Die Lange Nacht in Dahlem: Treffpunkt für Laien und Profis

Rekordzahl beteiligter Institute an der Freien Universität Berlin

Nr. 106/2004 vom 03.06.2004

Am 12. Juni 2004 ist es wieder so weit. Zur vierten Langen Nacht der Wissenschaften lädt die Freie Universität Berlin (FU) die Berlinerinnen und Berliner sowie deren Gäste auf ihren Campus nach Dahlem ein. Mit 56 Instituten und Arbeitsgruppen beteiligen sich so viele FU-Einrichtungen wie nie zuvor an der größten Berliner Wissenschaftsschau. Die sechs außeruniversitären Einrichtungen eingeschlossen, öffnen am Standort Dahlem sogar 62 Institute ihre Türen für anschauliche Vorträge, interaktive Präsentationen und Experimente. Das Themenspektrum ist entsprechend breit gefächert: Wir nehmen Sie mit auf eine Reise zum Mars, dann via GPS in einen Bienenstock und durch das Gehäuse eines Supercomputers zurück ins alte Ägypten. Zwischen 17 und 1 Uhr gilt es das Reich der Wissenschaft in allen Facetten zu erforschen. Das in diesem Jahr besonders umfangreiche Kinderprogramm beginnt teilweise schon ab 16 Uhr.

Damit die Besucher möglichst viele Veranstaltungen auf dem Dahlemer Campus besuchen können, stehen kostenlose Velotaxis bereit. Die FU-Programmbroschüre mit ausführlichen Beschreibungen und mit beiliegender Campus-Karte ist unentgeltlich über die Kommunikations- und Informationsstelle der FU erhältlich: Tel.: 030 / 838 73 180. Infos im Internet: http://www.fu-berlin.de/langenacht/

Hier einige FU-Highlights in der Vorschau:

Mars im Visier (Institut für Geologische Wissenschaften)

Am 25.12.2003 erreichte die europäische Weltraummission Mars Express planmäßig den Mars. Eines der an Bord des Raumschiffes befindlichen wissenschaftlichen Instrumente ist das HRSC/SRC-Kameraexperiment des FU-Forschers Gerhard Neukum, das sensationelle Bilder von der Marsoberfläche lieferte. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurden bereits große Teile der Marsoberfläche im hoch- und höchstauflösenden Bereich erfasst. Die ersten Untersuchungen dieser einzigartigen Mars-Daten haben nun begonnen und werden die gesamte Wissenschaftswelt noch Jahrzehnte beschäftigen. Besucher der Langen Nacht können dem roten Planeten in Dahlem ganz nahe kommen.

Wo?

Garystr. 35, Henry-Ford-Bau, Busroute 4B Dahlem-Nord. Haltestelle: FU/Henry-Ford-Bau

Zu Gast im Irak vor 2000 Jahren (Vorderasiatische Altertumskunde / Altorientalistik)

„Was machen die denn da mit den Scherben?“ So könnte eine von vielen Fragen auf der „Promenade Alter Orient“ lauten. Die Institute für Vorderasiatische Altertumskunde und Altorientalistik erschaffen hier einen Marktplatz der Vergangenheit. Verkleidete Studierende und Mitarbeiter lassen das Leben in Mesopotamien vor 2000 Jahren wiederauferstehen, werden alte orientalische Mythen zum Leben erweckt. Oder darf es lieber eine Prophezeiung per Eingeweideschau sein? Kinder, die ihre Zukunft lieber offen lassen wollen, können derweil eine Reise ins Land der tausend Scherben antreten, die oft einzigen Überbleibsel großer Kulturen...

Wo?

Gelfertsr. 45/Hüttenweg 7, Busroute 4b Dahlem-Nord, Haltestelle: Löhleinstr./Kehler Weg.

Die Welt ist bunt (Ethnologie)

Stichwort Vielfalt: Heimliche Globetrotter können vom Institut für Ethnologie aus die Welt kennen lernen. Die weltweite Vernetzung schreitet voran, wirtschaftlich nicht weniger als kulturell. Wie gehen fremde Kulturen und Menschen mit diesem Wandel um? Über den Hula-Tanz lernen Große und Kleine die hawaiianische Geschichte kennen. Muslimische Frauen aus Berlin berichten über ihre Ansichten zur aktuellen Kopftuchdebatte und „ur-deutsche“ Erfahrungen. Das richtige Ambiente bietet die alte Stadtvilla, der Sitz der Ethnologen, in der neben Buntem, wie Freiluftkino und kulinarischer Reise, auch eine Fotoausstellung „Aids in Afrika“ zum Nachdenken anregt.

Wo?

Drosselweg 1-3, Busroute 4b Dahlem-Nord, Haltestelle: Domäne Dahlem, Anmeldung für die Kinderworkshops unter Tel.: 030/ 36 41 7078

Allein im Spiel mit den Molekülen (Chemie)

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr bieten die Chemiker auch dieses Jahr wieder viel Sehenswertes für Groß und Klein. Gerade die acht- bis zwölfjährigen Kinder können in stündlichen Erlebnistouren das Reich der Chemie über die engen Grenzen des Schulalltags hinaus kennen lernen. Die Alchimisten unter den Kleingärtnern lernen in spannenden Experimenten, wie man den Nachbarn beeindrucken kann.

Wo?

Fabeckstr. 34-36, Busroute 4a Dahlem-Süd, Haltestelle: Altensteinstr./Fabeckstr.; Anmeldung für die Workshops „Chemie für kids“ unter Tel.: 030/ 838 56 343.

Lateinamerika kommt! (Zentraleinrichtung Lateinamerika-Institut)

Ein Tango tanzender Che Guevara zwischen den Ruinen Geheimnis umwitterter Maya-Tempel? Wer seine Klischees von Lateinamerika überprüfen möchte, ist am Lateinamerika-Institut richtig. Hier kommt ein ganzer Kontinent zu den Besuchern, uns zwar jenseits touristischer Folklore. Nachwuchsforscher laden zur Reise von Mexiko bis Feuerland, hinein in die Welt der indianischen Kulturen, die Zeit der Eroberungen und in die Seelen großer Autoren. Wir konfrontieren Sie mit Jugendkultur und Cyberspace, Machismo, Gewalt und Aufstandsbewegungen. Wer will, kann Hieroglyphen entziffern und Aztekisch lernen, archäologische Funde bestaunen und in einem Orchester mit alt-indianischen Instrumenten musizieren. Fiesta Latina mit Musik und Tanz inbegriffen.

Wo?

Rüdesheimer Str.54-56, direkt am U-Bhf. Breitenbachplatz, keine Haltestelle an der Busroute

Atome, Laser und ein Pils (Physik)

Im Tempel der Physiker fallen die Vorhänge zum Allerheiligsten: Die Forscher präsentieren hochmoderne Forschungsgeräte, mit denen unvorstellbar kurze Laserblitze erzeugt und Atom dünne Metallschichten hergestellt werden. Schwerpunkt zahlreicher Experimente, Vorführungen und Rundgänge ist in diesem Jahr die noch „junge“ Biophysik. Sie überbrückt zum Beispiel in der Molekülforschung den Graben zwischen Biologie und Physik. Die Angebote, die sich an Kinder und Laienphysiker richten, werden von Berliner Schülern betreut und vorgeführt. Nach dem Wissensmarathon kann man sich dann im „Physikerstübchen“ bei einem kühlen Bier nebst Bratwurst ausruhen.

Wo?

Arnimallee 14, Busroute 4b Dahlem-Nord, Haltestelle: Museen Dahlem.

Das einfache Volk (Ägyptologisches Seminar)

Abseits der Pyramiden stellen die FU-Archäologen das Leben einfacher Ägypter vor. Während Pharao Tut-ench-Amun hinlänglich bekannt ist, blieb der Alltag seiner Untertanen lange im Schatten. Die Kultur sowie Religion und Inschriften des einfachen Handwerkers werden nun erklärt und von den Wissenschaftlern zu neuem Leben erweckt. Hier können Kinder ab zehn Jahren, mit Pappmaschee Kopien von alten Inschriften herstellen und verschiedene Grabungstechniken im institutseigenen Garten ausprobieren.

Wo?

Altensteinstr. 15, Busroute 4a/b Dahlem-Nord und Dahlem-Süd, Haltestelle: Königin-Luise-Platz/Botanischer Garten