Sperrfrist: 4. Dezember, 17.00 Uhr: Zwischen Klimawandel, Wundheilung und Palästina

Verleihung des Ernst-Reuter-Preises für vier herausragende an der Freien Universität verfasste Dissertationen

Nr. 351/2009 vom 02.12.2009

Die Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Freien Universität (ERG) zeichnet am Freitag, 4. Dezember, dem Gründungstag der Hochschule, die vier besten Doktorarbeiten aus, die 2008 an der Freien Universität entstanden sind. Der mit 5.000 Euro dotierte Ernst-Reuter-Preis geht an die Veterinärmedizinerin Stephanie Adams, den Mathematiker und Meteorologen Stamen Dolaptchiev, den Psychologen Christian Geiser und den Islamwissenschaftler Johann Büssow. Den Festvortrag „Entwicklungen in der Herzchirurgie“ hält Professor Roland Hetzer, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin.

Stephanie Adams hat in ihrer Arbeit die sogenannten „Receptor Interacting Proteins“ untersucht und dabei herausgefunden, dass einige dieser Proteine bei der Wundheilung der Haut eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere hat sie festgestellt, dass der Eiweißstoff RIP-4 nach einer Hautverwundung den Heilungsprozess reguliert und eine fehlerhafte RIP-4-Expression für Wundheilungsstörungen verantwortlich sein könnte.

Überzeugt hat die Preisjury auch der Islamwissenschaftler und Judaist Johann Büssow mit seiner Arbeit über das historische Palästina zwischen 1872 und 1908. Er untersucht in seiner Dissertation, wie sich die Gesellschaft Palästinas zu dieser Zeit definierte und welchen Veränderungen sie unterlag – in einem Gebiet mit vielen kleinen Naturräumen und Wirtschaftseinheiten und einer Vielzahl ethnisch und religiös geprägter Traditionen. Den geografischen Rahmen für die Doktorarbeit bildete der Bezirk Jerusalem, den Zeitrahmen die Ära Sultan Abdülhamids II.

Der Psychologe Christian Geiser hat sich im Rahmen seiner Dissertation mit der theoretischen Herleitung von statistischen Modellen zur Analyse von sozialwissenschaftlichen Daten auseinandergesetzt, die eine sogenannte „Multitrait-Multimethod-Multioccasion-Struktur“ aufweisen. Solche Daten liegen vor, wenn bei Messungen mehrere Merkmale von Menschen mit verschiedenen Methoden erfasst werden. Geiser überprüfte die Nützlichkeit der von ihm entwickelten Modelle in einer Anwendung auf längsschnittliche Daten zu Depressivität und Ängstlichkeit im Kindesalter.

Stamen Dolaptchiev ist der vierte Ernst-Reuter-Preisträger. In seiner Arbeit widmet sich der Meteorologe mithilfe mathematischer Methoden der komplexen Frage, wie die Grundgleichungen eines Atmosphärenmodells lauten müssten, um Strömungen mit planetaren Längenskalen zu beschreiben. Die in der Arbeit dargestellten Ergebnisse ermöglichen die Konstruktion von Atmosphärenmodellen mittlerer Komplexität für Langzeit-Klimasimulationen.