Verknüpfung von Online-Datenbank und digitalem Zeitzeugenarchiv eröffnet neue Recherchemöglichkeiten zur NS-Zwangsarbeit

Neue Meta-Suche möglich

Nr. 85/2011 vom 31.03.2011

Die Online-Datenbank „Informationsportal Zwangsarbeit im NS-Staat“ des Bundesarchivs und das digitale Zeitzeugenarchiv „Zwangsarbeit 1939 – 1945. Erinnerungen und Geschichte“ der Freien Universität Berlin sind miteinander vernetzt worden. Durch eine sogenannte Meta-Suche ist es Forschenden, Lehrenden, Studierenden und anderen Interessierten daher ab sofort möglich, direkt auf die Bestände beider Archive zuzugreifen.

Die neue Meta-Suche ermöglicht Interessierten nicht nur eine zielgerichtete Recherche nach spezifischen Orten und dort vorhandenen Archivbeständen, sie erlaubt gleichzeitig auch den Zugriff auf die lebensgeschichtlichen Interviews am jeweiligen Ort eingesetzter oder inhaftierter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Durch die Verknüpfung beider Online-Portale werden auch lokalgeschichtliche Bildungs- und Forschungsprojekte angeregt, die die Anschaulichkeit der Zeitzeugen-Interviews mit der vielfältigen Akten-Überlieferung in historischen Archiven verbinden wollen.

Das Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945“, ein Kooperationsprojekt der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) mit der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Historischen Museum, enthält 590 lebensgeschichtliche Audio- und Video-Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Das ebenfalls durch die Stiftung EVZ geförderte „Informationsportal Zwangsarbeit im NS-Staat“ des Bundesarchivs umfasst mit seinen Kernmodulen Nachweise zu einschlägigen europäischen Archivbeständen aus 13 Ländern sowie Grunddaten zu 3 800 KZ-ähnlichen Haftstätten. Beide Institutionen haben die Absicht erklärt, ihre Materialien und Archive zum Thema Zwangsarbeit unter Wahrung der jeweiligen Nutzungsbedingungen enger miteinander zu verbinden, um der Forschung und Bildung weitere Möglichkeiten der netzbasierten Arbeit zu ermöglichen. Die Portale bieten umfassende Recherche-Möglichkeiten und unterstützen u. a. über eine innovative Bildungsarbeit die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit.

Kontakte und weitere Informationen

  • Bundesarchiv
    - Dr. H.-D. Kreikamp, Projektleiter „Informationsportal Zwangsarbeit im NS-Staat“,
      Telefon: 030 / 187770-400, E-Mail: hd.kreikamp@bundesarchiv.de
    - Dr. Monika Kaiser, Pressesprecherin,
      Telefon: 030 / 187000-102, E-Mail: m.kaiser@bundesarchiv.de
  • Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte.“
    Freie Universität Berlin, Center für Digitale Systeme (CeDiS)
    - Dr. Doris Tausendfreund, Projektmanagement,
      Telefon: 030/838-52534, E-Mail: doris.tausendfreund@fu-berlin.de
    - Katrin Plank-Sabha, Öffentlichkeitsarbeit,
      Telefon: 030/838-53705, E-Mail: kplank@cedis.fu-berlin.de