Margherita-von-Brentano-Preis 2013 geht an Projekt zur Inklusion von benachteiligten Gruppen an Hochschulen Lateinamerikas

Internationales EU-Verbundprojekt MISEAL wird für Einsatz zugunsten von Frauen- und Geschlechterforschung und für internationalen Wissenstransfer geehrt / Preisverleihung am 10. Juli 2013

Nr. 200/2013 vom 04.07.2013

Der Margherita-von-Brentano-Preis der Freien Universität Berlin für herausragende Leistungen in der Frauenförderung und Geschlechterforschung geht in diesem Jahr an das Verbundprojekt MISEAL, das sich gegen soziale Ungleichheiten und für mehr Teilhabe an der Hochschulbildung in Lateinamerika einsetzt. In dem von der Europäischen Union geförderten Vorhaben sind zwölf lateinamerikanische und vier europäische Universitäten zusammengeschlossen. Das Netzwerk setzt sich für Frauen- und Geschlechterforschung in Lehre und Forschung, für Hochschulpolitik und für Wissenstransfer im lateinamerikanischen Hochschulsystem ein. Das Projekt wird am Lateinamerika-Institut der Freien Universität von der Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Braig und von der Privatdozentin Dr. Martha Zapata Galindo federführend geleitet. Beide sind Trägerinnen des mit 15.000 Euro dotierten Preises, gemeinsam mit Prof. Dr. Maria Conceição da Costa vom Geschlechterforschungsprogramm PAGU der Universidade Estadual de Campinas in Brasilien.

Die Abkürzung MISEAL steht für „Medidas para la inclusión social y equidad en Instituciones de Educación Superior en América Latina“ (Maßnahmen für soziale Inklusion und Gleichstellung in Hochschuleinrichtungen Lateinamerikas). In der Begründung der Jury hieß es, die Initiatorinnen und Initiatoren von MISEAL hätten sich in vielfältiger Weise verdient gemacht um die Förderung der Gleichstellung und der Schaffung eines interkulturellen Dialogs. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 10. Juli 2013 verliehen. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Um Rückmeldung an einladung@fu-berlin.de wird gebeten. In diesem Jahr wird die Preisvergabe in englischer Sprache stattfinden.

Zur Veranstaltung im Hörsaal A im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin,

Garystraße 35, 14195 Berlin sind Journalistinnen und Journalisten herzlich willkommen.

In Lateinamerika, Experten zufolge die Weltregion mit den größten sozialen Ungleichheiten, ist die Hoffnung auf soziale Mobilität und auf ein besseres Leben mit dem Zugang zur Hochschulbildung verbunden. Die Ausschlussmechanismen aus den Universitäten sind gegenwärtig weniger offensichtlich und erkennbar als früher. Doch sie sind weiterhin der Grund dafür, dass sozial benachteiligte gesellschaftliche Gruppen, vor allem Frauen, immer noch an den Hochschulen geringer vertreten sind. Zugleich haben lateinamerikanische Universitäten Förderprogramme und -maßnahmen entwickelt, um diese Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Ethnizität, Klasse, Alter, sexuelle Orientierung und körperliche Verfasstheit zu bekämpfen. Das Netzwerk MISEAL setzt sich dafür ein, den Zugang zur Bildung zu öffnen und die Bedingungen für Verbleib und Mobilität von benachteiligten Studierenden zu verbessern.

Mit dem seit 1995 verliehenen Margherita-von-Brentano-Preis ehrt die Freie Universität persönliches Wirken oder hervorragende Projekte in der Frauenförderung und der Geschlechterforschung. Er ist einer der höchstdotierten Preise seiner Art. Der Preis wird übergeben durch den Präsidenten der Freien Universität, Prof. Dr. Peter-André Alt. Die Laudatio auf die Preisträgerinnen hält die Politologin Prof. Dr. Claudia von Braunmühl, Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin.

Ort und Zeit

  • Mittwoch, 10. Juli 2013, Beginn: 18 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Henry-Ford-Bau, Hörsaal A, 14195 Berlin, U-Bhf. Thielplatz (U3)

Weitere Informationen

Mechthild Koreuber, Zentrale Frauenbeauftragte der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-54259, E-Mail: frauenbeauftragte@fu-berlin.de ; im Internet: www.fu-berlin.de/mvb