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Afrikanische Religionen und moderne Choreographie

Tänzer und Choreograph Koffi Kôkô übernimmt im Wintersemester 2014/2015 die Valeska-Gert-Gastprofessur am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität / Antrittsvorlesung am 14. Oktober in der Akademie der Künste

Nr. 348/2014 vom 12.10.2014

Der aus Benin stammende Tänzer und Choreograph Koffi Kôkô übernimmt in diesem Wintersemester die Valeska-Gert-Gastprofessur für Tanz und Performance an der Freien Universität Berlin. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung an der Akademie der Künste am 14. Oktober 2014 gibt der Künstler Einblick in seine aktuelle Arbeit. Der Eintritt ist frei. Koffi Kôkô wird während des Wintersemesters mit Studierenden des Masterstudiengangs Tanzwissenschaften an der Freien Universität Berlin eine Performance entwickeln, die am 14. Dezember 2014 in der Akademie der Künste zu sehen sein wird.

Koffi Kôkô lebt und arbeitet in Paris und Benin. Er entwickelte auf Basis der rituellen Initiation in die animistischen Kulte Westafrikas eine individuelle und zeitgenössische Bewegungssprache, die er seit den achtziger Jahren in Solo- und Gruppenchoreographien international präsentiert. In seiner Methode thematisiert er das Verstehen von Bewegung in der Kommunikation zwischen Choreograph und Tänzer. Dabei geht es um ein Bewusstsein des Körpers im Tanz und um die Frage „Wer bin ich, wenn ich tanze?“ Nach Koffi Kôkô erforscht der Tänzer im Tanzen den Raum des eigenen physischen Körpers und den Raum, der seinen Körper umgibt. Die Dynamik zwischen Innen-Raum und Außen-Raum erdichtet sich in der Möglichkeit der Repräsentation von Rollen oder Objekten.

Die tänzerische Methode von Koffi Kôkô ist eine zeitgenössische choreographische Arbeit, die nicht den modernen Tanz europäischer Tradition zum Ausgangspunkt hat, sondern die westafrikanischen Tänze und Rituale: „Für mich ist das kein Patchwork“, erklärt Koffi Kôkô. „Die zeitgenössische Kunst befindet sich in mir genauso wie der Animismus. In meiner Religion bin ich ein hoher Würdenträger, aber ich bin auch zeitgenössischer Choreograph. Ich kann aus den verschiedenen Wissensräumen schöpfen und mich in den verschiedenen Kontexten frei bewegen.“

Die Valeska-Gert-Gastprofessur ist eine Kooperation der Freien Universität mit dem Deutschen Akademischen Austausch-Dienst und der Akademie der Künste. Sie wird jedes Semester mit einem Künstler oder einer Künstlerin aus dem Bereich von Tanz und Performance besetzt. Der Dialog zwischen Studierenden und Künstlern soll einen gegenseitigen Einblick in die jeweiligen Arbeitsweisen geben und Diskussionen über Unterschiede, aber auch Überschneidungen von künstlerischer Arbeit und wissenschaftlicher Forschung anregen.

Zeiten und Orte

Einführungsveranstaltung / Antrittsvorlesung

  • Dienstag, 14. Oktober 2014 um 19.00 Uhr
  • Akademie der Künste, Halle 3, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin, U-Bahnhof Hansaplatz (U9)

Abschlusspräsentation

  • Sonntag, 14. Dezember 2014 um 20.00 Uhr
  • Studiobühne der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin, U-Bahnhof Hansaplatz (U9)

Weitere Informationen

Jun.-Prof. Dr. Isa Wortelkamp, Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-50348; E-Mail: isa.wortelkamp@fu-berlin.de 

Im Internet

www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/fachbereich/gastprof/gert/index.html