Geschichte des Bundeswirtschaftsministeriums im Fokus

Emeritus der Freien Universität Berlin Carl-Ludwig Holtfrerich in Kommission zur Geschichte des Bundeswirtschaftsministeriums berufen

Nr. 370/2011 vom 28.11.2011

Der emeritierte Wirtschaftswissenschaftler Professor Carl-Ludwig Holtfrerich von der Freien Universität Berlin ist in eine unabhängige Kommission zur Geschichte des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) berufen worden. Das Gremium soll bis Ende 2015 die Geschichte des Bundeswirtschaftsministeriums und seiner Vorläuferinstitutionen aufarbeiten. Parallel dazu soll die Geschichte der entsprechenden Ressorts in der DDR erforscht werden. In der interdisziplinären Historikerkommission sind Forscher aus den Geschichts-, Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften tätig.

Das Forschungsprojekt reicht zurück bis zur Gründungsgeschichte des Reichswirtschaftsamtes und seiner Vorläuferinstitutionen im Kaiserreich; in der Neuzeit endet es mit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Die Kommissionsmitglieder erforschen die Strukturen, Funktionen und Wirkungsweisen der jeweiligen Wirtschaftsressorts. Einen Schwerpunkt bildet dabei unter anderem die Analyse der NS-Zeit. Die Untersuchung der dem BMWi entsprechenden Institutionen in der ehemaligen DDR unterstreicht zudem die gesamtdeutsche Perspektive des Projekts.

Carl-Ludwig Holtfrerich, Jahrgang 1942, studierte Wirtschaftswissenschaft in Münster und Paris und promovierte 1971 an der Universität Münster. Er war drei Jahre Referent in der Außenhandelsabteilung des Bundesverbands der Deutschen Industrie und von 1974 bis 1980 als Assistenzprofessor an der Freien Universität Berlin tätig. Er wurde dort 1979 am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft habilitiert und ein Jahr später auf eine Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität in Frankfurt am Main berufen. 1983 wurde er auf eine Professur für Volkswirtschaftslehre am J.-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien und am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität berufen, die er bis zu seiner Emeritierung 2007 innehatte. Holtfrerich lehrte und forschte an der Harvard University, der Oxford University und im W. Wilson Center, Washington, D. C. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und verfasste zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen. Seine Habilitationsschrift „Die deutsche Inflation 1914–1923“ erschien 1980 als Buch, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

Die Kommission setzt sich zusammen aus:

  • Prof. Dr. Werner Abelshauser, Universität Bielefeld
  • Prof. Dr. Stefan Fisch, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
  • PD Dr. Dierk Hoffmann, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
  • Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs Koblenz
  • Prof. Dr. Carl-Ludwig Holtfrerich, Freie Universität Berlin
  • Prof. Dr. Albrecht Ritschl, London School of Economics und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des BMWi

Weitere Informationen

Prof. Dr. Carl-Ludwig Holtfrerich (emer.), John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, Abteilung Wirtschaft, Telefon: 030 / 838-53603, E-Mail: carl-ludwig.holtfrerich@fu-berlin.de