, deren Empfindlichkeit ausreicht, sogar quanten-mechanisches Verhalten in makroskopischen Systemen zu beobachten. Seine Experimente machen sich dabei die sogenannten Strahlungsdruck zunutze – die Kraft, die Laser-Licht ausübt.

Mit dem Klung-Wilhelmy-Wissenschaftspreis werden junge Spitzenforscher ausgezeichnet. Die Ehrung wird im Rahmen einer Kooperation zwischen der Otto-Klung-Stiftung an der Freien Universität Berlin und der Dr.-Wilhelmy-Stiftung im jährlichen Wechsel an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Physik oder Chemie vergeben. Fünf der bisherigen Preisträger haben inzwischen den Nobelpreis erhalten – die Physiker Theodor W. Hänsch, Gerd K. Binnig, Horst L. Störmer und Johann Georg Bednorz sowie der Chemiker Hartmut Michel. Weitere Preisträger wurden anschließend mit anderen bedeutenden nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt.

Weitere Informationen

Zeit und Ort

  • Donnerstag, 19. November 2015, Beginn 17.00 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35, 14195 Berlin, U-Bhf. Thielplatz (U3)

Interview-Möglichkeit für Medienvertreter und Medienvertreterinnen

Am Tag der Preisverleihung besteht zwischen 15.00 und 16.00 Uhr die Möglichkeit, den Preisträger zu interviewen. Anfragen können per E-Mail unter presse@fu-berlin.de gestellt werden.

Weitere Informationen

Stabsstelle Presse und Kommunikation der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-73180, E-Mail: presse@fu-berlin.de

Im Internet

www.klung-wilhelmy-wissenschafts-preis.de

Symposium zu Ehren des Preisträgers am 20. November 2015

www.physik.fu-berlin.de/en/einrichtungen/ag/ag-eisert/Symposium/index.html 

Porträt des Preisträgers im Online-Magazin Campus.leben

http://www.fu-berlin.de/campusleben/forschen/2015/151023-klung-kippenberg/index.html