Fünfte Roboterweltmeisterschaft im Roboterfußball: Die Roboter der Freien Universität Berlin sind dabei

Einladung zur Pressekonferenz am Montag, 30. Juli 2001

Nr. 197/2001 vom 25.07.2001

Am 3. August ist der Anstoß für die mittlerweile 5. Weltmeisterschaft im Roboterfußball. Die RoboCup 2001 findet dieses Jahr in Seattle, USA, statt. Roboter aus drei Leistungsklassen treten an: In der Mid-Size-Liga spielen Roboter von bis zu fünfzig Zentimetern Durchmesser. In der Small-Size-Liga Roboter bis 18 cm Durchmesser und in der Sony-Four-Legged-Liga treten die vierbeinigen AIBO-Spielroboter gegeneinander an. Die FU Berlin ist zum dritten Mal in Reihe bei diesem Wettbewerb vertreten: Die legendären FU-Fighters, zweimalige Vize-Weltmeister und Europameister 2000, werden in der Small-Size-Liga um den Titel kämpfen. Die Humboldt-Universität wird in der Sony-Four-Legged-Liga und in der Simulationsliga ebenfalls vertreten sein.

Roboterfußball ist bei Robotik-Forschern in den letzten Jahren äußerst populär geworden, weil hier eine komplexe Steuerungsaufgabe gelöst werden muss. Die Spielfeldumrandung und die Gegner müssen erkannt werden, damit die Roboter kollisionsfrei und elegant fahren. Die Steuerung erfolgt automatisch, kein Mensch außer dem Schiedsrichter greift ins Spiel ein. Die Augen der Roboter sind Videokameras: Aus den von ihnen gelieferten Bildern soll die Software die Welt rekonstruieren: Mit allen ihren Tücken, mit einem Ball, der sich schnell bewegt, und mit Gegnern, die ihre Kontrahenten verwirren möchten.

Die Lösung dieser Steuerungsprobleme ist nur die Vorstufe für den Bau von Robotern, die sich in Zukunft in traditionellen Fabrik- und Büroumgebungen zurechtfinden können. Nicht die Umwelt soll an die Roboter angepasst werden, sondern die Roboter an die heute existierenden Fabrikhallen und Büroräume. RoboCup liefert in diesem Sinne eine wichtigen Beitrag für den Vergleich und die Verbreitung der von verschiedenen Forschergruppen entwickelten Methoden. Dieser Tatsache wurde Rechnung getragen durch die diesjährige Einrichtung eines Schwerpunktprogramms über autonome mobile Roboter durch die DFG, ein Programm, an dem verschiedene RoboCup-Teams aus ganz Deutschland teilnehmen.

In diesem Jahr zeigen die FU-Fighters neue Hard- und Software. Die neuen Roboter fahren mit omnidirektionalen Rädern, so dass sich der Roboter-Körper ohne Rotation in jede beliebige Richtung bewegen kann. Der Roboter "schwebt" auf drei Rädern, die synchron ihre Aufgabe erledigen. Außerdem haben die Roboter jetzt eigene Augen, d.h. eine Kamera im Roboter, so sind sie nicht von einer Kamera an der Decke über dem Spielfeld abhängig. Mit der Kombination aus kleiner Videokamera und Spiegel sind die einzelnen Roboter in der Lage, autonom die Umwelt zu erfassen und zu erkennen. Von den 21 internationalen Teams, die in Seattle an der Small-Size-Liga teilnehmen, gibt es nur vier, die mit einer solchen Kombination antreten werden.

RoboCup 2001 wird wahrscheinlich der härteste Wettbewerb sein, der bisher stattgefunden hat. Die FU-Fighters haben sich gut dafür vorbereitet und ein erster Sieg liegt einfach in der Teilnahme an diesem Wettbewerb, wo ähnlich zur Formel 1 jedes Jahr die Leistungslatte höher gelegt wird.

Das neue FU-Fighters-Team wird bei einer Pressekonferenz am 30.7. an der FU, Institut für Informatik, Takustr. 9, Seminarraum 049, 14195 Berlin, vorgestellt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss an die Pressekonferenz wird ein Testspiel stattfinden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Raúl Rojas, Freie Universität Berlin, Fachbereich Mathematik und Informatik, Takustr. 9, 14195 Berlin; Tel.: 030/838-75100, -75102; E-Mail: rojas@inf.fu-berlin.de

Im Internet:

www.fu-fighters.de