Das Jerusalem des Balkans

Finissage zur Gedenkausstellung über die sephardisch-jüdische Kultur Thessalonikis am 2. Juli in der Universitätsbibliothek der Freien Universität

Nr. 232/2014 vom 24.06.2014

Die sephardisch-jüdische Vergangenheit Thessalonikis ist Thema der Gedenkausstellung „Madre d’Israel. 70 Jahre nach den Deportationen“ in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. Im Rahmen der Finissage am 2. Juli 2014 beleuchten Expertinnen und Experten die bis in die 1940er Jahre lebendige Kultur der einzigen jüdisch geprägten Großstadt Europas. Genutzt werden dazu Video-Interviews mit Zeitzeugen und Überlebenden des Holocausts, literarische Fragmente und sephardische Melodien aus dem Mittelmeerraum. In der Zeit zwischen der Einwanderung der Sephardim aus Spanien ab 1492 bis zu ihrer fast vollständigen Auslöschung durch die Nationalsozialisten wurde Thessaloniki auch „Jerusalem des Balkans“ genannt. Die Ausstellung wurde von der Forschungsstelle Literarischer Transfer an der Universität Osnabrück konzipiert und an der Freien Universität Berlin durch Literatur und Material aus dem Bibliotheksbestand ergänzt. Sie kann bis 4. Juli kostenlos besichtigt werden. Die Finissage am 2. Juli ist öffentlich, der Eintritt frei.

Vom 14. März bis zum 7. August 1943 wurden in 19 Zugtransporten 47.000 griechisch-jüdische Bürger der Stadt Thessaloniki nach Auschwitz und Birkenau deportiert. Bis zur Befreiung von der NS-Besatzung auf dem griechischen Festland im Oktober 1944 wurde fast die gesamte jüdische Bevölkerung Thessalonikis ermordet. Die Ausstellung gedenkt der Opfer aus Anlass des 70. Jahrestages der Deportationen. Die bei der Finissage anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitsbereichs Neogräzistik der Freien Universität, des Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) sowie der Universitätsbibliothek spüren dem sephardisch-jüdischen Puls von „Salonikái“ nach.

Zeit und Ort

  • Mittwoch, 2. Juli 2014, 20.00 bis 22.00 Uhr
  • Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Garystraße 39, 14195 Berlin, U-Bhf. Thielplatz (U3)
  • Die Finissage ist öffentlich, der Eintritt frei.
  • Die Ausstellung kann noch bis Freitag, 4. Juli 2014, montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen

  • Dr. Susanne Rothe, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-53359, E-Mail: rothe@ub.fu-berlin.de 
  • Dr. Konstantinos Kosmas, Centrum Modernes Griechenland der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-58073, E-Mail: k.kosmas@cemog.fu-berlin.de

Im Internet

www.ub.fu-berlin.de/service_neu/ausstellung