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And the winner is …

Informatiker der Freien Universität entwickeln Simulator für die Fußball-Weltmeisterschaft

Nr. 184/2014 vom 26.05.2014

Noch 17 Tage bis zur Fußball-Weltmeisterschaft … Wem das Warten zu lang wird, der kann schon heute alle 32 Teams ins Rennen um den Titel schicken und dabei selbst ein wenig mitmischen. Denn David Dormagen und Raul Rojas von der AG Intelligente Systeme und Robotik der Freien Universität Berlin haben eine Software entwickelt, mit der die WM virtuell am Computer ausgetragen werden kann. Der Simulator ist über das Internet zugänglich; jeder Nutzer und jede Nutzerin kann die für die Simulation verwendeten Parameter selbst einstellen und so eine eigene Einschätzung der besseren Indikatoren für die Spielstärke einer Mannschaft in die Simulation einbringen. Zu erreichen ist der Simulator unter: www.worldcup-simulator.de.

Die virtuellen Weltmeisterschaftsspiele werden anhand der Rankings der 32 teilnehmenden Mannschaften simuliert: Bei den FIFA beziehungsweise „Elo“-Fußball-Rankings bekommen die verschiedenen Nationalteams eine gewisse Anzahl von Leistungspunkten, die ihre jeweilige Spielstärke widerspiegeln. Ist die Differenz der Spielstärke von zwei Mannschaften groß, kann anhand von historischen Daten die Siegwahrscheinlichkeit der besseren Mannschaft berechnet werden. Die Spiele werden dann anhand dieser Wahrscheinlichkeiten ausgetragen. Die bessere Mannschaft gewinnt dann beispielsweise in sechs von zehn Partien, aber nicht immer – auch starke Mannschaften können manchmal einen schlechten Tag haben.

Um den Weltmeister zu ermitteln, werden alle Spiele in einem ganzen Turnier virtuell durchgespielt. Da aber eine einzige Simulation nicht aussagekräftig genug ist (schließlich spielen im Fußball der Zufall und die Tagesform der Spieler eine wichtige Rolle) wird die Simulation bis zu 10.000 Mal ausgeführt – also die gesamte WM wird 10.000 Mal virtuell komplett ausgetragen. Mit diesem System kann der Fortschritt eines jeden Teams bis zum Finale verfolgt werden. Am Ende berechnet das System die relative Häufigkeit, mit der ein Team wie Brasilien oder Spanien ins Viertel-, Halb- oder sogar ins Finale einzieht. Mit dem Simulator wird also letztlich die Wahrscheinlichkeit für den Sieg einer bestimmten Mannschaft errechnet.

Im Simulator können auch Heimvorteil und sogar der Marktwert der Spieler als Einflussfaktoren für Sieg oder Niederlage berücksichtigt werden. Der Nutzer kann außerdem die verschiedenen Rankings oder Einflussfaktoren selbst gewichten. Denkt man etwa, dass die FIFA-Rangliste aussagekräftiger ist als die Marktwerte, kann man die erstere mit einem höheren Gewichtungsfaktor belegen.

Den Berechnungen des Simulators zufolge sind zurzeit die favorisierten Mannschaften Brasilien, Argentinien, Deutschland und Spanien. Auf diese vier Teams entfällt fast 66 Prozent der Wahrscheinlichkeit die WM zu gewinnen. Mit anderen Worten: Wenn der Sieger nicht eine dieser vier Mannschaften wird, wäre das eine mittelgroße Überraschung.

 

Pressefoto

Folgende Grafik steht Medienvertretern zum Download zur Verfügung. Sie ist honorarfrei bei Angabe der Quelle © AG Intelligente Systeme und Robotik der Freien Universität Berlin bei Verwendung im Kontext der Pressemitteilung.

 

 

Link zum Simulator

www.worldcup-simulator.de

 

Weitere Informationen

Prof. Dr. Raúl Rojas, Fachbereich Mathematik und Informatik und AG Intelligente Systeme und Robotik der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-75102, E-Mail: information-ki@fu-berlin.de