Die Stimmen der Überlebenden

Freie Universität Berlin bietet als erste Institution in Deutschland Zugang zum digitalen Zeitzeugen-Archiv „Refugee Voices“ der Association of Jewish Refugees (AJR)

Nr. 336/2011 vom 04.11.2011

Als erste Einrichtung in Deutschland ermöglicht die Freie Universität Berlin den Zugang zu der Oral-History-Sammlung „Refugee Voices“ der Association of Jewish Refugees (AJR). Bei der Vereinigung handelt es sich um eine von jüdischen Flüchtlingen in Großbritannien gegründete Wohlfahrtsorganisation. Das digitale Zeitzeugen-Archiv der AJR enthält 150 lebensgeschichtliche Video-Interviews von jüdischen Überlebenden des Nationalsozialismus. „Refugee Voices“ erweitert den Bestand multimedialer Zeitzeugen-Archive der Freien Universität zur NS-Zeit.

Das Archiv „Refugee Voices“ umfasst 150 lebensgeschichtliche Video-Interviews von Menschen, die als Juden die Verfolgung während der NS-Zeit überlebt haben. Verfügbar sind insgesamt 450 Interviewstunden in englischer Sprache. Die Interviews der zumeist aus dem deutschsprachigen Raum stammenden Zeitzeugen schildern das Leben im nationalsozialistischen Deutschland und in den von Deutschland besetzten Ländern. Die Zeitzeugen berichten insbesondere von ihren Migrations- und Exilerfahrungen. Die Video-Interviews wurden vollständig transkribiert und mit einem Timecode versehen, der ein einfaches Auffinden spezifischer Stellen in den Videos ermöglicht. Neben einer Zusammenfassung jedes Interviews bietet das Archiv eine strukturierte Datenbank, unter anderem mit biografischen Informationen der Interviewten sowie Fotos von deren Familienangehörigen, Bekannten und Freunden. Das Archiv ist im Netzwerk der Freien Universität über eine Online-Plattform und in Kürze auch über das Bibliotheksportal der Universitätsbibliothek verfügbar.

Neben dem Archiv „Refugee Voices“ bietet die Freie Universität Wissenschaftlern, Dozenten, Studierenden und anderen Interessierten Zugang zu zwei weiteren bedeutenden multimedialen Zeitzeugen-Archiven: dem „Visual History Archive“ des Shoah Foundation Institute for Visual History and Education der University of Southern California (USC) und dem Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939–1945. Erinnerungen und Geschichte“.

Weitere Informationen

Katrin Plank-Sabha, Center für Digitale Systeme (CeDiS), Telefon: 030 / 838-53705, E-Mail: presse@cedis.fu-berlin.de

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